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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1938-05-01 · 9 (1.5.1938) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
9 (1.5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 9 regulierte und im besonderen den Verkehr mit den Spendern und Betreuten der 9 Filialgcmcindcn; Deidesheim, Ellerstadt, Freins» heim, Fußgönheim, Schaucrnhcim, Wachenheim Weinstr./ Weisen* heim a. Bg. und Weisenheim Sand, in dankenswerter Weise auf» recht erhielt. 14 Familien mit 32 Personen wurden im Winter 1937 38 von uns betreut. Davon entfallen auf Dürkheim 7 Familien mit 16 Personen, auf 6 Filialgemcinden ebenfalls 7 Familien m. 16 Personen. Aus Neustadt Weinstraße. (Goldene Hochzeit.) Am 29. April begeht Herr Emil Behr mit seiner Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit. Ein seltenes Fest, das nur wenigen vergönnt ist, es feiern zu dürfen. Dic.ganze hiesige Gemeinde feiert diesen Tag mit den Jubilaren, die sich erfreulicherweise in geistiger und körperlicher Frische erhalten haben. Dieser Festtag würde aber seine richtige Weihe nicht erhalten, wenn sich die Gemeinde nicht der unvergänglichen Ver» dienste. die sich Herr Behr um die Gemeinde erworben hat, erinnern würde. Unvergeßlich ist für uns sein ersprießliches Wirken als Vorstand der Gemeinde. 'Mehr als 30 Jahre bekleidete er dieses Amt in selbstloser treuer Hingabe, die ihm die vollste Hochschät» zung und Freundschaft aller brachte. Und wenn er auch leider heute nicht mehr Vorsitzender der Gemeinde ist, sein Interesse für alles, was diese angeht, ist immer noch das gleiche, wie früher. Er ist nicht nur der Gemeinde selbst, er ist allen Mitgliedern der» selben jederzeit ein treuer Freund und ein selbstloser Berater. Und deshalb nimmt die ganze Gemeinde so herzlichen Anteil an diesem schönen Feste. Wir wikischcn alle von ganzem Herzen, daß er und seine Gattin noch viele Jahre gesund bleiben möge. Isr. Kultusgemeinde Neustadt Weinstr. Das israel. Altersheim für die Pfalz in Neustadt Weinstr. über» mittelt uns zur goldenen Hochzeit von Herrn Behr noch folgende Ausführungen, denen sich der Verband der isr. Kultusgemeinden Her Pfalz von Herzen anschließt. Am 29. April wurde unserem hochverdienten, ersten Vorsit» zenden, dem Herrn Emil Behr und seiner Gemahlin die göttliche Gnade zuteil, das seltene Fest ihres goldenen Ehejubiläums zu begehen. — In Anbetracht der schweren Zeit mit ihren Gescheh» nissen hat der sehr verehrte Jubilar in seinem allzeit so beschei» denen Sinn auf alle Acußerlichkeiten, die doch ein solcher Anlaß bietet, verzichtet mit der strengen Hinweisung, es solle und dürfe hievon nichts in der Oeffcntlicnkeit bekannt werden. Aber, warum sollte man seine Verdienste, die in ihren Ausmaßen unvergleichlich sind, bei dieser so bedeutungsvollen Gelegenheit nicht geziemend würdigen und die jüdische Gemeinschaft diesen denkwürdigen, sei» tenen Freudentag wissen lassen? Zumal Herr Behr doch auch u. a. wahrend 30 Jahre als erster Vorstand der Kultusgemcinde Neustadt unentwegt in vorbildlicher Weise deren Gestaltung vermittelte. Wie ist doch heute deren Wandlung so tiefgehend und wie mußte der Jubilar schon den Abstand in ihrer ganzen Tragweite erkennen! Trotz allem aber widmet er noch täglich seine ganze Kraft dem isr. Alterheim für die Pfalz mit bewunderungswürdigem Pflicht» eifer, denn Herr Behr, der eigentliche Vater dieses Aufbauwerkes und Vollbringer seines Bestandes, darf diese gemeinnützige Tat, die als Ruhmesblatt der jüdischen, pfälzischen Gemeinschaft wohl gelten kann, auf sein Konto buchen. In welchem Maße^ nimmt er überdies ohne Unterlaß die großen und kleinen Mühen und Lasten als greiser Jubilar, weil in unmittelbarem Zusammenhang lebend, in seiner Selbstlosigkeit hin! Seine so wirkungsvoll hervortretende Geistesschärfe ist ein nicht zu unterschätzender Faktor bei allen Beratungen, die der Ausführung unterliegen. Ueberhaupt ist Herr Behr keine Mühe des Weges scheuend und unbeschadet seiner Ge» sundheit fast täglich im Heime anwesend. Wir sehen zugleich in