Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Volume
- 1 (1937 - 1938)
- Issue
- 8 (1.4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 8 Persönliche Nachrichten. Private Putzfachkurse! Auswandcrungswilligc Frauen und Mädchen werden nacJi neuesten Methoden in Kürze als Modistinnen ausgebildet Guta Metzger, Putzmachermeisterin, Ludwigshafen a. Rhein, Prinzregentenstraße 12. Jüdische Pflegerin zur Pflege und Versehung des Haushaltes bei jüdischem kinderlosem, jüngeren Ehepaar gesucht. Vergütung nach Uebcrcinkunft. Emanuel Kahn, Albersweiler. Nähmaschinen — elektr. ünd combiniert —' liefert für Auswanderer Artur Trautmann. Karlsruhe, I lerdcrstraße 3, Telefon 40&5. Firma Gebrüder Max Wolff (Musikhaus) Kreuznach, Kurhaus Straße IIa, empfiehlt sich bei Anschaffung von Musikinstru* menten aller Art, insbesondere Siedlungsklavie r c Suche für meinen Sohn, der im 2. Lehrjahr steht, eine Metzgerstelle, da er wegen Verkauf des Geschäfts am I. April entlassen wird. Oskar Strauß, Obermoschel. Rabbinatsbezirk Landau/Pfalz Synagogenkonzert am 3. April. Wir erlauben uns noch einmal auf das am 3. April 1938, nachmittags 4.33 Uhr, in der Synagoge zu Landau stattfin> Uende Synagogenkonzert des Karlsruher Synagogenchors unter Leitung von Herrn Kapellmeister Curt Stern hinzu: weisen. Die Mitglieder der Gemeinde Landau und des Rab-- binatsbezirks werden iniwischen in den Besitz der Einlas düngen zu diesem Konzert gelangt sein. — Keiner sollte sich den Genuß dieses vielversprechenden Programms und des Chors entgehen lassen, der in der nächsten Zeit in zahlreichen jüdischen Gemeinden gastieren wird. Die Preise sind so gehalten, daß der Besuch für einen jeden erschwinglich sein wird. — Wir hoffen gerne, daß diese Vcr» anstahung gut besucht wird und erlauben uns hiermit noch einmal alle Mitglieder des Kabbinatsbezirks Landau herz» liehst einzuladen. - Amtliche Mitteilungen des Bezirksrabbinats. Die Sprechstunden finden von Montag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 11 Uhr in meiner Wohnung, Glacisstraße 9 — Fernsprecher 2128 — statt. Zu anderer Zeit bin ich nur nach vorheriger Vereinbarung zu sprechen. Schulschlußgottesdienst. Der Schulschlußgottesdienst wird mit dem Gottesdienst am 2. PcßachtagC verbunden werden. 1 Bewegung des Rabbinatsbezirks: Trauung: 9. März: Herr Theodor Fromm aus Berlin mit Fräulein Gert* nid Lippold aus Edenkoben. Sterbefälle: \ 21. Febr.: Erau Sophie Fisch geb. Walther, aus Schwegenheim, 60 Jahre. 13. Marz: Herr Heinrich Tcutsch aus Venningen, 82 Jahre. Auswanderung: Nach l'alästina: Erau Elisabeth Roscnblum Wwe. aus Landau. Nach Frankreich: Familie Alfred Lcmmel aus Landau. Nach L' S A: Familie August Schönfeld, Herr Rolf Stern, Fräulein Ilse Mayer, Herr Ernst Kahn, Herr Fritz Klein, Herr Siegmund Luneburger, samtliche aus Landau. Frau Selma Joseph Wwe. aus Ingenheim. Familie Joseph Cahn aus Rülzheim. Nach Südamerika: Herr und Frau Fritz Lob aus Gommersheim. Aus den Gemeinden. Landau. Aufnahmen in die höheren Schulen- Eltern, die ihre Kinder zur Aufnahmeprüfung in die höhere Schule anmelden wollen, werden gebeten, sich unter allen Um« ständen zuvor mit dem Bczirksrabbinat in Verbindung zu setzen. Abschied von Ilse Mayer. Im Marz wanderte Fräulein Ilse Mayer nach NcwYork aus. Dieser Schritt bedeutete für unsere Gemeinde einen großen Verlust. Wie von wenigen Menschen kann man von ihr sagen, daß sie sich mit ihren jungen Jahren — ist sie doch erst 18 Jahre alt — mit all ' ihrer Kraft der jüdischen Gemeinschaft zur Verfügung stellte. Als es galt, die Organistcnstelle in unserer Synagoge neu zu besetzen, kam, neben Frau Alice Weiß, nur noch Fräulein Ilse Mayer in Frage, die ihre technische Fähigkeit unseren Chor zu be* gleiten, schon des öfteren vorher unter Beweis gestellt hat. Unver» gessen ist noch, wie sie in Vertretung des damaligen Organisten, der kurz zuvor erkrankte, ohne vorherige Probe mit dem Chor, den gewiß nicht einfachen Gottesdienst am Kol Nidre«Abend fehlerlos begleitete, ein Zeichen ihrer Begabung und ihrer Kenntnis der Li« turgic. Was <:e an jenem- Abend untexJJfiweis gestellt hat, hat sie dann in den folgenden Jahren jederzeit bewahrt. Man