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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1925-03-15 · 12 (15.3.1925) · p. Seite 313

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
12 (15.3.1925)
Date
1925-03-15
Page
Seite 313 (sequence 43)
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— 313 die Sonne in das Zimmer, und alle wußten: der himmlische Richter hatte dem Loten verziehen. — Weshalb bet Rabbi zu spät am Abend de« BetsShm»ng«tage« 1« da« «otteshaus kam. ES war am Borabend deS Versöhnungstages' In ernster Andacht stand die Gemeinde, harrend der Versöhnung, im BethanS. Noch aber war der Rabbi nicht im GotteShause. Er hatte zwar befohlen, daß man beim Beten niemals auf ihn warten sollte. Heute aber wagte man doch nicht ohne den Rabbi das Gebet zu beginnen. Wollte man doch seine Fürbitte iu der heiligsten Stunde des Jahres nicht missen. Erzählte man doch von der geheimnisvollen Kraft seines Geistes. Längst waren die Sterne am Himmel sichtbar, und der Rabbi war noch nicht bei seiner wartenden Gemeinde. Schließlich begann man ohne ihn Kol Nidre leise zu beten. Als das Gebet zum dritten. Male mit stürmischer Leidenschaft durch daS Heiligtum tönte, erschien der Rabbi, und alle merkten ihm an, daß eine stille Freude in ihm lebte. Nach dem Gottesdienste fragten seine Getreuen, weshalb er so spät zum Beten gekommen war. Und der Rabbi erzählte: »Ich war auf dem Wege zum GotteShause. Da hörte ich ein Kind weinen. Ich fühlte, daß ich nicht beten konnte, solange das Kind weinte. Ich trat in das HauS ein und fand daS weinende Kind. Die Mutter war beten gegangen und hatte das Kind allein gelassen. Da habe ich mit dem Kind gesungen, getanzt und gespielt, bis es müde war. Ich legte das Kind inS Bett und wartete, bis es schlief. Dann bin ich schnell in das Gotteshaus gelaufen. Gott erbarmt sich ja am Versöhnungstage über alle seine Geschöpfe. Ich hätte nicht beten können, wenn ich mich nickt des weinenden Kindes erbarmt hätte." Die heilige Sünde. Ein armer einfältiger Jude, der mit seinem Weibe aus Portugal geflüchtet war, um seinen Glauben offen zu bekennen, war nach Safet gekommen, wo damals der heilige Ari, Rabbi Isaak Luria, lebte und lehrte. Einst predigte der große Rabbi von dem Lechem Happonim, dem Brote des Antlitzes, das man im Heiligtume zu Jerusalem Sabbath für Sabbath darzubringen pflegte. Der Jude-kam tiefbetrübt zu seinem Weib nach Haus. Es tat ihm wehe, daß der liebe Gott das heilige Brot entbehren sollte. So sprach er denn zu seiner Frau: " -- ' — Scheit & Zimmer 3>«k. Malermeister Schlußstriche 5?2> - fernfpr.?3$3 Malerei flnstrich : Schriften Lackierungen ■ Stuttgarter Lackier - Werkstätte Notz&Steinle Kofflbergstraße 9a - Telefon 22266 * Spczialwerkjdätte für Autolachterungen oon cinfachilcr bis feituter Aufführung Vf j?rr' m-Imp® | MATHIAS SCHÄFER | Cier~ -£ Import — Groß- und Kldnhandlung | STUTTGART, HauptstHtterstr. 31 TotefOn 1840/40 putzt alle Wände u Tapeten wie neu. Brblltllcli It 4«a Drofrtu I BBRTHOLD ELBERT, cfaemUcbc Pabrlk, KAISERSLAUTERN A

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