Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 2 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4904101-5441798-5442906--0450-4904488- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
t-»»! **■ uw*' ■ IIIRI 36 — Planken, welche.die Brücke über den Abgrund tragen. Die andere ist die Gemeinschaft des Blut es: keiner darf vergessen, daß er Sohn seiner Eltern arid Vater von Kindern ist, daß ihm bei jedem Schritt, den er tut, die Vergangenheit über die Schulter und die Zukunft ins Angesicht blickt, daß er ihnen mit seinem Leben verantwortlich» daß er ihnen Antwort schuldig ist in all seinem Tun! Ich komme, zu der wohl am stärksten unter uns vertretenen Gruppe derer, denen das Juden tum der Glaube, das Bekenntnis, die Religion ist, an der sie festhalten. Ihnen ist zu sagen: würde mit dieser Religion alles so stimmen, wie es sollte, jo könnten wir gerne auf das Lehrhaus verzichten. Aber lebt denn diese Religion wirklich? Ist es nicht vielmehr so, daß viele, sehr viele unter uns von den Grundlagen und vom Wesen ihres Judentums nur sehr oberflächliche Begriffe haben? Religion ist entwÄer in uns lebendig d. h. wir sind so von ihr durchdrungen, daß sie unser gan zes Tun beherrscht, oder sie verdient den Namen nicht. So igroß aber auch die Zahl derer * ist, die ihr Judentüm als ein Glaubensbekenntnis bezeichnen, so klein-ist dagegen das Häuflein jener, die in Wahrheit von sich sagen können, die Reli gion des Judentums sei in ihnen lebendig. Am leichtesten noch könnte diese kleine Sonder gruppe das Lehrhaus entbehren, aber gerade ihr wird es trotzdem willkommen sein, und ihre Mit arbeit ist uns unentbehrlich, denn zum einen: wo sollten wir sonst die Lehrenden hernehmen? und zum andern: das Lehrhaus soll und muß ein Boden sein, auf dem alle jüdischen Gruppen zu gemeinsamer Arbeit sich sinden. In all den^vselen anderen aber, darüber sind wir uns wohl nnig, muß das Judentum als Religion wieder lebendig werden, soll es nicht zum leeren Wort ohne Sinn verblassen! Wenn das Nachdenken dieser Gedankengänge und künftighin der Einfluß des Lehrhauses manchen von uns, der sich bisher für einen Staatsbürger jüdischen Glaubens hielt, zu der Ueberzeugung bringt, daß er in Wahrheit ein Staatsbürger jüdischen Unglaubens war, dann wird ihm die Notwendigkeit des Wiederauflebens der Lehre in einem ganz neuen Sinn aufgehen, und er wird einsehen, wie sehr ihm das Lehrhaus eigenstes, gan; per sönliches Bedürfnis ist. - Legen wir uns jetzt erneut die Frage vor, was es d enn ist, was alle hier Versammelten vom nationaldeutschen zum nationaljüdischen Juden, vom Weltbürger zum strengst Gesetzestreuen als Gemeinsames mit einander verbindet, so ergibt sich das Bild eines Judentums, das weder als bloßes Glaubensbekenntnis, noch als bloßes Volkstum, noch als ein Gespenst von beiden, als „traditionsgcbun hene Schicksalsgemeinschaft" Bestand hat, iondern diese Wesensseiten alle in sich vereinigt. Für den einen mag es mehr dies sein, für den anderen mehr das; was mehr, was weniger, ist uns hier, c uf dem Boden des Lehrhauses, gleichgiltig. Hier soll jede Ueberzeugung geachtet und keinerlei Bekehrungsversuch gemacht werden. Hier soll es einzig und allein daraus ankommen, daß eine Grundlage geschaffen werde, auf der wir alle, Juden, denen ihre Zeit, und die sich selber nicht mehr genügen, in gemeinsamer und verbrüdernder Arbeit uns vereinigen können! Die ganze Familie, Bater, Mutter, Töchter u. Söhne werden großen Nutzen ziehe« aus der Belehr»«,sschrift, nach 30jähr„ prakt. Fachtätigkeitzusammengestellt.überHaar-u.Haarbodenpflegö „8»» der Ged«rtdiSt»»Alter",dieaufVerlangen ‘ kostenil. vers. wncd vom l. Württ-Haarbehandlungsinstitut, Ztlcfan 23512 @g. schneideret Sohn, St»tt,«rt, Gymnafiumstr. 21 A/I relkfan 23512 Ber«t»»GSst»»de« und Mikroskopische H«,r«,tersuch>ug, Lehaudl«», »«d Berkouf »,n 10—12 »«d 8—8 Uhr, S,»st«, ««»»terdroche» »,« S--6 Uhr. S»««t»,S ,«schlöffe». Schreibmaschinen- Reparaturen prompt u. billig A. HILDWEIN Weimar-straße Nr. 39 Tel. 11657 HiiiiiiiiiininiiiiiiiHiniHiiiiiiiiiitHiiiiitiniiiiiifiii Spe zlcslreparcsturstelle tat Akkumulatoren Autolichtanlagen Läget in Batterien u. elektrischer Ausrüstung PROBST A KURZ Tdcfoa NrJMM -MM MM- Kr»»nrfr«tc 4J Oescbäftshilfe Herwig m. I»tt Watt»«— Rotehlhlitr. 41 (gclca. ItlcMhUnKnaAuauBl) SteMerMoheM Telepbee 9663 Vertrln T4el»«e»t» Sobrifteltze jeder Ar« Carl Rieker RömerslraBe 51 S. A. 714 69 Anfertigung sämtl. feiner Polstermöbel und Dekorationen Unoleum* und Tapezierarbeiten Damplwasdi«Hnstalt Hans Köder Traubemfr 1. u. Gartensir. 41, Tel. SA. 28* 37 Nass-, Trocken- und Mang-Wäsche nach Craidti (Mindcstgcmicht 30 Pfand, besondere Behsndlang) Schrankfertige Wische feinste Stärkwäsche / Vorhänge spannen