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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1924-09-15 · 6 (15.9.1924) · p. Seite 86

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
6 (15.9.1924)
Date
1924-09-15
Page
Seite 86 (sequence 6)
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7 86 Sitzung des Vorstandes und des Wohlfahrtsausschusses des Wurttbg. Landesverbandes für isr. Wohlfahrtspflege (L. 2. W.) e. V. (Schluß,. Am Nachmittag der Berliner Tagung sprach Dr. Segall über „die Organisierung der jüdischen Wohlfahrtspflege". Die erheblichen Zuschüsse, welchedie jüdische Wohlfahrtspflege im lehren Jahre durch das Reich, durch die Länder und durch die aus- und inländischen Verbände erhalten hat, sind ihrer Zusammenfassung und Vertretung durch die ZentralwohlfahrKstelle der deutschen Juden zu danken. Oertliche Zentralen fehlen leider aber noch jetzt an vielen Stellen. Außerdem mangelt der unerläßliche enge Zusammenhang zwischen Landesverbänden und örtlichen Zentralen einerseits und den Landesverbänden und der Zentralstelle andererseits. Auf Anregung der Zentralstelle wurden zwei Fachverbände begründet, der Fachverband der Jugendwohlfahrtspflege, und der Bund jüdischer Kranken- und Pflegeanstalten. Vertreter beider Fachverbände sollen in der Zentralwohlfahrtsstelle, in den Landesverbänden und örtlichen Zentralen Mitarbeiten. Durch diese innere Geschloflenheit wird die Einheitlichkeit der Wohlfahrtsarbeit sicher gestellt. Dr. Segalls Referat hat gerade für Württemberg besondere Bedeutung, da hier die Zusammenarbeit der Religionsgemeinden und der Wohlfahrtsvereine noch viel zu wünschen übrig läßt. Nur in Stuttgart ist bisher durch das Fürsorgeamt dieser Zusammenschluß praktisch zum Segen der Gesamtheit durchgeführt. Der Austausch der Erfahrungen und die gegenseitige Entlastung und Unterstützung sind die unmittelbaren Erfolge dieser Zusammenarbeit. Ueber Finanzierungsfragen sprach Dr. Frank vom Frankfurter Wohlfahrtsamt. Da die jüdische Wohlfahrtspflege vom Auslande von jetzt an keine Unterstützung mehr erwarten darf, ist sie nunmehr auf sich selbst angewiesen. Sie! ist darum zu äußerster Sparsamkeit verpflichtet,! zu restloser Ausnützung und Inanspruchnahme! der öffentlichen Mittel, zu strenger Jnnehaltung ihres Voranschlages und zur Anstellung geschulter Kräfte, welche die Sparmaßnahmen sichern und zugleich die rechte Verwendung der vorhandenen Mittel gewährleisten. Zur Mittelbeschaffung ist! eine umfassende Sammelaktion unerläßlich. Die Zentralwohlfahrtsstelle muß besonders für die Einrichtung und Erhaltung solcher Anstalten einj treten, die überlokalen Charakter haben wie : Taubstummen- und Blindenanstalten, Heilstätten für Lungen- und Geisteskranke.! In einem Referate über das Verhältnis der! Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden zu den ausländischen Hilfsorganisationen berichtete Alfred Berger-Berlin im Anschluß an Dr. Franks Vorschläge, daß die im August wieder in Karlsbad statlfindende jüdische Welthilfskonferenz versuchen wird, den Zusammenschluß aller Gemeinden der Erde in dem SmnH herbeizuführen, daß sie sich bereit erklären, einen bestimmten Teil ihrer Steuern für einen Notstandsfonds zur Verfügung zu stellen. Vor dem Abschluß der Berliner Tagung wurde folgende Entschließung angenommen: „Die heute versammelten Vertreter der örtlichen Zentralen und Landesverbände halten die Gliederung der Wohlfahrtspflege nach örtlichen Gesichtspunkten! und nach den fachlichen Gesichtspunkten der Erziehungsfürsorge und der Gesundheitsfürsorge für erforderlich. Zu diesem Zweck sind die Satzungen Ablösung der ileujahrsglückroünfchc durch eine Liebesgabe! £s ist eine fdiäne Sitte, Angehörigen und freunden Glückroüntdie beim üahresroedifel zu widmen. Diele Glückwünsche gewinnen aber eine erhöhte Bedeutung, wenn sie mit einer Spende für einen edlen Zroeck verbunden lind. Die llotlpK unserer Armen war nie größer als jetzt. Zahlreiche Arbeitswillige find durch den lagenannten Abbau stellungslas geworden. Die mittel der Vereine find erschöpft. Cine große Reihe ächtbarer familien lieht dem Winter mit banger Sorge entgegen. Den Gewerbetreibenden und kleinen Kaufleuten ist es unmöglich, sich einen bescheidenen Kredit zur Crhaltung ihrer Betriebe zu beschatten. Sie alle müssen ohne Hilfe dem furchtbaren Schicksal der völligen Verarmung anheimfallen. Dielen schwer gefährdeten Brüdern und Schwestern ist durch die Begründung einer Darlehenskasse zu helfen. Spende darum jeder statt der unnützen Ausgaben für Porto und Papier den entsprechenden Betrag zur Schaffung einer Darlehenskasse der israelitischen Gemeinde Stuttgart deren Verwaltung dem fürforgeamt der israelitischen Gemeinde übertragen werden fall. Die Unterzeichneten bitten um Gaben für dielen heiligen Zweck. Ueber alle eingehenden Spenden wird in der nächsten Dummer der Gemeindezeitung quittiert werden. ... . _ , „Wer in Notzeiten Armen hilft, den wird Gott erhören“ frau D. A.Galtmann üouis Hirfch Stadtrabbiner Dr. Rieger löset Schwarzschild Kaforncnftr. 15 Kafernenftr. 15 Charlottcnftr. 15 Hohcnltaufenftr. 4

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