Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1925-03-15 · 12 (15.3.1925) · p. Seite 304

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
12 (15.3.1925)
Date
1925-03-15
Page
Seite 304 (sequence 34)
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4904101-5441785-5442896--0394-4904414
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

geborgen. Das tröstete die Mutter, machte sie trotz allem glücklich. Auf ihrem stets so gütigen Antlitze aber lag fortan ein Zug von Resignation. Das merkte aber kaum einer, am wenigsten Salomon. DieEheSalomons gestaltete sich überaus sonnig. Als gar ein Mädelchen geboren wurde, war er selig. Da wurde Klein-Else krank, schwer krank. JhrZustand schien hoffnungslos. Derverzweifelnde Vater wich nicht vom Krankenlager des Kindes. Tr sah es. leiden, die Kräfte schwinden. Seine Frau war unermüdlich um die Kranke bemüht. Woher das schwache Weib nur die Kraft nahm. Lag und Nacht, wochenlang der anstrengenden Pflege ju obliegen? Er bat sie. sich zu schonen; vergeblich. Sie mußte doch zusammenbrechen. Aber Selma brach nicht zusammen. Ihr erstanden ungeahnte Kräfte. Salomon glaubte, ein stVuuder zu erleben. Die Unermüdliche vermochte hoch, ihn zu trösten, ihm Mut zuzusprechen. Es lebte in ihr ein unversiegbarer Quell, aus dem sie schöpfte. Und das kaum mehr Erhoffte geschah. Es kam tm Tag, an dem Elschen in einen ruhigen Schlaf verfiel, und der Arzt erklärte: sie sei gerettet. Salomon wollte aufjubeln, da blickte er auf sein Weib, das mit gefalteten Händen verklärten Angesichts betend dastand. Plötzlich fühlte er sich wie erleuchtet, wußte er, was daS schwache Weib in all den Sorgetagen aufrecht gehalten hatte: Mutterliebe. Und solche Liebe war auch ihm geworden. Hatte er es je gedankt? Hatte er je die Allgewalt der Mutterliebe verstanden bis auf den heutigen Tag? Er nahte sich seiner Frau, küßte ihr die Hand, und, sie sanft umschlungen haltend, führte er sie ins Nebenzimmer, wo seine Mutter weilte. Dort sank er vor der alten Frau auf die Knie. „Mutter, Mutter," stammelte er, „ich danke dir für alles, was du mir liebes getan, ein ganzes Leben lang. Ich war blind, mein Weib hat mich sehend gemacht. Jetzt weiß ich, was Mutterliebe ist, das große Gnadengeschenk Gottes, das herrlichste auf Erden." Die beiden Frauen schauten sich lächelnd an. Sie verstanden sich. Wann hätten sich Mütter in ihrer Liebe nicht verstanden? Aus der jüdische» Sage«- «. Märchenwelt. 10. Di« seltsam« Hochzeit. Vor Zeiten hatte jeder Gutsherr in Polen die gleiche Gewalt wie ein Kaiser. Er tat auf seinem Grund und Boden, was er wollte. Damals wohnte ein jüdischer Pächter in einem Dorfe, der dem r? I Otto Wennberg, Juwelier I Stjftstraße 67, Stuttgart Stiftstraße 67, j Silberne Ausstattungen j Gelegenheitsgeschenke » moderne Drucksachen! FÜR PRIVATE, KONTOR UND BEHÖRDEN I GUSTAV CHRISTMANN j INHABER: EBERHARD SIGEL j TÜBINGERSTRASSE 29 - FERNSPRECHER 636 \ ß.Sftunz, Stuttgart Deutfehes Haus :: Tübingerstr. 15 I Konfektion feinler Pelzwaren I Spezialgeschäft für Bilder u. Spiegel Einrahmungen aller Art R. Pohl, Inhaber: H. Paqug HnptltitttfitriB« 74 Spcziilkius IOr kunstgmrtlitfic Beleuchtungskörper Werkstätten f.Seidene Lampenschirme u. Drahtgestelle Albert Leo, Stuttgart, Urbanstr. 59 Telefon 9707 tJCans <fflinMler feine Herrenschneiderei Stuttgart, Seidenstraße 2" I FRANK-SEIDEN | 1 Seidenstoffe - Bänder - Samte i 1 GEBRÜDER FRANK! 1 Königstr. 56 STUTTGART Telefon 1275 ff Drogen Sanitätsbazar Photohaus litaktr: Rptkckir ft. Prasskr, UiQntU« - FrMrttstnssi 13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.