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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1924-11-15 · 8 (15.11.1924) · p. Seite 128

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
8 (15.11.1924)
Date
1924-11-15
Page
Seite 128 (sequence 12)
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Die kgl. ung. Kurie annullierte das zweitgerichtliche Urteil und ließ die Entscheidung der ersten Instanz in voller Geltung. Aus der Begründung des Urteils der ung. Kurie ist folgender Abschnitt auch für deutsche Verhältnisse wichtig. „Zwischen den beiden unteren Gerichten ist in der Hinsicht kein Widerspruch, daß im gegebenen Fall die Aufreizung gegen eine Klaffe oder Nationalität ausgeschlossen erscheint. Die kgl. ung. Kurie hält es zwecks Bereinigung der Begriff e nicht für überflüssig zu erklären, daß sie sich auch ihrerseits dieser Auffassung anschließt, da im Sinne unserer Rechtsregeln die ungarische Judenschaft weder eine eigene Nationalität, noch eine besondere gesellschaftliche Klaffe bildet. Mit Rücksicht darauf nämlich, daß der XLIV. Gesetzartikel von 1868, welcher über die Gleichberechtigung der Staatsbürger verschiedener Nationalitäten bestimmt, die Verschiedenheit der Nationalitäten auf die Muttersprache basiert hat, sind unter „eigene Nationalität" auf Grund der gemeinsamen Muttersprache zusammengehörige, auf dieser Grundlage auf ihre geschichtliche Vergangenheit rückblickende und an ihrer Muttersprache festhaltende Volksstämme zu verstehen. Nun «her verwendet dieJudenschaft stets die in seinemJn ^ereffenkreis lebenden Sprachen und spricht überhaupt nicht eine solche eigene Sprache, die aussch fteßlich die Muttersprache der Judenschaft sein würde. Diese Basis des zu Nationalitätenunterscheidungen dienenden Kennzeichens fehlt also der Judenschast. Es gibt wohl auch eine hebräische Sprache, welche im Altertum, als die Juden noch einen Staat oder zumindestens eine zusammengehörige, politisch umgrenzte eigene Volksgemeinschaft gebildet haben, die Muttersprache der Juden gewesen ist, jedoch wurde diese Sprache nach erfolgter Zerstreuung der Judenschast in alle Weltteile auf immer engere Kreise gedrängt. In Ungarn wird sie geradezu seit Jahrhunderten ausschließlich nur bei rituellen Gelegenheiten verwendet, und wie es allgemein bekannt ist, versteht die überwiegende Anzahl der ungarischen Juden sie überhaupt nicht mehr, geschweige denn, daß sie sich ihrer gar bedienen würde; zurzeit kann sie im bürgerlichen Leben ganz und gar nicht in Verwendung stehen. Wir können also die hebräische Sprache nicht als die Muttersprache der Judenschaft qualifizieren, welche die Eignung besäße, die Juden zur eigenen Nationalität zu verschmelzen; demzufolge kann heute in Ungarn aus juridischem Standpunkte von jüdischer Nationalität keine Rede sein. Auch Kriterien einer gesellschaftlichen Klaffe kann man der Judenschaft füglich nicht beimeflen. Im Gegenteil, die Juden erfüllen innerhalb fast aller Gesellschaftsklaffen Lebensberufe und Ernst Clappier-Bildhauer QmiliNEfimDa 4MHUIM nTtf&ailUli BCCmENtTK/ ze* FERN IWF1144S Werkstätte für Brabmal-Kunst Fernspr. 1947 Pragfriedfiof Friedhofstr. 25 B®9*nüb«r dem Isrqpitischen Friedhof Durdisdireibbiidier für alle Zwecke und. Branchen SOdd. Durchschreibbücher-Fabrik Telef. 20324 - FEUX WOLFF - Eberhardstr.28 C. Ruef, Stuttgart, Poststr. 7 Spezialgeschäft für Liebhaberkünste 'empfiehlt feine Holzwaren für Tarsomalerei und Kerbschnitt MÖBEL in großer Auswahl für jeden Stand liefert unter günstigen Zahlungsbedingungen und billigsten Preisen Möbelfabrik Zink Stuttgart Senefelderstraße 68 B

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