Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- I (1924-1925)
- Issue
- 8 (15.11.1924)
- Date
- 1924-11-15
- Page
- Seite 127 (sequence 11)
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127 — tumS für ihr Werk zu wünschen ist. Auch die schwäbischen Juden, die im Gefühl ihrer langen Ansäßigkeit fürsolche Bestrebungen immerJntereffe gehabt haben, werden dabei nicht zurückstehen. Ha«» Lach, Stattgart-Berlin. Zur Abwehr. Deutsche Christen über „den zersetzenden Einfluß" des Judentums. „Kreuzzett ung" vom 29.Septbr. 1918: „TS hat sich im Judentum doch soviel positiv Gutes und Anerkennenswertes entwickelt, daß die Behauptung, der jüdische Einfluß auf unser Volksleben sei zersetzend, sich nicht ohne Einschränkung aufrechterhalten läßt. Staatstreue Gesinnung, geschäftliche Solidität, religiöser Ernst, positive Leistungen in Kunst und Wissenschaft lassen sich den Juden im allgemeinen nicht absprechen." Friedrich Nietzsche: „Ich habe an zuständiger Stelle den Vorschlag gemacht, ein sorgfältiges Verzeichnis der Gelehrten. Künstler, Schriftsteller und Virtuosen Deutschlands von ganz oder halbjüdischer Abstammung herzustellen. DaS gäbe einen Beitrag zur Geschichte der deutschen Kultur, vor allem zur Kritik derselben." Theodor Fontane: „Jchhabeeinsehenmüffen, daß uns aller Fortschritt und feinere Kultur, wenigstens hier in Berlin, vorwiegend durch die reiche Judenschast vermittelt wird." v. Oppeln-Bronikowski: „Ich frage mich manchmal, wohin viele deutsche Künstler, Dichter und Schriftsteller wohl gekommen wären, wenn wir im Bürgertum kein geistig hochinteresfiertes Judentum hätten." Wilhelm Schäfer („Der deutsche Gott"): „Die Wahrheit ist die, daß die deutschen Juden sichtbar geholfen haben, den Lebensboden der Bildung überhaupt wieder zu lockern. Ohne sie hätten wir anfangs des zwanzigsten Jahrhundertkaum noch von einem geistigen Leben in Deutschland sprechen können." „Deutsche Tageszeitung" vom 1. Juli 1911 (über das Weick deS Juden Gundolf „Shakespeare und der deutsche Geist"): „Ein reiner geschichtlicher Geist weht durch das! Ganze, eine tiefe demütige Ehrfurcht vor allem Großen und Schönen, ein seltener Adel der Gestnnung, Aristokratie der Seele und des Verstandes." Karl Busse: „Wer liest denn unsere Bücher, wer geht in die Kunstausstellung, wer füllt die Theater? Juden. Aber nicht oder nicht nur, weil sie Geld haben, sondern weil sie von Natur auS einen ungeheuren Respett vor jeder geistigen und schöpferischen Kraft besitzen, der dem Preußentum fehlt." - Sine prinzipielle Entscheidung. Die ungarische Staatsanwaltschaft hat vor einigen Monaten gegen den Journalisten Lehel KLvär wegen Aufreizung die Anklage erhoben. Das erstgerichtliche Urteil lautete auf eist Jahr Gefängnis, während die kgl. ung. Tafel einen Freispruch fällte mit der Mottvierung, daß der inkriminierte Artikel die Judenschast nicht als Religionsgemeinschaft, Gesellschaftsklasse oder Nationalität behandelt hat, sondern als Raffe, daS Strafgesetzbuch aber kennt keine gegen „die Raffe" § «richtete Aufreizung. So gelangte die Angelteneit vor die kgl. ung. Kurie, die den Fall in ihrer am 23. September abaehaltenen öffentlichen Sitzung zur Verhandlung stellte. Carl Müller, Stuttgart Fernspr. 2462 - S»-A. 70238 Hausuhren _ Hausuhrwerke Gediegene kOnsllerische Gehäuse Wundervoll melodischer Schlägl * ' '||h|||IHIIIIIIIIIII|||I>I||' Besichtigung erbeten 1 ♦ * nitbewahrtes llhPEn-Spezial»Geschäft Reparaturen Werden gewissenhaft unter Garantie preiswert ausgeführt Spitzenftaus Tiefenttfal 8c kfalle, «öalgstr. 49 Spitzen aller fiel, echt und imitiert vs Spitzen-Stores - Gardinen Stickereien — Grapen — Schleier 88 Vett- und Tischdecken Glasen - Rletder 88 über-Dort,Sage Elegante Damenwäsche