Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- I (1924-1925)
- Issue
- 10 (15.1.1925)
- Date
- 1925-01-15
- Page
- Seite 204 (sequence 14)
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einen Hinweis auf die christliche Propaganda erkennen zu dürfen. Das ist schon deshalb unmöglich, da die zureisenden Juden aus Aegypten und Syrien stammen, zwei Provinzen, in denen eS damals überhaupt noch keine christliche Bewegung gegeben hat. Die „Weltpest" ist vielmehr der brutale Bruderkrieg zwischen Griechen und Juden, der unter Kaiser Gajus 38 ausgebrochen, ungezählte Opfer gefordert und noch nicht beendet war. Zahlreiche Dokumente, die von dieser gehäsfigen Feindschaft erzählen, sind gerade in den letzten Jahrzehnten entdeckt worden. Man lese über sie E. von Dobschütz, Jews and Antisemits in ancient Alexandria (in American Journal of Theology, 1904), U. Wilcken Zum alexandrinischen Antisemitismus (Sächs. Gesellschaft der Wissenschaften 1909) und Leo Fuchs Die Juden Aegyptens (Wien 1924) nach und wird nicht mehr zweifeln, daß des Kaisers Brief von diesen blutigen Exzessen spricht. Geschichtliches zum Eintritt der Israeliten Württembergin das deutsche Kulturleben. Es ist bekannt, daß das Mittelalter des Juden viel länger als das seiner christlichen Umgebung gedauert hat. Da endlich der Druck wich, erfolgte auch der Eintritt.des Juden in das europäische Kulturleben.'.Der den Judm so entehrende Schacherhandel mit der ihn nicht minder entehrenden Sprache des Hausierers ward aufgegeben, und der Jude wandte sich neuen Berufsatten, wie dem Kaufmannsstande oder dem Gewerbe, in einzelnen Fällen auch dem Ackerbau und wissenschaftlichen Berufen zu. Zählte mqn doch 1845 urkundlich allein in Jebenhausen bei Göppingen 70 jüdische Handwerker. Auch im KausmannSstande hatte es mancher wie in Freudenthal auch in Laupheim zum Hofsaktor gebracht. Woher die Befähigung dazu gekommen? Hier stehen wir vor einem Geheimnis der Kulturgeschichte. Es war der glühende Lerneifer, der die Inden stets beseelt hatte. Die ausschließliche Beschäftigung mit dem jüdischen Schttsttum, aufgezwungen durch Absperrung und Druck des Mittelalters, war zum Segen geworden. Die Einseitigkeit hatte auch ihre Stärke. Sie erzeugte Geistesfrische, geistige Beweglichkeit, rasches Erfassen des Neuen. Dies mußte die Erlernung der Landessprache wie die von Kunst und Gewerbe ungemein erleichtern. Woher sonst hätten, um nur ein Beispiel anzuführen, Finanzgenies wie die KaullaS in dieser Zeit die Befähigung genommen, die Verproviantierung ganzer Armeen wie der kaiserlich österr. Armee in den Kämpfen mit Frankreich zu besorgen und ein Bankhaus zu begründen, das zum allgemeinen raue 8 lUiJIlimilll IUI I111111/l///<///////m///Ul H/HliNilWAttL BCCH*EN*TRr fKmiwni445 Ernst Clappier-Bildhauer Werksftätte für Grabmal-Kunst Femspr. 1947 Pragfriedhof Friedhofstr. 25 gegenüber dem israelitischen Friedhof ^Willy Q)eetjen 'Gelefon <S.-5l. C//___/ ßbeiRardstrafie 25406 (Stuttgart 20 Q)amenput) und Konfektion tVäschesächereien Damenwäsche Taschentücher Einstichen HERMANN BELSER Maschine ns ticher ei gegr. 1876 Eberhardstraße 65 nur im I. Stoch STOFFE werden | zur Verarbeitung i angenommen. MÖBEL in großer Auswahl für jeden Stand liefert unter günstigen Zahlungsbedingungen und billigsten Preisen Möbelfabrik Zink Stuttgart Senefelderstraße 68 B