Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- I (1924-1925)
- Issue
- 11 (15.2.1925)
- Date
- 1925-02-15
- Page
- Seite 247 (sequence 21)
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— 247 — Jetzt reckt der Sprecher sich auf. Hat er den Alltäglichen an ihren Mäuerchen gerüttelt, so winkt er nun denen, die bereit find zur Erhebung. Das heißt, er winkt nur in sehr übertragenem Sinne; ein Appell, eine Überredung kommt nicht über seine Lippen. Er spricht lediglich von dem Weg, den er meint. Spricht davon, die Welt ganz zu überschauen, so tief in ihrer Ganzheit, biin das Geheimnis hinein. Noch eine letzte Verwahrung: niemand erwarte von ihm Entschleierung von Mysterien — dies ist ja ein so beliebtes Mißverstehen des Begriffes Geheimnis! Diese kleinen Geheimniffe, die aus ihren Erscheinungsformen „erforscht" und damit „entschleiert" werden können, haben nichts gemein mit dem einen Geheimnis, das sein Tiefes in dem Augenblick offenbart, da es als das Unfaßliche durch und durch erkannt wird. Dem Menschen in der Enge seines Auffaffungsvermögens schwindet nun der gewohnte Boden unter den Füßen. Sein Fuß sucht Halt, er baut Notstege, konstruiert Sicherungen verschiedener Art. Doch sie dauern nicht vor dem Chaos. Der Sprechende, deffen Gesten nicht wiederzugeben sind, bedeutet jetzt durch sie, daß für das, was er nun begrifflich machen sollte, das adäguate Wort fehlt. Der Mensch steht vor dem Chaos, ergriffen von ungeheurer Angst. Ausweichen hat versagt — also: durch! Wirf dich hinein mit deinem ganzen Wesen und du durchstößest es. Und dann weicht die Angst jenem andern: der „Furcht Gottes." Diese Furcht Gottes hat sich der Mensch, um sie zu besitzen, in freier Wahl erwerben müffen; dieses einzige Mal war der Mensch frei von Gott. Jetzt hat er sich zu ihm gefunden. Er nimmt Gott „fürchtig" hin, wie er ist. Das ist mehr, als Gott von vornherein als allgütig zu postulieren und hernach angesichts von Leid und Unvollkommenheit außer Faffung zu geraten. Steht nun der Mensch in dieser Art zu Gott, ist er der Art fromm, so gewinnt er lebendige Beziehung zu allem und jedem. Alles ist gleich verschmolzen mit dem göttlichen Du. Nicht mehr braucht der Mensch Gott jenseits der Welt zu suchen, er findet ihn in den Dingen und im Leben, er dient ihm in der Ekstase wie im Alltag, nunmehr „All-Tag". Das ist die Religion als WirUichkeit, und leben heißt sie bewähren. Dann wirst du deinen Nächsten lieben als dich selbst, und tbirst Gott und sein Geschaffene- „im Geist und in der Wahrheit anbeten." Der, der so weit geführt hat, ist zu voll der Gesichte, um nicht auch den kommenden Dingen seinen Geist zuzuwenden. Wer der Vergöttlichung des Einzelmenschen so durchaus lebt und so glühend verkündet — sollte der solche Wandlung württembergische Möbelfabriken SCHILDKNECHT & Cie. A.-G. STUTTGART KR1EGSBERGSTR. 42 NÄHE HAUPTBAHNHOF unterhalten iip ihrem eigenen AuttkUungigebäude eine ständige sehenswerk MUSTERSCHAU oon '100 fertig eingerichteten Wohnräamen Geöffnet täglich 8-18 Uhr and 8-6 Uhr GROSS & Cie. Schirmfabrik Reinsburgstr. 40 * EINZEL-ABGABE Friedrich Kranich Friedhofstr. 33 Stuttgart Friedhofstr. 33 Straßdanfimälar Lmil Viöierrch>Pragfrisbhof Blumengeschäft«. Fttekhofgärtuerei WeShofstr. 39 - Telef. Y.-8. zs$9H »«pfiehlt flch für «llpflammtg vo» OrabstStt»» Mtf btm Israel, pragfrievhef Dadio-Frank Rotabflhletr. 59 - Farnopi*. 7819 das Fadigesdian der Radiobrandie liefert nur Qualitätsware Versand nach auswlrta PnUHito varfaacral LihlmrMrMchUraDf I