Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 4 (16.5.1926)
- Date
- 1926-05-16
- Page
- [Seite] (sequence 8)
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— 74 — nfe der polizeilichen Meldung verbunden sei. Auch sonst ' haben die RrligionSgesellschaften da« Recht, die polizeiliche Meldung weiter für ihre Eteuerzwecke und für die Feststellung anderer gesetzlicher Reckte und Pflichten, zum Beispiel de« Kirchenwahlrecht«, in Anspruch zu nehmen. Darnach hängen von der Angabe der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft bei der polizeilichen Meldung in weitem Umfange mittelbar und unmittelbar Rechte und Pflichten ab. Stuttgart. Berthold-Auerbach-Verein. Am 13. April 1926 sprach Tr. I. Hommel über die »Jüdische Emanzipation." Er ging davon au«, daß unter Emanzipation nicht eine Segenerscheinung zum Antisemitismus zu verstehen sei (Judenfeindschast hat e« feit jeher, also schon vor der DiaSpora. gegeben); daß eine Frage der Emanzipation aufgetäucht, datiert vielmehr erst seit dem Siege der Lehre von Nicäa. nach der die Juden nicht einen Menschen, sondern Gott gekreuzigt hätten. Auf die Emanzipation, im eigentlichen Sinne, die mit dem Ende de« 18. Jahrhundert« beginnt, übergehend, unterschied der Redner eine bürgerliche Emanzipation, die zur gesetzlichen Gleichstellung der Juden mit den anderen Bekenntniflen führte; sodann eine gesellschaftliche Emanzipation, die noch nicht durckgeführt ist, endlich eine religiöse Emanzipation. Der Redner legte hier die verschiedenen Phasen und Richtungen dar, die ausgehend von der Emanzipationo- - bewegung auf außerreligiöfem Gebiete, auch eine zeit- I und teilweise Umgestaltung auf innerjüdischem-rrligiösem Gebiet veranlaßten. Der Vortrag, der verdienten Beifall fand, gab einen interessanten Aufschluß über die Auffassung des Redners von der Emanzipation. Am 20. April 1926 hielt Rabbiner Dr. Bamberger einen Vortrag über »Das Rechtsprechen im jüdischen Staat." Er schilderte zunächst die Rechtsquellen und die allgemeinen Grundlagen, auf denen die jüdische Rechtsprechung beruhte (Vergehen gegen da« Recht gleich Vergehen gegen Gott; Reckt gleich Gottessatzung; Trennung zwischen Straf- und Zivilrecht; in diesem wiederum Güteverfahren; kein Versäumnisverfahren usw.) Sodann behandelte der Redner die Organisation der jüdischen Gerichte (Obergericht Sanhedrin mit 71, Mittelgericht mit 23, Untergericht mit 3 Richtern) und ihre Zuständigkeit, die zur Ausübung des Richteramts notwendige Vorbildung (abgesehen von Rechtskunde. Kenntnisse in Medizin, Astronomie, Sprachwissenschaft) und. die Form der Amt«- verleihung (Autorisation — Emicho); weiter den Aufgabekrei« der Gerichte (neben Rechtsprechung auch politische, disziplinäre, bau- und gesundheitspolizeiliche, also Verwaltungsausgaben , endlich da« Beweismittelsystem (nur Zeugen, keine Urkunden und dergl., und zwar zwei einwandfreie; eine strafrechtliche Verurteilung konnte nur erfolgen, wenn außerdem der Täter vor der Tat verwarnt worden war). Der Vortrag, dem sich eine kurze Aussprache über Strafarten und Zu HutuMnkkuren / leinadier fflrsdiqoelle weltberühmt, rein natürlich, die Perle der natürlichen Mineralwasser Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands beliebtester und verbreitetster Sprudel DilzenbadterSänerling radioaktive Mineralquelle ImnauerApollofprudel seit Jahrzehnten in den Tübinger Kliniken Anerkannt vorzügliche Mittel gegen i Grippe, Katarrhe, Nierenleiden In allen einschlägigen Geschäften erhältlich — Verlangen Sie Prospekte und befragen Sie den Hausarzt ÖÖa* fflööfl Generalrerirehmg für Württemberg: ADOLF RÄU STUTTGART, Forststr. 131 i 6CTHA A ü HERMANN STUTTGART >tefcr&EiL»tr. 59 Ia. Kloppelspitzen Reste, wunderbare Pmlnn SO m Mk. ZOO, II. Stückware 20 w Mk. 3.60, Filetklaaenaprflcbe, Ecken, Hemden, Untertaillen, Hosen passen Je 80 Pfg. Unzlhl. Nachbestellungen. O. BoNm. Winnweiler IM (Ptnla).