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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1926-11-01 · 15 (1.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
15 (1.11.1926)
Date
1926-11-01
Page
[Seite] (sequence 22)
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— 344 — dein Psychologe ist. Das wichtigste Material für die psychologisch« Erfassung Oppenheimers sind aber seine Selbstzeugnisse. Elwenspoeks Bild wäre schärfer ausgefallen, wenn er sich mehr auf diese Selbstbekundungen eingelassen als auf die boshaften Verzerrungen seiner Gegner. Eineunvoreingenommene Ce'chichtsschreibung muß eben von der Tatsache ausgehen, daß aus der Akten und Zeugenaussagen un zweifelhaft nachgewiesen werden kann, daß Oppenheimer nichts ohne Wissen und ausdrücklichen Befehl seines Herzogs unternommen hat und daß keiner seiner Vorschläge ohne Zustim mung der verfassungsmäßigen Deputationen durchgeführt worden ist. Mit diesen Tatsachen stimmt das Urteil überein, das der Herzog selbst in einem Handschreiben an Hoskanzler Schesser vom 21. Oktober 1736 über seinen Finanzrat abgegeben: „Es ist mir herzlich layd, daß des Süsen Senti ments christlich, die mehrsten von meinen Räthen aber passionirt, interessirt und jüdisch scyn" (S- 83). Tatsächlich hat die Nachprüfung der angeblichen Münzvergehen Oppenheimers ergeben, daß er nichts zu seinen Gunsten unterschlagen hat (S. 150). Kein geringerer als Professor Johann Harpprecht aus Tübingen, der allein unter seinen Richtern gegen seine Verurteilung gestimmt hat, hat offen bekannt, daß Oppenheimer aus Grund der bestehenden Gesetze des deutschen Reiches und des Landes Württemberg nicht zum Tode ver urteilt werden durfte (S. 152). Sogar der Herzog Administrator Carl Rudolph, der nach langem Zögern am 25. Januar 1738 das Todesurteil unterschrieb, mußte gestehen: „Das ist ein seltenes Ereignis, daß ein Jud für Christenschelmcn die Zech« bezahlt" (S. 158). Ter Prozeß ist also eine widerliche Komödie gewesen, die Hinrichtung ein bewußter Justizmord. Oppenheimers Bekenntnis: „Ich habe bei alle» meinen Taten nichts als die Wohlfahrt des Vater landes zu fördern gesucht" (S. 162) ist keine leere Redensart gewesen. Elwenspoek stellt fest, daß Oppenheimer-„in allen seinen Geschäften, die das öffentliche Wohl berührten, absolut reell" ge wesen, daß „er seinen Vorteil dem der herzoglichen Schatulle gern untergeordnet hat" (S. 53). Tic oft gescholtene Einführung der gestempelten Spielkarten und des Stempelpapiers geht nicht aus ihn zurück; noch weniger hat er einen Vorteil aus beiden Steuermaßnahmen gezogen (S. 54). Seine Einstellung zur Religion kennzeichnet ihn als sittliche Persönlichkeit. Er selbst bezeichnet sich als einen „Volontär aller Religionen, der zwar ein geborener Jude sei, aber die Religion eines anständigen Menschen habe" (S- 82). Für Oppenheimers Charakter zeugt auch sein unbeirrbarer Entschluß, als Jude zu sterben und die Begründung dieses Entschlusses: „Seine Religion zu ändern, ist eine Sache für einen freien Menschen, aber einem Gefangenen steht das übel an" (S. 149). Was er gegen Recht und Gesetz gesündigt hat, das hat er überschwer HEILBRONN Wilhelm Köppenhöfer Möbelfabrik Frankfurter Str. 73 Künstlerische u. fachmännische Arbeit CARL WOLF HEILBRONN a. N f pezIal-Geschäft Auto ladtierf billig Spezial* Ladderwerksiaiie W. BREITEN BACH TckrtM ism x muMnte 12 rasa Hotel Kronprinz I. hauptbahnhol Besser G. Fischer Telefon nr. 262 Hotel für reisende Kaufleute Zentralholzung / Qarage Elegante Pelze vom teuersten Edelfell bis zum billigsten Besatzartikel. Reparaturen. Umfinderungen prompt und billig. Pelz-Spezialgeschäft Hans Wittling er, Kürschnermeister fiubere Rosen bergstrabe 1 Telephon 770 Ia. Klöppelspitzen Reste, wunderbare Dessins 20 m Mit. 2.60, __ 11. Stückware 20 m Mk. 3.60, :_ Filetkissensprüche, Ecken, _= Hemden, Untertaillen, Hosenpassen je 80 Ptg. Unzählige Nachbestellungen. O. Baltin, Wlnnaaler 114 (Pfalz). 532353235353482323232353

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