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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1925-01-15 · 10 (15.1.1925) · p. Seite 223

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
10 (15.1.1925)
Date
1925-01-15
Page
Seite 223 (sequence 33)
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— 223 — für einen Anderen zum Verderben werden konnte. Kurz, eineschönen TagS riß er ihr den Schleier mit jähem Griff vom Haupte. Gin Schrei von Beider Lippen I Der Jüngling schaute mit Entsetzen, daß die geliebte Frau, von Gotte- Fluch gezeichnet, einen Tierkopf hatte. So sehr er sie liebte, er schied von ihr, denn ein Grauen vor ihr schauderte durch seine Seele. Er kehrte ganz verstört in die Heimatstadt zurück, ließ seine Habe, seinen Siegelring, sein Gebetkleid, sein Gebetbuch der Frau, die enicht mehr wagte, an den trotz alledem geliebten Mann auch nur zu schreiben. Sie gebar einen Sohn, der an Schönheit und Weisheit ganz dem Vater glich. Während alle Menschen vor ihrem Anblick jäh zurückgeschaudert, liebte er die Mutter so, wie sie war. Und sie war glücklich mit ihrem Kinde. De» Kinde- Liebe aber wirkte dagrenzenlose Wunder, daß ihre Züge sich milderten, daß ihre» Haupte- Haut der Menschenart sich näherte, daß ihre wilden Augen milden mütterlichen Glanz erhielten. Die Andern wußten aber nichtvon dieser Wandlung, denn sie ging immer noch wie einstmals dicht verschleiert. So ward ihr Kind, von ihrem Vater wohl belehrt, von ihr selber klug erzogen, zu einem Jüngling, dessen Wort wie Gotte-wei-heit war. , cMößel -W in einfacher u. reicher Ausführung zu billigen Preisen «§. CicRRorn, Stuttgart Telephon-Nummer 25680 - Sfelnttraße 3 KORBMÖBEL GRÖSSTES SPEZIALGESCHÄFT Q.MflyER ho%ll. jt AUSSTATTUNG frinerVILLEN HOTELS ABT. SCMULSTR.2 STUTTGART-«» < Das Haus für Kinderkleidung > i Bausch & riagel > < STUTTGART > < Das Haus für Kinderkleidung > Büchsenstrasse Nr. 14 Fernsprecher Nr. 22314 Nur ein Gedanke quälte ihn. Es währte lange, bier die Frage vor der Mutter wagte: „Lebt mein Vater noch?" ' Sie hatte diese Frage längst erwartet, gab ihm de» Vater- Siegelring, Gebetkleid und Gebetbuch und nannte ihm den Ort, au» dem sein Vater stammte, und wo er, von allem Volk geehrt, al- Richter'waltete. Der Richter saß, umgeben von den Dienern, im Stadttor und hielt Gericht. Da trat — die Zeit de- Beten» war schon längst vorüber — in da- Gebetkleid feierlich gehüllt, mit dem Gebet-' buch in der Hand, ein Jüngling vor den Richter. „Wer bist du", sprach der Richter, „der da- Gebetkleid, danur an heiligem Ort zu tragen' sich geziemt, hier öffentlich entweiht?" „Ich bin . der Sohn de- Manne-, dem dieser Ring am Finger hier gehört, dem die- Gebelkleid und die» Buch zu eigen ist." Der Richter stand von seinem Stuhle auf, zitternd totenblaß — keine Frage, der Jüngling war sein Kind. „Und waverlangst du von dem Manne, dessen Sohn du bist?" „Mein Recht und meiner Mutter Recht." Der Richter drauf: „Du kommst zur rechten Stunde, Du mahnst mich nicht ohne Grund. Ich gestehe vor allem Volke, daß ich schwer gesündigt habe." Darauf verließ er seinen Sitz und sprach zum C. Hörnle’s Nactikolger Clfblidi & Zloczonxr Gier-Großhandlung Stuttgart €bcrhardftra|< 4b - fcrnfpreditr S.-B.24538u.24539 Färberei Lipp Chemische Waschanstalt , Stuttgart Seldenstr. 55/57 Fernsprecher 22169 cjVtw- Unverbindliche Besichtigung melnerVerkaufs raume . gestattet. i derlkoniöfbAufMssag« ml) BELEUCHTUNGSKÖRPER m

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