Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 24 (16.3.1927)
- Date
- 1927-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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J 1 '%m * — 566 — Seit 1908 m der Gemeindeverwaltung — zunächst als Steuerdeputierter — tätig, wurde er 1912 zum Vorsteher und 1924 aus der Mitte des Vorsteheramtes, hem er seit dem Tage seiner Wahl ununterbrochen angehört, zum Vorsitzenden gewählt. Er hat dieses verantwortungsvolle Amt stets mit größtem Eifer urid Pflichtgefühl verwaltet und das ihm entgegengebrachte Vertrauen in vollem Maße gerechtfertigt. Bor allem hat Herr Essinger sich um die Wohlfahrtspflege hoch verdient gemacht, dafür legt seine langjährige Tätigkeit im Verein zur Unter stützung hiesiger und durchreisender armer Jsrae liten,- sowie im Fürsorgeamt, dessen Vorsitzender er bis vor kurzem gewesen, beredtes Zeugnis ab. Steh unermüdlicher Hingabe hat er es sch angtl.gen sein lassen, der Verarmung vorzubeugen, Wege zum Erwerb zu öffnen, Hunger und Not zu lindern. Das Borsteheramt hat deshalb beschlossen, eine Stiftung, deren Zweckbestimmung dem Jubilar überlassen bleibt, auf seinen Namen zu errichten, eine Ehrung, die dem langjährigen Anwalt der Armen gewiß die liebste sein wird. Am Sonntag, den 27. März, vormittags 11 Uhr, findet im Gemeindehause eine öffentliche Fest sitzung des Borsteheramts statt, bei welcher die Stiftungsurkunde übergeben werden soll. Möge es Herrn Essinger vergönnt sein, noch viele Jahre im gleichen Sinn wirken und schassen zu können. Berthol d-Auerbach-Ve r ein. Am 22 Febr. >927 sprach Lehrer Jaffe anläßlich des 100. Todestages über Pestalozzi. Der Redner ging davon auö, daß seine universelle Bedeutung auf der Kraft seines Herzens beruhe: als Prediger der Menschenliebe und des Rechts der Armen gleiche er in gewiffem Sinne sogar den Propheten. .Alles für andere, nichts für mich selber" sei der Leitspuch seines Lebens und Wirkens als Volkserzieher gewesen. Der Redner besprach P's wichtigste sozialpädagogische Schriften, durch die er der Reformator des Unterrichts und der Begründer der nationalen Volksschule geworden, und ihre wichtigsten Grundgedanken: Anschauung im Unterricht und nicht bloßes Theoretifirren; Können, nicht bloßes Wissen; Entfaltung aller Kräfte; individuelle und nicht schematisch glerche Behandlung der Schüler. Die Forderungen P'S auf die Gegenwart übertragen bedeuten die jadiicfaeiSdiveitcrnhelmStaH|irt Wir laden unsere Mitglieder zu der am Dienstag, den 29. Mirz abends 7 Uhr im Sdiweslemheim. Dillmanstrafee Nr. 9 statt' findenden ord. Mitglieder - Versammliiig freundlidisi ein und bitten um zahlreichen besuch. Der Vorstand. Tages-Ordnung: Jahresbericht. Anerkennung des Eigenweits der Kindheit, ein richtiges Verhältnis zwischen Erzieher und Schüler. Freude im Unterricht und Berücksichtigung der kindlichen Fähigkeiten. Eingehend beantwortete der Redner die Frage, was wir Juden P. zu verdanken hätten: er habe durch seinen Glauben an das Gute im Menschen ohne Unterschied von Rang und Religion alte Vorurteile zerstört, die humane Gesinnung gefördert und so zur Emanzipation der Juden beigetrage». Die Ausführungen wurden mit herzlichem Beifall ausgenommen. Eine lebhafte Aussprache, die vor allem des Werk P's vom Standpunkt der schulreformatorischen Bestrebungen der Gegenwart aus betrachtete, schloß sich an den Vortrag an. Stuttgart. Die Stuttgarter Ortsgruppe des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus hielt am Dienstag, den 8. März, ihre ordentliche Mitgliederversammlnng ab. die mit einem Vortrag.des Stadtpfarrers a. D. Lamparter über „Gabriel Rieß er. der Vizepräsident des Frankfurter Parlaments, ein treuer Jude und ein echter Deutscher" wirkungsvoll eingeleitet wurde. Der Redner behandelte mit großer Klarheit die zwei Probleme in Rießers Leben: seinen Kampf um die Gleichberechtigung und die Einordnung der deutschen Juden in den deutschen Staat und sein Ringen um die Einheit und Freiheit des deutschen Volkes. Feinsinnig verglich er die Erscheinungen und Erfahrungen seines Lebens mit den Ereignissen der Gegenwart und zeichnete so ein farbenfrisches lebendiges Bild der Persönlichkeit des edlen, wahrhaft vaterländisch gesinnten Mannes. Der Vortrag fand ungeteilten Beifall, sodaß Landgerichtsdirektor Stern mit seinen Dankesworten allen Zußs Verein zur Unterstützung hiesiger und Jj durchreisender Israel. Armen X\ (Israel Ortsarmen-Vereln Wir laben Hiermit unsere verehelichen Mitglieder zur Generalversammlung auf Sonntag, den 3. April 1927, vorm. 10 Uhr im Gemeiudehause, mit der Tagesordnung: Jahres- und Rechenschaftsbericht fteundlichst ein. Der Ausschuß. pmuiHiiiminmimniiiiiiiHntiiiimiiiMitimiiiimmiiiiiiiMiniiMmmiiiiuiBiiHiiiuiiiiiiitiimy 1 Ist. Kranken-zlntcrftiibnngs-Nerrin t.jl. 8 M Unsere Z j Mitglieder-Versammlung | D findet m 1 Sonntag, den 3. April 1927, vorm. liN.UHr Z |§ im Gemeindehaus statt. M j| Tagesordnung: Jahresbericht, Rechenschafts- S Ü! bericht, Ergänzungswahlen. W I Um zahlreiches Erscheinen bittet W W Der Ausschuß. W