konnte mit Freude beobachten, wie ihr Spiel im Laufe der Zeit immer reifer wurde, man fühlte, daß sie in ihrem verantwor« tungsvollen Dienst, der ja für sie immer ein Dienst an Gott bedeu< tetc, lebte und mit ihm als urpersönlichc Angelegenheit verwachsen war. Sicwar jeder, auch noch so komplizierten Situation gewachsen sei es hinsichtlich des Chors oder des allgemeinen Verlaufes des Gottesdienstes. Man kann und darf sagen, daß man sich auf sie immer verlassen konnte. Darüber hinaus war sie noch im Jugendbund seit der Zeit seiner Gründung tätig. Ihr war die Leitung der mittleren Mädels« gruppc übertragen und sie gehörte damit auch der Bundesleitung des jüdischen Jugendbundes an. Auch an unserer Bundesarbeit beteiligte sie sich in regster Weise. Mit Geschick leitete sie ihre Gruppc, mit sachlichem Ernst arbeitete sie in den Besprechungen der Bundcsleitung mit. Unvergessen ist aber noch ihre stete Ein' satzbereitschaft bei Veranstaltungen des Jugendbundes und der Ge« meinde, bei deren Mitwirkung sie weder fehlen wollte, noch man sie entbehren konnte. Wie so viele jünge jüdische Menschen ist auch sie nun den Weg in eine neue Welt gegangen. Nicht nur ihre Eltern, sondern auch wir alle haben an unserer Ilse Mayer viel verloren. Das Trost« liehe aber ist für uns das sichere Gefühl, welches in uns als herz« licher Wunsch lebt, daß sie sich im Lande' der unbegrenzten Mög« lichkeiten mit ihren Fähigkeiten durchsetzen und dort eine neue Existenz, die ihren Anlagen entspricht, aufbauen wird. M. Samstag, den 16. April 1938, abends 8.30 Uhr (2. Sederabend). findet im B e t s a a 1, Schützengasse 4 eine Sederfeler für alle Gcmeindcmitglieder statt. "nc Bezirksgemeinden sind ebenfalls herzlich eingeladen. Hagadoth sind mitzubringen. Der Synagogenrat. Das Bezirksrabbinat. Hierzu sei ergänzend bemerkt: Wein, Mazzoth und Kaffee werden verabreicht, sodaß die Möglichkeit zum Tischgebet gegeben und der Mahlzeit im Rahmen der Sederfeicr durchaus Genüge getan ist. Spenden in Form von rituell hergestellten Kuchen werden dankbarst angenommen. Die Anmeldung der Spenden erfolgt bei Frau Kommerzieniat Joseph, die Ablieferung am Samstag, den 16. April zwischen 17 und 18 Uhr im Betsaal, Schützengasse 4. Der Abendgottesdienst am 2. Pcßachabend beginnt um 19.30 Uhr und endigt um 20.00 Uhr. Die Teilnehmer am Sederabend w-erden gebeten, ihr Abendessen vor dem Gottesdienst cinzu« nehmen, da pünktlich um 20.30 Uhr mit der Sederfeier begonnen wird und Störungen durch. Zuspätkommen vermieden werden sollen. Den Seuer gibt der Unterzeichnete gemeinsam mit Herrn Lehrer Zcilberger. Die Jugend sei nochmals besonders aufgefordert, sich an der Sederfeier zu beteiligen. Metzger. —. * Besetzung der Organistenstelle. Als Nachfolger von Fräulein Ilse Mayer bekleidet Herr Paul Kahn neben Frau Alice Weiß die Stelle eines Organisten an der Synagoge zu Landau. Ablösung an Stelle von Dankeskarten und Spenden. Es spendeten^ Herr und Frau August1 Schönfeld anläßt, ihrer Auswanderung. Herr Sicgmund Lüneburger anläßlich seiner Auswanderung. Herr und Frau Eugen Mayer anläßlich der Auswanderung ihrer Tochter Ilse. Herr und Frau Siegmund Kahn anläßlich der Auswanderung ihres Sohnes Ernst. Herr und Frau Gustav Stern anläßlich der Auswanderung ihres Sohnes Rolf. Herr Lehrer a. D. Wiedmann anläßlich seines 93.Geburtstages. Herr und Frau Richard Mayer, Böchingen anläßlich der Bar« mizwah ihres Sohnes Paul. Den Spendern unser herzlichster Dank. Gemeindebibliothek. Die Büchcrausleihe findet jeden Dienstag von 17.15 bis 18.15 Uhr im Bibliothekzimmer des Gemeindehauses, Schützengasse 4, statt. Die Ausleihe ist kostenlos und für jedes Gemeindemitglied des Rabbinatsbezirks Landau bestimmt. Vor der Berufswahl. Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland hat eine aufschlußreiche Broschüre „Vor der Berufswahl" herausgegeben, die als Wegweiser für jüdische Eltern und Kinder die Berufsmög» lichkeiten, den Weg zu einer Ausbildungsstellc, die Jugendalijan, die Möglichkeit der Auslandsunterbringung von Kindern und Jugendlichen in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Australien aufzeigt und darüber hinaus einen grundsätzlichen Aufsatz