Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 3 (1.5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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- 76 - T r. Ludwig Haas, M. d. R., dessen ergreifenden Nachruf wir anschließend wiedergeben, mö^e für alle sprechen, die um den Verstorbenen trauern und sein Werk in seinem Sinne weitersühren: Dem Kämpfer! Dem Menschen! Die innerste Art von Paul Nathan"war tief verwurzelt in seinem Deutschtum, das ihm Selbst Verständlichkeit war, und in ckelster "Menschlichkeit. Gerade weil er so ganz Deutscher war, betonte er sein Judentum. Das Verstecken der Abstammung, zu dem die Halben und Unsicheren neigen, war ihm unbegreiflich. So zwang ihn deutsche Art uiü> Menschlichkeit zur Sorge und zum Kampf für die Verfolgten; so ward ihm Sorge unv Kampf für die verfolgten Juden besondere Pflicht. Er war ein Mann der praktischen Arbeit, des Zugreifens,- der Tat. Aber er wußte, daß es Prinzipien gibt, die durch kein Kompromiß preis gegeben werden dürfen. Den Kämpfer Paul Nathan habe ich verehrt; den Menschen Paul Nathan habe ich geliebt. Das jüdische Siedlungsproblem und Süddeutschland. Von Oberlehrer Spatz-Rexingen. Der Frontbund ruft die verstädterten deutschen Juden zurück zur Scholle, zur Pfleg« des heiligen deutschen Heimatbodens. Schon vor 3 Jahrzehnten habe ich in jüdischen Zeitschriften die Landflucht der deutschen Juden aus rassehygienischen Gründen bekämpft. Rousseau hat in seinem „Emil" den Gedanken ausgesprochen: „Die Städte sind der Tod der Bevölkerung." Sobald di« Blutserneuerung vom Lande her aufhört, hebt die Degeneration an. Ein Blick in die Statistik zeigt, daß die deutsche Judenheit dem Untergange zueilt, wenn es nicht gelingt, neue Lebensenergien in ihr zu wecken. Allein so weit sind wir in der Menschheitsentwicklung noch lange nicht, daß das Einzelwesen auf altruistische Impulse sich entscheidet, wenn sich nicht gleichzeitig deutlich erkennbare egoistische Vorteile bemerkbar machen. Der Ruf: Zurück zur Scholle! mußte deshalb verhallen, solange es dem Individuum in den Städten durchschnittlich gut ging. Und nun leidet s c I E AYE Planofortafabrlk STUTTGART, Neckarstrasse 12, Eoke uirichatraasa FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM MIETE / TAUSCH / STIMMUNGEN / BEQUEME TEILZAHLUNGEN j Fantpraohar 2 es 41/42 lllllllllllllllHUIIII iiirninmminnmnirmiiHHiiuM Deine Augen vertrau nicht Jedem Vom Fachmann einwandfrei anoepaßte Augengläser schonen das /tage. Gewähr für gute Arbeit bietet Adolf Mehrer vorm. G. Lufft TeL 245 56 Stuttgart Eberhardstr. 37 äpewinlgeithäft für AugenopHk, Theatergläser, Feldstecher etc. I Rradfniawi'Bcsfedfe I «fei Silber oad la verallbert jaweiei, GoMm SWerwarea Carl Ünrto TaMkca-a Jtnreher lraNMaMVen Ststtjirt, EkcrfHrfstr.ES gelangen vom 19. April 1927 an ab 9 Uhr morgens am Garten-Eingang ScheIHngstr. zur Ausgabe u. können gleich In Empfang genommen werden Ente Kaite. . . m. 10.- Kinderkarte. . m. 5.~ Jede weitere Karte m 8.- Studentenkarte m. 5.- Dienstbotenkarte . . m. 5.- Vereine erhalten bei Abnahme von mindestens 20 Karten bedeut Preisermäßigung . Näheres an der Kasse u. Im Amtsblatt Nr. 44 v. 16. April d. J.