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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1938-07-01 · 11 (1.7.1938) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
11 (1.7.1938)
Date
1938-07-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JUDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 11 Festgabe anläßlich des 50 jährigen Bestehens der Hauptsynagoge in München. München 1937. Es ist ein tragisches Geschehen, daß die Synagoge, die vor einigen Monaten ihr 50 jähriges Bestehen feiern konnte, in diesen Tagen im Rahmen der baulichen Neugestaltung des Münchener Künstlerhauses, in dessen unmittelbarer Nähe sie liegt, dem Abbruch zum Opfer fallt. So ist aus einer Festgabe binnem kurzem eine Erinnerungsgabe geworden. In einer Reihe von Aufsätzen von berufenen Autoren wird die Geschichte der Münchener Juden in kurzen Umrissen dargelegt, den Rabbinern dieser Synagoge werden ehrende Aufsätze gewidmet, wertvolle Gedanken aus ■ ihren Pro* digten ergänzen das Bild irker Persönlichkeit und Wirksamkeit. Die beiden letzten Kapitel behandeln die liturgische Entwicklung in diesem Gotteshaus sowie den Bau der Synagoge selbst. Jetzt, da die Synagoge bereits im Abbruch begriffen ist, dürfen wohl einige Urteile über diesen Bau hier Platz finden, die in der Festgabe abgedruckt sind: „Ein berufener Beurteiler des Werkes spricht der Synagoge „einen hervorragenden Rang unter den Bauten unserer Tage" zu. Er nennt es „ein völlig selbständiges Werk von \ ausgeprägter Eigenart, ein Denkmal nicht nur des Meisters, der es geschaffen hat, sondern auch der Zeit, in der es erstand." (S. 75.) „Sie ist das Werk eines hochbegabten Meisters und Alles kündet in diesem Haus die Ehre des Herrn. Die Synagoge reiht sich Man chens Kunststätten würdigst an. Jede Parteiung, jeder Fanatismus möge weichen und beim Umzug von der alten Synagoge in die neue möge ein Jeder ab die schönste Weihe des Hauses den Frieden mit hinübernehmen!" Zeitgenössischer Bericht Uber die Einweihung der Synagoge aus dem „Münchencr Boten" (abgedruckt i. d. All» gemeinen Zeitung des Judentums vom 29. Sept. 1887) (S. 77,78). * Artur Ruppin, „Dreißig Jahre Aufbau in Palästina". Schocken' Verlag, Berlin 1937. Man könnte vorliegende Zusammenstellung von Aufsätzen und Vorträgen Artur Ruppins auch eine Geschichte des Zionismus nen« nen. Denn all die unendlichen Schwierigkeiten und hervorragenden Leistungen des Palästina«Aufbaues erleben wir durch den ursprüng« liehen Bericht des seit drei Jahrzehnten für die Palästina'Arbeit Verantwortlichen. Es ist gleichsam ein Quellenstudium der Ge' schichte des Palästina»Aufbaus. Aus diesem Grund vermittelt das Buch mehr als eine bloße Ucbersicht, man verspürt in ihm das Ringen um die Verwirklichung eines Gedankens, von dem Leben And Ehre des jüdischen Volkes abhängig sind. Ein jeder sollte, sei er Zionist oder Nichtzionist, wenn er nur die Verantwortung für die jüdische Sache in sich spürt, sich mit den in diesem Buch autgezeichneten Problemen vertraut machen, um den richtigen Blick für all die Fragen zu gewinnen, um die es hier geht und denen sich niemand verschließen kann und darf. Mendale Mocher Sfarim, Die Fahrten Binjamins des Dritten, Bücherei des Schockenvcrlags, Nr. 85. Die meisterhafte Darstellungskunst des Dichters wird auch in der Uebcrsctzung der Erzählung (Efraim Frisch hat sie übersetzt) \ sichtbar. Der neue Band der Schockcn'Bücherei ist nicht nur ein unterhaltendes und kurzweiliges, sondern auch ein sehr aufschluß« reiches Buch. Der Dichter idealisiert nicht etwa die Menschen, die er 'schildert. Viel Licht ist hier ausgebreitet, aber Dunkel und Trübnis im Charakterlichen fehlen nicht. Wir haben daher das Gefühl, daß sich so etwas wirklich in jenen Bezirken des jüdischen Ostens, wo das Jiddische Umgangssprache ist, zugetragen hat und daß es solche Menschen, wie sie hier uns geschildert werden, wirk* lieh gibt, z. B. .so gottverrrauende Menschen, wie Binjamin, der sich in seiner Armut für den glücklichsten Erdenbewohner an« sieht. „Juden leben, von dem, was sie selber vermögen abgesehen, ihr Leben doch nur dank dem Gottvertrauen, und Gott bringt sie durch." (S. 31). Aus solchen Schilderungen müßten wir eine Mah* nung und einen Vorwurf heraushören. Denn es.fehlt uns ja so oft jene metaphysische Gebundenheit, jenes sich Geborgenfühlen bei Gott, das für die ostjüdischen Menschen so kennzeichnend ist. Rabbiner Dr. Ernst Steckelmacher, Ludwigshafen. Jamim Noraim von S. J. Agnon, Schockenverlag, Berlin 1937, Preis RM. 8.50. Das soeben erschienene