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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1926-06-01 · 5 (1.6.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
5 (1.6.1926)
Date
1926-06-01
Page
[Seite] (sequence 6)
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es so, als ob der Rabbinatssitz überhaupt nach Nordstetten verlegt werden sollte. Bon größeren Unfällen blieb die Gemeinde im allgemeinen verschont. Nur einmal zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, haben bei einem großen Brande zahlreiche israelit. Bürger ihr Leben lassen müssen. Di: Leichen kamen außerhalb des Friedhofs in ein besonderes gemeinsames Grab, dessen Denkmal am Eingang des Friedhofes heute noch der Nachwelt Kunde gibt von „dem Brande, den der Herr gezündet." Rabbiner Gabriel Adler hatte damals die ganze Gemeinde zur reumütigen Buße aufgerufen, die alle willig auf sich nahmen. Man bestrebte sich, die religiösen Vorschriften strengstens zu erfüllen. Man sorgte dafür, daß die Schechita gewissenhaft ausgeführt wurde, daß das ritualmäßige Bad stets in Ordnung gehalten (heute noch besteht das weithin sichtbare Häuschen mit seinem Türmchen), und daß die Jugend religiös erzogen wurde. Durch fromme Jahrtagsstiftungen haben sich viele Gemeinde-Mitglieder unsterblich gemacht. Unter den öl Stiftungen, die auf den Tafeln in der Synagoge verzeichnet sind, befindet sich auch die des Ortspfarrers Ginter, der bei seinem Ableben auch seine jüd. Mitbürger im Dorfe mildtätig bedacht bat, ein schönes Zeichen von Toleranz und werktätiger Nächstenliebe, wie man es selten sinder. Die Nordstetier Juden baben allerlei .Handwerke ausgeübt. Metzger bat cs sogar mehrere gegeben: Samuel Frank, Mayer Dampf und Abraham Ochs; auch jüdisch: Gasthäuser mären ain Platze, in denen viel geselliges Leben herrschte. Hesttc lastet Todesstille über Gemeinde, Schule und Synagoge. Nur vier Familien und 2 Witwen leben noch in der einst blühenden Gemeinde, die Träger der einst weitverzweigten Familiennamen Auerbacher, Weil, Levi, Rothschild und Gidion. Letzterer, Jakob Gidion, ein Sohn des ehemaligen gelehrten Borbeters Samuel Gidion, sitzt schon viele Jahre im Gemcindcral und hat sich durch Beschäftigung der Ortsbevölkerung in seiner Zigarren-Jndustrie viele Verdienste erworben. Auch Leo Rothschild, der frühere Mazzenbäcker, dessen Fabrikate weithin ausgeführt wuicken, ist eine bekannte Persönlichkeit geworden. Er hat, solange noch Gottesdienst in der Synagoge stattstnden konnte, durch seinen verständnisvollen Gesang die Gemeinde erbaut. Bis zuletzt lag die Verwaltung der Gemeinde in seinen Händenx^ Won den Sehenswürdigkeften des Ortes sei schließlich noch das Elternhaus Auerbachs genannt. Es erhebt sich heute noch unverändert mitten im Dorfe, der Wirtschaft zum Ritter gegenüber, in einem vom Fahrweg einspringenden Winkel. Ein wohlgehaltenes Vorgärtchen grenzt das bescheidene einstöckige, vierfenstrige Gebäude von der Hauptstraße ab. Bis zum 25. Todestage Berthold Auerbachs war dieses Haus bloß mft einer Familienanzeigen. STUTTGART KÜNZELSAU oooooooooooooooc Julius Wissmann Obersektei&r Klärle Wissmann geb. Kall STUTTGAR1 Trauung SCHW. HALL (Hotel Lamm) 3. Juni 1926 (nicht am 2. Juni) Vereinsanzeigen. Jsr.Landrs-Asylu. Unterstützungs-Verein für Württemberg E. V. Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am Sonntag, den 6. Juni 1926 vormittags 1 2 11 Uhr in dem Altersheim in Sontheim statt. Tagesordnung: 1. Entgegennahme des Verwaltungs- und Kassenberichts 2. Entlastung des Vorsitzenden, Ausschusses und Kassiers 3. Verschiedenes. Der Ausschuß. Wilhelm Knöller, Möbelfabrik % Verkaufsräume: Silbcrburgstr. 159 / Fabrikationsräume: Augustcnstr. 22/24 Werkstätten für den gesamten Innenausbau Vorhln|e, Dekorationen, Möbelstoffe „Punkt-Roller“ gegen Korpulenz entfernt Fettansatz an Jeder gewaaMliten Stelle Samtl. Artikel zur Wndienbetl-, Kinderu. Krankenpflege Paul Henger, Stuttgart,

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