Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- I (1924-1925)
- Issue
- 12 (15.3.1925)
- Date
- 1925-03-15
- Page
- Seite 303 (sequence 33)
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die schönsten Märchen. Seine Mutti war nur für ihn da, gehörte ihm ganz allein. Da» war eine selbstverständliche Sache. Wer ander« dachte, verstand nicht« davon, nicht einmal Vati, der überhaupt manchmal so sonderbare Ansichten hatte. Der kleine Salomon war später ein aufgeweckter Schuljunge. Er lernte gut, aber manchmal ließ ihn doch seine Weisheit im Stich. Da fragte er Mutti, die wußte immer Bescheid. E« konnte auch gar nicht ander« sein. Mutti war doch Mutti, seine Mutti, die Helferin in jeder Notlage, der rettende Eügel, wenn väterliche Prügel drohten ob zerrissener Hosen, oder Verwarnungen de« Lehrer« ob eme« recht tollen Streiche«. Mutti war dann seine Vertraute, da er älter wurde. Ihr beichtete er, ihr schwärmte er vor. Und sie hörte ihn geduldig an, immer geduldig. Er fand die« ganz natürlich, denn es war ja alle« so furchtbar interessant, was er zu erzählen hatte. Salomon wuchs heran, hatte Freunde, Freundinnen. Nun gab e« Geheimnisse, auch vor Muttern. Selbstverständlich, den alten Leuten fehlt ja da« Verständnis für da«, was die Jugend will. Und die Jugend hat immer recht, wer wollte da« bestreiten. Und doch kamen Stunden, wo Salomon nicht ein noch au« wußte. Da wandte er sich gewohnheitsgemäß an die Mutter, und sonderbar, immer wußte sie Rat, fand sie einen Ausweg au« noch so verwickelten Lagen, war sie hilfsbereit, und verstand zu helfen. Viel Aufhebens machte fie nicht davon, und auch Salomon tat es nicht — da« war der Mutter gegenüber auch nicht nötig. Auch Liebeskummer blieb dem armen Salomon nicht erspart. Wa« wäre da au» ihm geworden ohne die Mutter! Wie sie, verstand niemand zu trösten, Schmerzen zu lindern, neuen Mut und Selbstvertrauen einzuslößen. Salomon entfremdete sich aber doch mit der Zeit dem Elternhause. Die Freunde nahmen in ganz in Anspruch. Jugend gehört nun mal'zur Jugend, für die Eltern heißt e« da zurüchustehen, mit Brosamen der Liebe sich zu begnügen, schweigend zu verzichten. Wenn Salomon fie brauchte, war Mutti doch immer da. So kam die Zeit, da die manigfachen Schwärmereien ein Ende nahmen, und eine ernstliche Liebe sein Herz erfüllte. Selma mußte sein werden, sie und keine andere. Er fand eine Fürsprecherin in der Mutter, die de« Vater« anfänglichen Widerstand besiegte. Die Heirat desISohneS ist für die Mutter ein freudig — schmerzliches Ereignis. Eine andere hat fortan größeren Anspruch auf das geliebte Kind — das ist nicht leicht zu überwinden. Eine rechte Mutter duldet schweigend. Salomon merkte nichts von der Mutter Weh, er sah nur, daß seine Wahl ihren Beifall fand. Selma war ein liebes, braves Mädchen, da« sie gerne zur Tochter nahm. S ie wußte ihren Jungen ADOLF PTING Gegründet 1868 O.m.kH. Gegründet 1868 STUTTGART Fernsprecher 20851 / 52 - Wolframstr. 32 Sammelladungsverkenr, Lager, Fuhrpark Spezialdienst nach England via fVlissingen-London X KOI^LEH x r In ernten Merken Stahl & Liebermann tatet »arg—chlft Alter Pottpetz Bettwäsche Leibwäsche Klnderwüsche rwflsche Wolldecken teppdecken J. MIMOViKY * Feine Herren- Maß-Schneiderei Großes Lager in engl. Stoffen * TÜ BIN GER STR. 17A*- Telefon 8. A. Kr. 7187» tl. Sdimid uorm. Stammbadi Kgl. Hoflieferant Stuttgart Kanzlei-Str. 8B Teppiche, Möbelfloße, Ti/chdecken Dekorations- und Wandfpannflöße Gardinen Künfller-Vorhänge Reife- und Autodecken Orient-Teppiche / Linoleum