Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 2 (16.4.1927)
- Date
- 1927-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 28)
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r . i ftebenmahge: „Der Ewige ist der wahrhaftige Gott." Da erfüllte ein geheimnisvolles Leuchten b. n heiligen Raum. Die Thora im Arm des Täuflings schien Blitze zu -sprühen. Dann gellte ein wildek^Schrei durch den Raum, daß den Hörern! der Herzschlag stockte. Da der Schrei verklungen, lag der Gutsherr sterbend am Boden. Reb Leib aber breitete seinen Tallis über den Toten und sprach betend: „Größer als die Frommen sind die Reumütigen. Unser Bruder ist zum Vater heimgekehrt." x Der Psalmensänger. ' Der niedrigste Diener im Hause eines reichen jüdischen Besitzers war der Wasserträger. Das war ein gar bescheidener demütiger Mann. Von Gottes Wort verstand er allerdings nur wenig. Sein kostbarster Schatz war ein Psalmenbüchlein. So oft ihm seine schwere Arbeit etwas Zeit ließ, nahm er sein Buch zur Hand und sang die Psalmen Davids. Im Haus des reichen Mannes war' ein großes Fest. Als aber die Gälte zu Tische gingen, fehlte der Wasserträger, der von seinem Herrn damit betraut war, den Gästen vor der Mahlzeit das Wasser zum Händewaschen zu reichen. Man suchte den Wassertrgäer und fand ihn im Hof beim Psalmensagen. Der Gastgeber empfing den'Geholten mit heftigen Vorwürfen. Und, als der Wasserträger sich mit seinen Psalmen entschuldigte, schrie er ihm ins^ Antlitz: „Das alles kommt von deiner dummen Psalmensingerei." Das Festmahl war zu Ende. Da rief der 66 - Diener den Hausherrn vor das Tor. Drunten hielt ein vornehmer Wagen, in dem ein fürstlich gekleideter Unbekannter saß, der den Hausherrn zu sich in den Wagen bat. Kaum war er im Wagen, fuhr der wie ein Wind davon und hielt nach wenigen Augentticken vor den Toren eines königlichen Hauses. Ob er wollte oder nicht — er mußte in das Schloß eintreten. Hier standen 71 Stühle um einen langen Tisch. 71 ehrwürdige Greise saßen auf den Stühlen, in ihrer Mitte ein königlicher Mann mit einer leuchtenden Krone auf dem Haupt. Der Reiche wußte sofort: das ist König David. Der König begann zu den greisen Männern zu sprechen: „Hier steht vor euch ein Mann, der mich gekränkt hat. Gott hat mein Psalmenbuch gewürdigt, daß es zu der Heiligen Schrift gehört. Doch dieser hat mein Werk gelästert und den Diener schwer beschimpft, der meine Psalmen liebt. Was soll mit einem solchen Lästerer geschehen?" Da trat der ernsteste und würdigste der greisen Männer vor den König hin: „Er soll den Psalsänger um Verzeihung bitten, und unser guter Gott wird ihm verzeihen." Im selben Augenblicke fuhr der Wagen wieder vor das Tor des Hauses.- Ein Diener hob den Reichen in den Wagen, und wenige Augenblicke später war er wieder daheim in seinem Hause. Schweigend ging er zum Psalmensänger, bat ihn um Verzeihung und nötigte ihn, bei seinem Fest den Ehrenplatz einzunehmen. Der Psalmensänger wußte nicht, wie ihm geschah. Der Hausherr aber sprach: „Gott zu rüh- ULM o s -Auweiler Douaustraste l. Telefon 35? «curötiS« (838 lllmcr KarosserielabrlK Neuer D Thieme ULM Ä. D., S8flln|eritr. 91 Karosserien jeder Art Limousinenaufsätze - Alhvetterverdecke Reparaturen, Neu-Lackierungen Verkaufsabteilung Großgarage Einzige* Uniernehmen der gesamten Aatomobilbranche am Platz* » F. KILIAN-STRAUB Erstes Haus für Corsetten und Leibbinden. TeL 765 Maßanfertigung * Reparaturen Ulm a. D., Münsterpl. Nr. 30 H. OECHSLE Saalbau - Parfümerie Friseurgeschäft 'Damen- und Herren-Salon Schönheitspflege * Großes Lager in inu. ausländischen Parfümerien und Toüetteartikeln