Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 16 (16.11.1926)
- Date
- 1926-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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Diese Stellen heben allen Zweifel darüber, wer unter dem Fremden (ger) zu verstehen sei. Für denjenigen, der ohne vorgefaßte Meinung an die Thora herangeht und sie ohne Vorurteile zu verstehen sucht und nach chrem einfachen Wortlaut auslegt, kann mit dem Fremden nur der Nichtjude gemeint sein. Mag man immerhin die Stelle 3. B. M. 13,18 „du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst," auf den Älaubensgenossen beziehen, die zweite Stelle (3. B. M. 19>34) kann gar n"rcht anders denn auf den Fremdling bezogen werden, dem gegenüber ebenfalls gilt: „liebe deinen Nächsten wie dich selbst/? Wie viele —- Juden und Nichtjuden — gibt es, die nicht wissen, daß die allgemein« Nächstenliebe ein alttestamentliches Gebot ist, daß also — wenn wir uns so ausdrücken dürfen — der Gott Israels keinen Unterschied zwischen Mensch und Mensch macht und darum unmöglich ein Nationalgott sein kann? Bon einem Nat.onalgott kann kaum behauptet werden, daß er die Fremdlinge liebt, wie es von Gott heißt (5. B. M.' 10, 18, Lucher: „und hat die Fremdlinge lieb") und daran schließt sich der Vers (19): ,charum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben, denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen im Aegypterland." Dies gebietet derselbe Gott von dem »orher (14> gesagt ist: „siehe, Himmel und aller Himmel Himmel und Eide und alles, was darinnen 'ist, das ist des Herrn, deines Gottes." Alle Liebespflichten, welche die Thora vorschreibt, alle Veranstaltungen der Menschenliebe, an denen das alte Testament so reich ist und die das Borbiü» für die Einrichtungen Bericht de- Israelitischen Fürsorgeamtes über den Monat Oktober. Das Israelitische Fürsorgeamt hat im Monat Oktober unter Mitwirkung der angeschloffenen Wohlfahrtsverrine folgende Tätigkeit entfaltet: Laufende Unterstützungen an 36 Familien und Einzelpersonen.M 1487.55 Einmalige Unterstützungen.. 515 65 AnstaltSfürsorge.„ 596.35 Gesundheitsfürsorge.. 59.65 Wintersürsorge.* 390.70 Durchreisende.„ 246.50 Darlehen. 200.— An 20 Erwachsene und 10 Kinder wurden insgesamt 38 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An m o n a t l i ch e n Spenden erhielt das Fürsorgeamt Mk. 100.— von Herrn Dr. Otto Einstein, Herrn Julius Essinger. Herrn Albert Flegenheimer, Herrn Friedr. Fuchs.Herrn Dr.F. Rosenfeld, Herrn Jakob Stern, Herren Tiefenthal m Halle, Herrn Felix Wolff; an einmaligen Spenden Mk. 180.— von den Herren: E. durch Herrn Artur Esstnger für Wintersürsorge, Louis Hirsch anläßlich seines Geschäftöjubiläums, I. Schmidt, Werfmershalde anl. der Geburt seiner Enkelin, Ludwig Strauß, Dillmannstr., ferner eine Zuwendung des Jsr. Landesasyl- und Unterstützungsvereins in Höhe von Mk. 210.—. Äsraelit. Fürsorgeamt, Stuttgart, Hospitalstr. 36, Fernspr. 21979, Abteilung Arbeitsnachweis Sprechstunde täglich von 10—12 Uhr vormittags Stellungssuchende: I. Kau smännische Angestellte, männlich 1. Buchhalter und Verkäufer, 26 Jahre alt 2. Korrespondent u. Lagerist, auch Reisender, 21 I. a. 3. 2 Lageristen, 36 und 20 Jahre alt 4. Stadtceisender, 40 Jahre alt 5. Reisender oder Lagerist, 20 Jahre alt 6. 4 Kaufleute, 3 18 u. 1 27 Jahre alt 7. Kaufmännischer Lehrling, 15 Jahre alt. II. Kaufmännische Angestellte, weiblich 8. 4 Kontoristinnen, 32, 27, 24 und 19 Jahre alt 9. 3 Stenotypistinnen, eine 18 und zwei 22 Jahre alt leine übernimmt auch stundenweise Arbeit.) 10. Verkäuferin, 55 Jahre alt, übernimmt auch jede andere Arbeit III. Handwerker. 11. 2 Mechaniker. 2l und 30 Jahre alt 12. Revolvcrdreher, 19 Jahre alt 13. 2 Schuhmacher, 38 und 25 Jahre alt 14. Modellschreiner, 20 Jahre alt 15. Schreiner, evtl. Hilfsarbeiter, 30 Jahre alt 16. | Metalldrücker. 21 Jahre alt 17 Maschinenschlofftr, 18 Jahre alt 18. Tapezier. 32 Jahre alt IV. Hausangestellte. 19. 4 Stützen, 41, 28, zwei 24 Jahre alt 20. Haustochter, 18 Jahre alt 21. HauSbeamtin, die bereits in einem Jsr. Krankenhaus gearbeitet hat, 20 Jahre alt 22. Kinderfräulein, 19 Jahre alt 23. Kindermädchen. 22 Jahre alt { 24. Mädchen, 18 Jahre alt, in Hausarbeiten und im Kochen bewandert, sucht Stelle als Stütze oder zu Kindern. 25. Mädchen. 20 Jahre alt, im Nähen und in Hausarbeiten bewandert, will kochen lernen. Äi. Mädchen, 16 Jahre alt, sucht Lehrstelle im Nähen V. Hilfsarbeiter. 27. «i Hilfsarbeiter, 53. 31, 41, 24, 21 und 20 I. a. Freie Bflhne Stuttgart - Dienstag, 23. Nov. 1026, abends l*/i Uhr, im Feiitaale des Handelshofet( 20.Jahresfeier Fr.Th.Vischer-Abend Am Vortragstische: Staatsschauspieler Fritl Wlstttll Eintrittskarten »,K 4.N-LM y. Stahl, Posktr.fl, Lacke, Kfoigsfr. 53,Weise, FBrste—4|. «.Abcatk. I