diesem hohen Alter bei unserem Jubilar einen seltenen Fleiß, der ununterbrochen noch lange in ihm wohnen möge, zur Freude aller Glaubensgenossen. Wie ganz anders mag ihm das Leben beim Rückblick in die Vergangenheit erscheinen, als es sich in der Ge* genwart darstellt. Aber, wie einesteils der Blick in die Vergangen» heif traurig stimmt, ja verdüstern mag, indem sie die Flüchtigkeit» und Nichtigkeit des Daseins \zeigt, so erfreut doch wieder dieser Rückblick auf sein vorbildliches Wirken für die Allgemeinheit Wir wünschen Alle, die den hochverdienten, bescheidenen Mann kennen, daß die Gunst des Schicksals ihn und seine Gattin auf seinem weiteren Lebenswege begleiten möge. (Abschied.) Am Schabbos Hagadol nahm nach beendeter Thoravörlcsung Herr Vorstand Gustav Weil Veranlassung, dem von hier nach Frankfurt verzogenen Herrn Julius Rosenstiel Worte wärmster Anerkennung zu zollen. Redner schilderte das überaus pflichtgetreue und vorbildliche, opferwillige Verhalten des Schei» denden während seiner 14 jährigen Mitgliedschaft beim Synagogen» rate und bedauerte aufs tiefste den von uns mit diesem Wegzuge Erlittenen Verlust. Herr Weil verlas zugleich auch ein in diesem Sinn verfaßtes Anerkennungsschreiben des Synagogenrates an den Scheidenden. Aus Speyer. v (Abschied.) Wir nehmen auf diesem Wege grüßend Ab» schied von unseren Freunden und Bekannten und rufen allen ein herzliches Lebewohl zu. Speyer im März 1938 >, Familie Eugen Loeb, Indianapolis Inda. USA. 3704 N»Salem Street. Persönliche Nachricht. Vertrauenswürdiger jüd. Herr mit erfolgreicher Lehrtätigkeit unter» richtet in Spanisch, Englisch und Französisch, geht auch nach auswärts. Gefl. Anfragen an das Bezirkräbbinat erbeten. Rabbltiatsbezirk Kaiserslautern Bewegung des Rabbinatsbezirks: Sterbefälle: 10. April: Herr Adolf Berg aus Teschenmoschel, 75 Jahre. 1K April: Herr Lion Metzger aus Albisheim Pfr., 90 Jahre. 11. April: Her Jacob Fröhlich aus Albisheim Pfr., 89 Jahre. Aus Kaiserslautern. 80. und 85. Geburtstag. Am 15. Mai feiert Frau Lina Goldstein Wwe. ihren 80. Ge» burtstag. s Am 27. Mai fejert Herr Adolf Berg seinen 85. Geburtstag). Wir wünschen beiden Jubilaren noch viele Jahre in steter Ge» sundheit und Frische nip crwsn nNö t; Kalender und Gottesdienste in der Synagoge zu \ Landau | Pirmasens 1 Ludwigs» haten Kaisers lautern 1. Mai: 1. Neumondstag, Omer 1*5 s 2 Mai: 2. .Neumondstag (Ijar), v Omer '16 6. Mai: Schahbath'Eingang, Omer 2i 18.30 19.00 19.15 19.00 ,' 7. Mai: Morgens (K'doschim) 8.30 9.00 S 9.00 9.00 Minchan 15.30 20.15 L 15.30 V Ausgang, Omer 22 20,35 v 20.40 2Q.40y 20.45 13, Mai; Scbabbath'Emgangi Omer 2S 18.30 19.00 19.15 19.00 I I Mai: Morgens (F.mor) 8.30 . 9.00 S 9.00 9.00 Minehah 15.30 20.30 L 15.50 ' Ausgang, Omer 29 20.50 20.55 20.50 21.00 19. Mai: Lag baomer 20. Mai: Schabbath-Eingang, Omer 53 18.30 19.00 19.15 19.00 21.1 Mai-/Morgens (B'har) \ 8.30 9.00 S 9.00 9.00 ■ Minehah \ 15.30 20.40 L 15.30 Ausgang, Omer 36 21.00 21.05 i 21.00 21.10 27. Mai: Schabbath Eingang, Omer 42 IS. 30 19.00 19.15 19.00 2l> Mit: Morgens (B'chukotai) Neu» 8.30 9.00 P 9.00 9.00 Minehah m on dsw e i h c 15.30 15.00 Jg 15.30 Ausgang, Omer 43 21.05 21.15 21.10 21.20 31. Mai: Neumondstag (1 Siwan) Omer 45\ Die Angabe des Omertages bezieht sieh auf die am Abend des betreffenden Gottesdienste an Werktagen: Landau: Morgens 7.15 Uhr (an Sonn» \tagen 8 Uhr) am Neumond u. auf besond. Anordnung; abends nach der Gottesdienstzeit des vorange» gangenen Schabbath»Ausgangs. Pirmasens: Morgens 7.30 Uhr (an Sonn» tagen 8.30 Uhr) auf besondere An» Ordnung; abends regelmäßig 18.30 im Gemeindezimmer. Ludwigshafen: Morgens 7 Uhr (an Sonntagen 8 Uhr); abends 19.30. Kaiserslautern: Gottesdienst findet nur auf besondere Anordnung hin statt Die Berirksrabbinate Landau, Pirmasens, I.udwigshafen und Kaiserslautern. Zeichenerklärung: A » Ansprache B « Bartnizwah Jg » Jugendgottesdienst L » Lehrvortrag P » Predigt S » Schrifterklärung Tages stattfindende Zählung. Druck: Heinrich Wildmann, Philipysburg Baden.

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