Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 16 (16.11.1926)
- Date
- 1926-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 13)
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— 363 — sie sich im Blätterdickicht des Erkenntnisbaumes, immer nach Adam rufend. Endlich tritt er auf, verwirrt, die schmerzenden Rippen haltend: mir träumte, Gott hätte mir eine Rippe entfernt — eine Lichtgestalt entschwebte — ein Blutfleck unter meinem Herzen — wo ist meine Rippe? Er mustert, streühelt sehnsüchtig di« Tierfrauen. Nichts, keine, — die im Traum war anders — wie einsam bin ich! Er betrachtet die Früchte des Erkenntnis» baums: häßlich, abstoßend, „wie die Frucht des Menschenleibes, die Frucht seiner Hüfte." Die Schlange überredet ihn, davon zu essen,: Fade! Schließlich entdeckt er Chawa: wer bist du? Ich — bin Du, deine Rippe. Er fällt ihr zu Füssen, lachend und weinend. Bon neuem bietet die Schlange die Frucht. Wie verändert jetzt ihr Geschmack! Gierig essen die Beiden: furchtbar und süß schmeckt sie zugleich - Licht und Finsternis, Bitternis und Süße, Feuer und gärender Most . . Chawa . . . Gott . . . Wachsende Eir.'gung des Paares, die Tiere, außer der Schlange, zum Teil selbst vom Taumel erfaßt, ziehen sich zurück: „sie sollen in ihrer Todsünde allein bleiben." Nachtigallenschlag und Kuckucksruf. Die weibliche Schlange: „Was frohlockt chr? Kein Anlaß, ihr Vögel, zu Liedern. Das Parqdies ist zu Ende . ." Die männliche Schlange: „Zu Ende. Und jetzt beginnt die Welt." Der hiche literarische Wert der Dichtung darf nicht darüber täuschen, daß ihr weltanschaulicher Ideengehalt durchaus unjüdisch ist. Das Leben ein Spiel von Gut und Böse mit dem Weib als „Gärstoff im Teig" — das ist Aesthetizismus und Heidentum. Dennoch hoffe ich zuversichtlich, daß auch die historisch-jüdische Weltanschauung noch ihren dichterischen Ausdruck im hebr. Drama finden wird. Wir stehen erst im Anfang und »chürfen das Ende nicht drängen." Viele Welten, lautet ein Midrasch, schuf Gott und zerstörte sie wieder, bis er unsere Welt entstehen ließ . . Wenden wir uns zuletzt den Veröffentlichungen allgeme inen Inhalts zu. Von den philosophischen Beiträgen seien' genannt: Tr. Hugo Bergmann „Der Naturzweck in der kantischen Philosophie" und von demselben „Tie Mathematik und die kritische Philosophie." Auf soziologischem Gebiet liegt eine ausführliche Besprechung von Dr. A. Tar-takower vor: „Max Weber als Soziologe." Ferner erwähne ich einen Aufsatz von I. Jaari über H. G. Wells als Geschichtsschreiber bzw. Geschichtsphilosoph und eine Abhandlung I. S. R a i s i n s über Geoffroy Chaucer, dessen Canterbury tales eine uns speziell als Juden interessierende Stelle anthalten. Größte Bedeutung haben in der modernen hebr. Literatur xmte Uebersetzungen. Erez Israel verlangt immer gebieterischer, daß seine Jugend Der gute I Schirm o § Spazierstöcke % 0 0 0 moderne Kinder-Schirme 0 0 SCHIRMFABRIK § EUGEN RENNEMÜLLER { Post«tr«6e 9, Telephon 23402, Gegr. 1881 % °0000000000000000000000000000000 iiiiiiiiiiillllllliiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiililliiiiiiiiiiiiiiiiiiii C. Blumhardt & C= Königsbau Stuttgart Spielwaren - Lehrmittel ihofodr. Apparaten. Bedarfsartikel Anfertigung tamtlicher photogr. Arbeiten wie Abzüge, Vergrößerungen - Photographierahmen Diapositive Julius Stoess * Stuttgart Fernsprecher 211 05 - S<hlo$>tra&e 12 I^J| HERDE OEFEN Reparaturen aller Art s-EHNES Herd- und Ofenfabrik ■anpBIIlfer-Hr. LS Ideibn Kr. 7» SIS -JHsWflrok