Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 5 (1.6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
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Anfang. Berlin, 1925, Verlag Lambert Schneider. In Pappband Mark 4—, in Ganzpergament Mark 10.—. Ein Talmudlehrer weiß zu erzählen, daß Gott mit den Gerechten strenger ins Gericht geht als mit den Frevlern. An eine Schöpfung anerkannter bewährter Meister treten wir mit höheren Erwartungen heran als an ein Werk der Kleinen. Und wenn gar die Meister sich an das Höchste wagen, dann muß das Urteil umso strenger sein. Das gilt im Bollsinn des Wortes von der neuen Bibelübersetzung, die Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig unternommen, deren erster Band: das B uch „Im Anfang", vorliegt. Wie soll die Bibel übersetzt werden? Es gibt drei Wege: Der eine will dem literarischen Genießer das fremdsprachliche Werk erschließen. Der Uebersetzer verlegt den Osten nach dem Westen, verpflanzt den Orient in das Abendland. Er legt seinem Werke den Mantel der eigenen Sprache um, sodaß es gleichsam verkleidet austritt. Die Bibel erscheint im deutschen Kleidchen, modern frisiert und herausgeputzt. Vielleicht daß ein paar altertümlich« Redensarten und Satzformen eingestreut werden! — tatsächlich aber bedeutet diese Uebersetzung eint Maskierung der Bibel. Deshalb ist dieser erste Weg abzulehnen. Auf dem zweiten Wege sucht der Uebersetzer das Original nachzuahmen, es in Reim und Ryth» mus nachzubilden, nicht umzudeuten, sondern umzudenken, nicht einzudeutschen, sondern, um ein Wort Rosenzweigs anzüwenden, umzufremdm. Für diesen zweiten Weg der Uebersetzung gibt es aber feste Grenzen. Es ist unmöglich, ein romanisches Werk zu germanisieren, ein orientalisches in einer abendländischen Sprache wiederzugeben. Der Sprachkünstler wich allerdings hier mancherlei technisch leisten können — aber Sprachen haben eigene Seelen und Seelen haben ein Eigenleben, das in einer fremden Sprache nicht zu fassen ist. Auch denkgesetzlich sind morgenländische Sprachen denen des Westens innerlich fremd, ,ihr Bilderschatz und ihre Gedankengleichungen sind von einander so weit entfernt wie der Osten vom Westen. Wer die Bibelsprache in ihrem gedanklichen Aufbau in ihrer Eigenprägung, in ihrer Musikalität und Bildhaftigkeit kennt, empfindet, wß es eine Eindeutschung der Bibel nicht geben kann. Die Wucht der Urdichtung, das Pachos ihres Stils, der Priesterschritt ihrer Rythmik bleibt unnachahmlich. Der Versuch, Tonfall, Rhthmus und Bill» der Bibel in der Sprache des Westens wiederzugeben, ist dazu verurteilt, in Spielerei auszuarten. Der dritte Weg der Uebersetzung ist die Uebertragung. Der Ueberscher erkennt die Unmöglichkeit die Urdichtung umzudichten. Er läßt ihren Geist auf sich einwirken, versenkt sich in chre Tiefen und gibt ihren Nachllang im Gefüge der eigenen Sprache wieder. Er ringt mit der Annäherung an das Urwerk, bis im Rythmus der eigenen Sprache der Urklang der Bibel mitschvingt, bis CANNSTATT 8°- WilliElmlTlDSEr,- Cannstatt Telefon 276 :: Könlgstraße 41 empfiehlt ihre eigenen FairHale Spazierstöcke / Stockschirme Reparaturen 06" "00 Wolfgang N enmayer Tapezier ne nekeraie ar, Tnrnutr. 3 TeL *03 KlalMnSbel In Stoff nnd Leder Dekoration » r* i i i i i Apparate und BedarfsartikEl empfiehlt preiswert Dinkelacker & Cie, Cannstatt KBeigstreBe 40 Sämtliche Photoarbeiten werden schnell und pünktlich erledigt Sämtliche Malerarbeiten fuhrt aus G. KRESS, Seelbcrgstralje 16 Telefon 725 160