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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-04-01 · 1 (1.4.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
1 (1.4.1927)
Date
1927-04-01
Page
[Seite] (sequence 20)
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welcher mit Ihnen jenes Gespräch geführt hat, treulich befolgt und habe angesangen, in der Bibel besonders in der Thora zu lesen.. Da halte ich es mit der Gemeind«, indem ich jede Woche den Abschnitt lese, der auch in der Synagoge vorgelesen wird. Levy: Das freut mich außerordentlich. Sie können nichts Besseres und Ersprießlicheres tun. Denn was gibt es Schöneres, als unsere Bibel, was für Geist und Gemüt Anregenderes, als unsere Thora. Natürlichman muß sie langsam mit Bedacht und Ueberlegung lesen, um etwas von ihr zu haben. Mit oberflächlichem Lesen ist es nicht getan. Frau Ruth: Da haben Sie Recht, Herr Levy. Ich lese langsam und denke über alles nach, und da finde ich immer, daß es der Mühe wert ist nachzusinnen. Dann erst findet man, wie tief alles ist. Da gibt es so viel zu fragen, scheinbar faitt sich Lücken auf, die man sich selber ausfüllen muß; da muß man sich die Beweggründe des handelnden und redenden Personen klar machen; da ist man gezwungen, di« Charaktere der biblischen Helden aus einzelnen Zügen zusammen zu lesen und zu einem Gesamtbilde zu vereinigen. Es ist fast eine Arbeit, dieses Bibellesen, und nicht einmal eine mühelose. Aber dafür ist der Lohn ein doppelt großer. Einmal habe ich die Freude, die jedes Arbeiten mit sich bringt; zum andern, die Erhebung, welch« das Ergebnis der geistigen Betätigung schafft, haß ich doch manches finde, was schön und richtig ist, was mir befriedigende Erklärung gibt und zum Verstehen der Erzählung beiträgt, sodaß ich gewissermaßen den Stoff nicht fertig empfange, wie eS bei einem Romane und selbst bei einem ernsten Buche der Fall ist, sondern ihn mir selbst erzeuge, wenigstens in der Weise des Mitarbeitens. Levy: So ist's recht; darum heißt es in unserem Schrifttum nicht Thora lesen, sondern sich b eschäftigen mit Thora. So erfüllt sich auch ein Wort unserer Weisen, „jeden Tag sollen dir die Worte der Thora neu sein, als ob sie heute gegeben worden sind," und unser deutscher Goethe drückt das mit den Worten aus: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen." Frau Ruth: Nun möchte ich aber zur Sache kommen. Sehen Sie, in der Geschichte Josephs, über die ich wirllich nachgedacht habe, und welche mir immer das Herz gefangen nimmt, ist mir unverständlich, warum Joseph seinem Vater nicht Mitteilung macht, daß er noch am Leben ist, und daß er sich in glücklicher Lebenslage befindet. Er muß sich doch selber sagen, daß er seinem Vater viel Herzeleid erspart mit solcher Nachricht und ihn aus tiefem Schmerz zur höchsten Freud« erhebt! Levy: Ja, das ist vielleicht sehr zu verwundern. Und in der Tat, unsere Erklärer haben diese Frage besprochen. Ein moderner deutscher Bibelerllärer, R Zevi Meklenburg, der einen umfangreichen, außerordentlich geistreichen Kommentar in hebräischer Sprachee „Ksav veha»Kabbolo" zur Thora verfaßt hat, führt folgendes aus: Joseph faßte sein ganzes Schicksal und Ergehen als «ine Fügung Gottes auf. Daß er als J. F. MAERKLIN KUNSTGEWERBEHAUS STUTTGART KÖNIGSTRASSE 39 «--' | 11 m rin.. _=Bag=- -» Permanente Ausstellung erstklassiger Kunsterzeugnisse in Porzellan Bronze Marmor Reichgeschliffene SUei - Kristalle Verkaufsstelle der Staatlichen Porzellan-Manufakturen :: Berlin, Meißen, Nymphenburg und Kopenhagen :: Stempel-Baur, Stuttgart] Alfred Baur W'Ä te&2ffr. 20 Kerbel-, Beeleed Wti$. »U de erd, HohUaum. Festen, tpltsemeinelbee ferttfi an I Fnftlr Plissee GIER Steirer, Italiener u. frtsdhe Landeier empfiehlt c billigsten Tagespreisen. Lieferung frei Haus Telefon 025 89 ERNST KÖHLER ROtENBEROSTRASSE Ne. OS 484848484853532353232353234853232323

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