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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1924-07-15 · 4 (15.7.1924) · p. Seite 50

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
4 (15.7.1924)
Date
1924-07-15
Page
Seite 50 (sequence 2)
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- 50 — uns allen die rechte Einsicht und die echte Weisheit geben, daß wir das Werk dieser Tagung vollbringen zum Segen Israels, zum/Heile des Vaterlandes und zur Ehre Gottes." Regierungsrat Dr. Nördlinger sprach hierauf freundliche Worte der Begrüßung und gedachte mit wärmsten Worten der verdienstvollen Tätigkeit des bisherigen Vorsitzenden der israelitischen Oberkirchenbehörde. Präsident Dr. von Bälz. Nach einem kurzen Rückblick über die Entwicklung der israelitischen Religionsgemeinschaft vollzog er die Verpflichtung der Mitglieder der Tagung durch Gelöbnis und Handschlag. Als Alterspräsident übernahm dann Julius Rothschild den Vorsitz. Kahn-Baisingen als jüngstes Mitglied das Schrislfübreramt. Zum Vorsitzenden der Landesversammlung wurden nunmehr Julius Rothschild mit 16 Stimmen, als seine Stellvertreter Dr. Hayum-Tübingen und Dr. Wolf-Stuttgart ( gewählt. Schriftführer wurden Religionslehrer Adler-Cannstatt, seine Stellvertreter Dr. Würzburger-Heilbronn und Siegfried Kahn-Cannstatt. Die Versammlung trat jetzt in die Beratung über den. Haushallplan für das Rechnungsjahr 1024 und über die Festsetzung der Landessteuer ein. Regierungsrat Dr. Nördlinger gab vorerst einen eingehenden Bericht über den vom Israelitischen Oberrat gemachten Voranschlag. Nach Verlesung der denselben Stoff betreffenden Eingaben der Vorsteherämter Stuttgart, Horb, Reringen, Heilbronn (wegen Einrichtung einer neuen Religionslehrerstelle für den pensionierten Vorsänger Dreifuß), Ulm (wegen Einreihung ihres Rabbiners in Gehallsklasse 11) und der Religionslehrer l wegen Aufsteigens in die Gehaltsklaffe 8 bzw. 9) wurde in die Generalaussprache über den Haushaltplan eingetreten, die Ministerialrat Dr. Hirsch eröffnete. Er empfahl Ueberweisung der Dprberatung über den Haushalt an einen siebeflgliedrigen Ausschuß. Vorher wurden noch von Religionslehrer Adler, Oberlehrer Preßburger- Creglingen, Rabbiner Dr. Straßburger-Ulm, Dr. Gumbel-Heilbronn, Dr. Wolf-Stuttgart, Herz-Hall, Leopold Kahn-Stuttgart, Frl. Feldmann »Stuttgart, Dr. Würzburger-Heilbronn, ° Kahn-Baisingen mannigfache Punsche für den Haushaltplan geäußert. Regierungsrat Dr. Nördlinger beantwortete die an den Oberrat gestellten Anfragen. Er trat besonders für die Schaffung eines Betriebsfonds ein, nachdem das Vermögen des Oberrats infolge der Inflation verschwunden ist. Er legte die Angelegenheit des Staatszuschuffes dar und empfahl schließlich unter Darlegung der praktischen Undurchführbarkeit der von Stuttgart vorgeschlagenen Besteuerungsform trotz aller Bedenken die vom Oberrat als NotauSweg vorgeschlagene Besteuerung auf Grund I der ReichseinkommeusteuK^von 1922. In die Finanzkommissio» wurden hierauf Religionslehrer Adler, Dr. Gumbel, Ministerialrat Dr. Hirsch, Leopold Kahn, Oberlehrer a.D. Preßburger, Moses Herz und Rabbiner Dr. Straßburger, in den Beschwerdeausschuß Dr. Haqum, Siegfried Kahn, Dr. Wolf, Ottenheimer-Göppingen gewählt. Die Beratungen der Finanzkommission sollten am Montag um 8 Uhr, die des BeschwerdeausschuffeS um 10 Uhr morgens beginnen. Die erste Sitzung schloß mit der Annahme einer Geschäftsordnung, die von Ministerialrat Dr. Hirsch entworfen wurde, der auch über sie Bericht erstattete. Sie wurde mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. Da die Vorberatungen der Kommissionen überaus schwierig waren, konnte die zweite allgemeine Sitzung erst am Montag nachmittag um 3 Uhr beginnen. Sie wurde,, von Dr. Haynm geleitet. Dr. Gumbel erstaltete'Bericht über die Vorschläge der Finanzkommission, die mit Zustimmung des Vertreters des Oberrates von ^dem Ausschuß angenommen worden waren. Die Gehälter des Oberrats wurden genehmigt, für dessen „persönlichen Aufwand" aber nur 3000 Mark bewilligt. Dagegen wurden die Tagegelder und Reisekosten für die Mitglieder des Oberrats auf 2000 Mark erhöht. Die Kosten für die Kanzlei.unH die Miete der Geschäftsräume des Oberrates uud der Posten „Unvorhergesehenes" wurde nach dem Vorschläge im Gesamtbeträge von 5450 Mark beschlosien. Nach eingehender Aussprache wurden die Gehälter der Bezirksrabbiner von Heilbronn und Ulm von Gehaltsstufe 10 auf Stufe I I erhöht und auf Antrag des Rabbiners Dr. Berlinger-Hall beschloffen, dem Oberrate zu empfehlen, daß in Zukunft den Rabbinern des Landes der Aufstieg in Klaffe l 1 ermöglicht werden soll. Entsprechend dem Gesuch der Gemeinde Heilbronn wurde die verlangte Lehrerstelle bewilligt und auf Antrag der Kommission' beschloffen, daß sämtliche Religionslehrer, welche die erste Dienstprüfung 1898 oder früher abgelegt haben, in die 8. Gehaltsgruppe eingereiht werden. Auf Antrag Herz erklärt sich die Landesversammlung grundsätzlich damit einverstanden, daß künftighin die Religionslehrer auch in die 9. Gehaltsklasse eingestuft werden können. Di^ Ruhegehälter und Hinterbliebenenbezüge wurden nach dem Vorschlag des Oberrates genehmigt. Im Anschluß an diese Position berichtete Regierungsrat Dr. Nördlinger über den derzeitigen Stand des israelitischen Volksschulwesens. Die Schule in Oberdorf kann als Privatschule erhalten bleiben, falls die dortige Gemeinde die Differenz von 20°Io zu den 80% Ruhegehalt des bisherigen Inhabers der Lehrerstelle hinzuzahlt. Moos-Buchau ergänzte diese Angaben durchdie Mitteilung, daß die Gemeinde Buchau bereit wäre, die 20% zu dem Ruhegehalt ihres Lehrers zu zahlen, und erwartete, daß die Zentralkafse sie bei ihrem Vorhaben tatkräftig nnlerstützt. Die Ortsbehörde wäre bereit, die Sachkosten der Schule zu tragen. Der für die Turnusreisen der

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