Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 23 (1.3.1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
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Papst Reuchlins Streit mit den Dominikanern sich nicht beilegen ließ, bedrohte Franz von Sikkingen Hochstraten mit Uvfehde, wenn er nicht die großen Kosten der Verhandlungen bezahlen würde. Auch Sikkingens Freund, Ulrich von Hutten^. stand Reuchlin zur Seite. Er schrieb die Dunkelmännerbriefe, jene köstliche Parodie auf die unwissenden Pfaffen. Sie erschienen anonym, ohne Ortsangabe!, mit der kühnen Fiktion, vom Papst freundlich ausgenommen zu sein, in ergötzlichem Deutsch- Latein mit absichtlich geschmacklosen Bildern und Wendungen auf jeder Seite, und gaben eine wohlgelungene Selbstcharakteristik der Mönche als Sin« nenbolde und Tölpel mit vielen tresfenden Hohn- und Spottbemerkungen über Ortuin, Pfefferkorn und sein unzüchtiges Weib. Sie hatten einen durchschlagenden Erfolg. Nur wenige waren so naiv, wie jener Prior in Brabant, der seinem Abt eine Anzahl Exemplare kaufte, in der Meinung, die Verherrlichung der Mönche sei ernst gemeint. Erasmus soll bei der Lektüre so gelacht haben, daß er sich dadurch von einem lästigen Halsgeschwür befreite. Inzwischen erlahmte das Interesse an dem Streit über die Judenbücher. Ter Resormationskamps erfüllte die Geister. Griff auch Reuchlin in diese Wirren nicht ein, so war seine Tätigkeit doch einer der Hauptfaktoren, welche die Gedankenumwälzung hervorgebrachten. Durch die hebräischen Studien kam man in christlichen Kreisen von der traditionellen kirchlichen Ausfassung der Vulgata immer mchr ab und begann den Bibeltext mit eigenen Augen anzuschrn. Wir glauben diesen Exkurs nicht besser schließen zu können, als mit den schönen Worten, in denen Wieland Reuchlins Verdienst gefeiert hat: „Reuchlin sprach das Machtwort: Kommeherauf Toter. Der Tote kam, wie er war, mit den Grab tüchern der Kabbala. Das zweite ungleich leichtere Wort war: Lasset ihn gehn. Das sprachen Reuchlins Nachfolger." Das große ruffische Siedlungswerk. Die jüdischen Bauern in Weißrußland. Vor der Revolution waren 3 Prozent der jüdischen Bevölkerung Weißrußlands in der Länd Wirtschaft beschäftigt. Sie bearbeiteten insgesamt 13300 Tessjatin Boden. Jetzt sind 8,6 Prozent der Judenschaft Weißrußlands Bauern. Tie Bodenfläche, die sie bearbeiten, beträgt jetzt 42000 Tessjatin. Der für das Jahr 1926 vorgesehene Siedlungsplan wurde bis zu 95 Prozent durch geführt. In den kommenden fünf Jahren sollen laut dem Plan in Weißrußland 6 860 jüdische Familien auf 32000 Tessjatin Boden angesicdelt werden. , CANNSTATT Albcrl Traub Damen- und Herren- Friseurgesdiäfi CANNSTATT Bahnhoftir. 9 - Telefon 290 empfiehlt sich bei entkl. Bedienung Neuwascherei Otto Göiz Neueste Gardinen - Spannerci "TEraf" » Cannstatt . *d,TÄ"<rempfiehlt fidt im Wafihen und Bügeln von StürktvMJdte w.ifii.iAiiHP««yiie getrodmet und fihrankfertlg Pünktliche und fihonende Behandlung tugefldiewt. AaaahaMefelle» bei i Anjas* Of, WsU>liaJer«*ra*e 117 Flrberd loul», Khl**. 97 Fraa Greiser, MarhtrtraSe 94 Wilhelm ITloser, sdMbrik | Telefon 275 CANNSTATT Kfinlgsfr. 41 | empfiehlt ihre eigenen Fabrikate I Spazierstöike, Stodtsdiinne, Reparaturen * - ,T1---«■- Paul Mauser SpeMl-<öeschSst für Slu-steuer-Artikel Cannstatt Dllhelmstraße is-so Telefon -22 P Malerei