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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1924-10-15 · 7 (15.10.1924) · p. Seite 104

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
7 (15.10.1924)
Date
1924-10-15
Page
Seite 104 (sequence 4)
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Die Unterklaffe übernahm nach Rödelsheimer Jakob Levi aus Mühlen, der Dater des Reichstagsabgeordneten Levi. Im Februar 1861 verließ Levi den Schuldienst, wurde Kaufmann und war als Fabrikant in Hechin^en tätig. An seine Stelle trat Lazarus Bernheim aus Laupheim, der hier fünf Jahre als Unterlehrer wirkte. Da keine jüdischen Lehrer vorhanden waren, wurden von da an drei christliche Lehrer in der Unterklaffe angestellt, die gleichzeitig den Organisten-! dienst in der Synagoge versahen: Georg Fröhlich,! Löhle und Abele. Nach Löwenthals Pensionierung wurde Rödelsheimer hier definitiv angestellt. Er wirkte.bis 1881. In diesem Jahre wurde die Schule wieder einklassig. Bis zum 1. Oktober 1882 war Max Neckarsulmer aus Rexingen Amtsverweser. Damals übernahm der ebenfalls aus Rexingen gebürtige Baruch Straßburger, der bis dahin in Buttenhausen Lehrer gewesen war, die Leitung der Schule, die noch 82 Schüler zählte. Er ist der Berfaffer des „Memorier- und Gesangbuches für israelitische Schulen (1884)" und der „Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten (1885)". Bis 1887 versah er 3'/- Jahre den Rabbinatsdienst. Seine Tätigkeit fand 1905 ihre äußere Anerkennung durch die Gewährung der Verdienstmedaille des Kronenordens, der höchsten Auszeichnung für Volksschullehrer. Er trat 1906 in den Ruhestand. Aber schon am 1. September 1901 übernahm sein Schwiegersohn, der derzeitige Stelleninhaber, die Leitung der Schule. Damals wurde die Schule von 37 Kindern besucht. Heute ist die Schülerzahl unter zehn gesunken, so daß die Schule ein Opfer des „Abbaus" werden mußte. Seitdem wird sie als Prioatschule weitergeführt. Es muß dabei rühmend hervorgehoben werden, daß die Gemeinde geschloffen für die Erhaltung der Schule eingetreten ist und nichts unversucht gelaffen hat, den Fortbestand der Schule zu sichern. Oberlehrer Marx-Buchau. Einladung zur Mitgliederversammlung des Württ. Landesverbandes f. Isr. Wohlfahrtspflege L.J.W. am Sonntag, den 2«. Okt. 1924, nach«. 2 Uhr im Gemeindehaus, Hospilalstr. 36 * Tagesordnung: >. Wahl des Wohlfahrtsrates. 2. Tätigkeitsbericht. 3. Kassenbericht. 4. Anträge. Jeder Verein hat bis zu 106 Mitgliedern, jede Gemeinde bis zu 100 Steuerzählern eine Stimme, bis zu 300 (2); bis zu 600 (3); bis zu 1000(4); bis zu 1500 (5); über l.r>00 (6). Die Delegierten werden gebeten. Legitimationen ihrer Organisationen zur Versammlung mitzubringen. Der Vorstand: i.A.: Arthur Essinger. Das Kriegerdenkmal auf dem Israelitische» Pragfriedhos. Nach langen und eingehenden Vorberatungen ist unter Führung der hiesigen Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten ein Denkmalsausschuß für die Errichtung eines würdigen Kriegerdenkmals auf dem israelitischen Teil des Pragfriedhofs zusammengetreten, der sich für einen von den Architekten Regierungsbaumeistern Bloch und Guggenheimer eingereichten Entwurf entschieden hat. Die Gesamtkoften der bescheidenen, aber stimmungsvollen Anlage werden sich auf etwa Mk. 12000 belaufen. Die Kameraden des Frontbundes haben es in vorbildlicher Weise übernommen, den Mitgliedern der Gemeinde Sammellisten für die Einzeichnung ihrer Beiträge für die Errichtung des Denkmals vorzuleben. Es ist zu erwarten, daß alle Gemeindemltglieder freudig die Ehrenpflicht erfüllen werden, durch ihre Beiträge unseren Helden die ihnen gebührende Ehrung zu verschaffen. Sollte, was zu erhoffen ist. die Sammlung einen Ueberschuß ergeben, so wird er zur Erhaltung der Anlage und ihres gärtnerischen Schmuckes Verwendung finden. Bei der lebhaften Anteilnahme der gesamten Gemeinde an dem zu schaffenden Ehrendenkmal darf der nachfolgende dankenswerte Bericht der Architekten über die Grundidee des Entwurfes auf das besondere Jntereffe aller Gemeindegenoffen rechnen: Während des'Weltkrieges wurde auf dem israelitischen Teil des Stuttgarter Pragfriedhofs ein Ehrenfeld angelegt, das als Ehrenfriedhof für die gefallenen Söhne der Gemeinde bestimmt war. Nur eine kleine Anzahl der Gefallenen konnte in heimatlicher Erde bestattet werden, die meisten ruhen in ftemdem Lande. — Der jüd. Front- Ablösung der Neujahrsglückwünsche durch eiue Liebesgabe! Einen Beitrag zur Begründung einer Darlehenskasse der israelitische» Gemeinde Stuttgart haben Frau Binswanger, Geschwister Bodenheimer, Karl Ellenberg, Frau Hermine Elsas Witwe., Cannstatt, Ludwig Ebstein, Hirschstraße 6, Ludwig Epstein, Forststraße, Erau Emrl Eßlinger, Frau D. A. Gutmann, Ferdinand aas, Adolf Herz, Werastraße, 66, LouiS Hirsch, Ministerialrat Dr. O. Hirsch, Theo C. Hirsch, Hermann Kramer, Simon Krautkopf. H. L„ Liese Levi, Seestr. 49, Joseph Levi. Hölderlinstr. 31s, Moses Lichtenberger, Fritz Neuburger, Max Osterberg, Sandor Reichner, Stadtrabbiner Dr. Rieger, Marga und Leni Rothschild, Joseph Schwarzschild. Salomo Strauß, Cannstatt, L.W. gespendet. Wir danken den hochherzigen Gebern aufrichtig und herzlich. Es find bisher M. 297.— eingegangen. Helfe jeder, das begonnene Liebeswerk fördern! Weitere Gaben für die Darlehenskasse nehmen dankbar entgegen. DaS Fiirfvrgramt der isr. Gemeinde, Hospitalstr. 36, Fra« D. A. Gntmen«, Kasernenstr. 15, Lvnis Hirsch. Kasernenstr. 13, Stadtrnddiner Dr. Rieger., Charlottenstr. 13, Jvseph Schmarzschild, Hohenstaufenstr. 9.

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