Buch Agnons, das von dem Neujahrstag, dem Versöhnungstag und den dazwischen liegenden Tagen handelt und in einer mustergültigen Ordnung die Stellen in der Bibel, im babylonischen und jerusalemischen Talmud, in den halachischen und haggadischen Midraschim, im Sohar, in der gesamten älteren und neueren Literatur anführt, welche die „rurchtgebiete nden Tage" erwähnen, vermag in einer ganz vorzüglichen Weise in den Geist des Judentums aller Zeiten einzuführen. Mehr als tausend Werke hat Agnon berücksichtigt. Ein Verzeichnis der angeführten Werke sowie Erklärungen zu den seltenen Worten finden sich am Ende des Buches. Wir werden mit Quellenschriften bekannt, die uns teilweise schwer zugänglich sind.' Besonders bewunderungswürdig ist, in wie großer Vollständigkeit in Agnons Buch alles Bemerkenswerte über die heiligsten Festtage Israels zusammengestellt ist. Es scheinen nicht nur wissenschaftliche sondern auch religiöse' Motive den Autor bestimmt zu haben, in so großer Vollständigkeit die gesamte Literatur zu berücksichtigen. Die erhabenen Gedanken des Neu« iahrstages und des Vesöhnungstages, die auch heute die jüdischen Menschen, ob sie religiös liberal sind oder der gesetzestreuen Richtung angehören, zutiefst ergreifen, werden uns hier immer wieder in große Nähe gerückt, der Leser erhält auch einen Einblick in die Liturgie dieser festlichen Tage, auch der Sinn und der Inhalt der Festtagsgebete wird ihm klar. Besonders die oft eingefügten Erzählungen sind immer sehr belehrend und können homiletisch ausgewertet werden. Wie Agnon in dem Vorwort bemerkt, hat S. Bialoblocki das ganze Werk durchgesehen, die Lesarten geprüft, dem Buch viele Abschnitte hinzugefügt und an der Fertigstellung des Werkes großen Anteil. — Auf eine der wissenschaftlichen Ar* beiten Bialoblockis, auf seinen bei dem wissenschaftlichen Kursus der Rabbiner der süddeutschen Landesverbände in Mainz im Jahre 1929 gehaltenen Vortrag „Die Beziehungen des Judentums zu Prose* lyten und Proselytentum", Berlin 1930 in Nobels Kulturbibliothek habe ich in dem Heft Nr. 2, Jahrgang 7, des „Morgen" hingewiesen. Dem Buche Agnons, dessen Herausgabe so sorgfältig vorbereitet wurde, möchte ich die weiteste Verbreitung wünschen, zumal es in ganz hervorragendem Maße der Jugend« und Erwachsenen« bildung zu dienen imstande ist und auch die Hebraisierung der Juden in Deutschland sehr zu fördern vermag, weil Agnon wohl absichtlich in diesem Werke eine sehr leicht verständliche Aus« drucksweise wählt. Dem Autor sowohl wie auch dem Schockenverlag, der das Buch schön ausgestattet hat und aut einen deutlichen Druck bedacht war, und auch S. Schocken, der den Dichter angeregt, das aufschlußreiche Buch zu schreiben, wie aus dem Vorwort hervorgeht, wäre so auf die schönste Weise gedankt. Rabbiner Dr. Ernst Steckelmacher, Ludwigshafen a. Rh. Kalender und Gottesdienste in der Synagoge zu Ludwigs« 1 Kaisers' Landau Pirmasens haten lautern 18.30 19.00 19.15 19.00 8.30 9.00 S 9.00 9.00 15.30 21.10L 15.30 21.25 21.35 21.30 21.40 18.30 19.00 19.15 19.00 8.30 9.00 S 9.00 B 9.00 15.30 21.05 L 15.30 21.20 21.25 21.25 21.55 18.30 19.00 19.15 19.00 8.30 9.00 S 9.00 9.00 15.30 21.00 L 15.30 21.15 21.25 21.20 21.30 21.15 21.25 21.20 21.30 18.30 19.00 19.15 19.00 8.30 9.00 P 9.00 B .9.00 \ 15.30 20.50 L 15.30 24.20 21.05 21.15 21.10 18.30 19.00 19.15 19.00 8.30 9.00 S 9.00 9.00 15.30 20.40 L 15.30 20.55 21.05 21.00 21.10 1a. Juli: Schabbath'Eingang 2. Juli: Morgens (Korach) Minchah Ausgang J 8. Juli: Schabbath'Eingang 9. Juli: Morgens (Chukkath) Minchah Ausgang 15. Juli: Schabbath'Eingang | 16. Juli: Morgens (Balak) Minchah Ausgang 17. Juli: Fasttag: Schiwah assar b'tamus, Ausgang 22. Juli: Schabbath'Eingang 23. Juli: Morgens (Pinchas) Minchan (Ncumondswefhe) Ausgang 29. Juli: Neumondstag (1. Av) 29. Juli: Schabbath'Eingang 30. Juli: Morgens (Matoth'Massej) Minchah Ausgang Gottesdienste an Werktagen: Landau: Morgens 7.15 Uhr (an Sonn« tagen 8 Uhr) am Neumond u. auf bcsond. Anordnung; abends 18.30. Pirmasens: Morgens 7.30 Uhr (an Sonn« tagen 8.30 Uhr) auf besondere An« Ordnung; abends regelmäßig 18.30 ■im Gemeindezimmer. Ludwigsharen: Morgens 7 Uhr (an Sonntagen 8 Uhr); abends 19.30. Kaiserslautern: Gottesdienst findet nur auf besondere Anordnung hin statt. Die Bezirksrabbinate Landau, Pirmasens, Ludwigshafen und Kaiserslautern. Zeichenerklärung: A « Ansprache Barmizwah Jugendgottesdienst Lenrvortrag Predigt Schritterklärung B \: p s Druck: Heinrich Wi 1 d m a n n , Philippsburg Baden.

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