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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1924-11-15 · 8 (15.11.1924) · p. Seite 131

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
8 (15.11.1924)
Date
1924-11-15
Page
Seite 131 (sequence 15)
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3. August die Reichswehr?! Sollte kein Rabbiner fich gerne bereit gefunden haben, für jüdische gefallene zu sprechen, namentlich unter solchen, die damals — in schwerer Zeit für- Vaterland! — ihre Soldaten zu soldatischen Tugenden, Mut und Tapferkeit, für Ehre und den Beistand des Vaterlandes angespornt haben?! Ich fühle mich also — was wohl bereits genügend verständlich ist, aber nochmals betont sein soll — nicht vom Standpunkt der jüdischen Konfession angegriffen und verletzt — denn ich bin Ehrist und Johanniter mit völlig andersartigen religiösen Anschauungen, — aber wohl von dem als Kamerad und Vorgesetzter jüdischer Männer, die uns in Kriegszeit getreu zur Seite gestanden haben!" Am Sonntag, den 26. Oktober 1921, fand im Gemeindehause die Mitgliederversammlung des Württembergischen Landesverbandes für israelitische Wohlfahrtspflege (L. I. W.) e. V. statt. Sie war von zwölf Vertretern des Lande- und fünfzehn Stuttgartern besucht, die insgesamt 24 Landesorganisationen vertraten. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Artur Esstnger erstattete die Geschäftsführerin des Verbandes den Tätigkeitsbericht, der einen tiefen Einblick in die überaus rege Tätigkeit des Verbandes gewährte nnd zugleich besten Unentbehrlichkeit bewies. Durch die Unterbringung des Verbands im Gemeinde- Hause und durch die Uebernahme seiner Berwaltungskosten hat stch das Stuttgarter Borsteheramt ein bleibendes Verdienst um die Erhaltung der wichtigen Organisation erworben. Die Mitglieder des Borsteheramtes Artur Esstnger, Dr. Lepman. Rabbiner Dr. Rieger und Sanitätsrat Dr. Weil hatten s. z. vorläufig die Weiterführung des Verbandes übernommen. Seine Tätigkeit im letzten Jahre bestand vorerst in her Wirtschasts- und Ernährungsfürsorge für die Hilfsbedürftigen im Lande, für die mit Hilfe der amerikanischen, holländischen, tschechischen, wiener und vor allem der schweizer Glaubensbrüder großzügig gesorgt werden konnte. Der L.J.W. war aber außerdem mit Erfolg für die Gewährung von Reichszuschüffen an die jüdischen Anstalten der Wohlfahrtspflege tätig. Er hat nach der neuen Verordnung des Reiches .über die Fürsorgepflicht" die Bewilligung öffentlicher Mittel für jüdische Einrichtungen beantragt und erhalten. Für die entsprechende Vertretung der jüdischen Wohlfahrtspflege in der Landesfürsorgebehörde wurde Sorge getragen. Ueberaus ersprießlich war die Tätigkeit des Verbandes bei der Unterbringung von Ruhrkindern und von Wiener Kindern. Besonders erfreulich war die in diesem Jahr zum ersten Male unternommene Fürsorge für Kleinkinder. Die Teilnahme an den Sitzungen der Jugendgericht-Hilfe gehörte 'zu den regelmäßigen Aufgaben des L.J.W. Die Geschäftsführerin schloß den Bericht mit einer Darstellung der Zukunftsarbeiten des Verbandes, in die sie auch die Wanderarmenfürsorge einbeziehen wollte. An den Bericht schloß fich eine lebhafte Aussprache, in der vor allem eine regere finanzielle Förderung des Verband«- durch das Land gefordert wurde. Uebrr die Zentralisierung der Wanderarmenfürsorge wurden wertvolle Gedanken geäußert. Eine Bortragsagitation über den LH.W. wurde angeregt. In den Wohlfahrtsrat wurden hierauf aus Stuttgart Dr. Otto Einstein, Artur Esstnger, Leopold Kahn. Frau Kops. Leopold Levi, Lehrer Meyer, Rabbiner Dr. Rieger, Sanitätsrat Dr. Weil und auS dem Lande Lehrer Adler-Cannstatt, Max Dreifuß - Ludwigsburg, Frau Henle- Heilbronn. Moses Herz-Hall. Rabbiner Dr. Kahn«Mergentheim, Jakob Leoi-Hechingen, Gustav Mayer - Gmünd, Rabbiner Dr. Schweizer - Horb, Oberlehrer Spatz-Rexingen, Lehrer Sttaßburger - Baisingen, Rabbiner Dr. Sttaßburger-Ulm, Rabbiner Dr. Tänzer- Göppingen gewählt. Zur Kooptt'erung werden für Stuttgart Hermann Simon, Eduard Weil und Stephan Sttauß vorgeschlagen. Der hierauf vorgetragene Finanzbericht schließt mit einem Ueberschuß von M. 1536,06 ab. Der Erttag der Thoraspenden war für die Zeit vom 1. 30.8. 24. in Stuttgart M. 599,72, im Lande M. 231,70. In der fich anschließenden Sitzung des neuen Wohlfahrtsrates wurden A. Esstnger zum 1. Vorsitzenden, Rabbiner Dr.Rieger zum 2.Vorfitzenden, Adler-Cannstatt zum Schriftführer, Sanitätsrat Dr. Weil, Rabbiner Dr. Sttaßburger, Rabbiner Dr. Schweizer. Rabbiner Dr. Tänzer, Mayer - Gmünd und Dreifuß-Ludwig-burg zu Mitgliedern des Vorstandes gewählt. Der Vorstand hat Fräulein Hilde Levi zur Sekretärin de» Verbandbestimmt. Unter reger Anteilnahme der Religionslehrer des Landes hielt der «Verein der israelitischen Lehrer und Vorsänger in Württemberg" am 2. November eine Mitgliederversammlung ab, in der alS Einführung in da- Verbandslhema «daS Arbeitsprinzip im Religionsunterricht" Oberlehrer Rothschild- Eßlingen einen aufschlußreichen Vorttag über.das ArbeitSprinzip selbst hielt. Die Aussprache, an der fich fast alle Anwesenden beteiligten, war sehr anregend. Der «Landesverband der südischen Jugendvereine Württemberg-" vereinigte seineGetteuen am 9. November zu einer Mitgliederversammlung, die X Louis Tliier & Cie.X Haoptkontor: Lladenitr. 25, Fernsprecher 23432/33 — Laferkootor: LndwlistraBe 35a, Fernsprecher 5832 a.frflnd.t 1865 liefern in nur erstklassiges Qualitäten: Anthracitnusskohlen — Ruhr. Kohlscheider und engl. Wales — Bnhr-Anthracit-Elfermbrikets II Braunkohlenbrlkets „(Jnion“ Bnkr-Breehkeks, Körnung I und II, II Stuttgarter daskoks zu Gaswerks-Preisen .. .. Körnung III für Ofenheizung || Hoi«, zweijährig, gut bod*n, gesägt «.gespalten ■Ir empfehlen dringend bnldiga Eindeohnng and albhern beste Bedienung an.

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