Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Volume
- 1 (1937 - 1938)
- Issue
- 4 (26.11.1937)
- Date
- 1937-11-26
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 v JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Seite 5 Fünf Jahre Hilfe und Aufbau. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland hat zusammen mit den jüdischen Gemeinden im Reich das System der freiwilligen Aufbringung von Mitteln im Wege der Spendensammlung geschaffen, um den großen Aufgaben gc* recht zu werden, die dem Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland gestellt sind. In bald 5 Jahren seines Bestehens hat das Hilfs* und Aufbauwerk der Juden in Deutschland auf den fünf hauptsächlichen Gebieten seines Wirkens: Planung, Vorbereitung und Durchführung der Auswanderung Berufsausbildung und Berufsumschichtung Schul* und Erziehungswesen Wirtschaftshilfe Wohlfahrtspflege eine für das Judentum in Deutschland ersprießliche Tätigkeit entwickelt und die Aufrechterhaltung der sozialen Ein* richtungen und der Gemeindearbeit ermöglicht. Weitere Mittel sind neben der dankenswerterweise umfangreichen finanziellen Unterstützung der jüdischen Hilfs» Organisationen im Ausland erforderlich, damit die notwendigen Aufgaben auch in der nächsten Zukunft erfüllt werden können. — Wenn sich der Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau in den nächsten Wochen wieder an die Juden in der Pfalz wenden wird, so kann er sich hieibci nicht nur auf das Einvernehmen mit dem Verband der Israelitischen Kul« tusgemeinden der Pfalz und dessen Empfehlung stützen, sondern will auch betonen, daß ein erheblicher Teil des Auf* kommens der bevorstehenden Sammlungsaktion den Einrichtungen der verschiedenen Gemeinden in der Pfalz unmittelbar zufließen wird. Reichsvertretung und Verband erwarten von allen Gemeindemitgliedern, daß sie nach ihren Kräften nicht nur spenden, sondern mit ihrer Spende ein Opfer für unsere Gemeinschaft, für HILFE UND AUFBAU bringen und mit ihrer Opferfreudigkeit hinter den andern jüd. Gemeinden in Deutschland nicht zurückstehen werden. Reichsvertretung. de.: Juden in Deutschland Verband der Israe,itischen Kultusgemeinden der Pfalz. ZentralauschuB für mite und Aurbau. dem zuständigen Sachbearbeiter im Reichskriegsministerium statt* gefunden. Die auf Grund dieser Rücksprache als verbindlich an* zusehende Regelung ist im „Schild" vom, 11. September 1937 (Nr. 35, S. 3) veröffentlicht. Danach gelten folgende Bestimmungen: a) Zur Vornahme von Reisen ins Ausland zu vorübergehendem Aufenthalt (zur Erholung oder zu geschäftlichen Zwecken) ist die Zustimmung der Wehrersatzdienststellen nicht erforderlich. b) Bei Auswanderung im Sinne des § 17 Abs. 2 des Wehrgesetzes sind zwei Gruppen zu unterscheiden: 1. Die zur Musterung heranstchenden Jahrgänge, nämlich: die aufgerufenen Jahrgänge 1913 bis 1917, sowie die noch nicht auf* gerufenen, aber bereits wehrpflichtigen Jahrgänge 1918 und 1919 (die das 18. Lebensjahr vollendet haben); diese bedürfen, solange sie noch nicht den Musterungsbescheid über ihre Zuweisung zur Ersatzreserve II erhalten haben, der Zustimmung des Wehrmclde* amtes zur Auswanderung; 2. Die gemusterten jüdischen Wehrpflichtigen, die den Wehrpaß mit dem Bescheid „Ersatzreserve II" erhalten haben, sowie alle Angehörigen der Geburtsjahrgänge vor 1913, die ohne weiteres zur Ersatzreserve II bzw. nach Vollendung des 35. Lebensjahres zur Landwehr II gehören; diese bedürfen nicht der Zustimmung der Wehrersatzdienststellen (InfBl. 1937 Nr. 6 7 S. 43). Landwirtschaftliche Ausbildungsstelle. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Vor kurzem ist eine weitere, von der Reichsvertretung unter* haltcnc jüdische Berufsausbildungsstätte eröffnet worden. Es han* delt sich um das mit Genehmigung der staatlichen Behörden ge* pachtete jüdische Lehrgut Ellguth*Stcinau (Kr. Falkenberg O, S). Die dort geschaffene, neue landwirtschaftliche Ausbildungs* stelle soll der Erstausbildung von Menschen im Alter von 15 bis 18 Jahren dienen. Das Gut wird etwa 80 bis 100 Jugendliche auf* nehmen und ausbilden können. Juden und der Deutsche Gruß. Aus Nr. 46 der C.*V.*Zeitung vom 19. 11. entnehmen wir folgendes: Nach einer allgemeinen Verfügung des Reichsjustizministers vom 4. November 1937 ist den Juden im Verkehr mit den Justiz* behörden, insbesondere in Gerichtssitzungen, der Deutsche Gruß nicht gestattet. ■ \ Aus Nr. 93 der „Jüdischen Rundschau" vom .23. November entnehmen wir folgendes: Die Verwendung der Unterschrift „Mit deutschem Gruß" durch jüdische Werbungstreibende ist vom Werberat der deutschen Wirt* schaft für unzulässig erklärt worden, weil sie geeignet ist, über die jüdische Eigenschaft hinwegzutäuschen. Förderung der Auswanderung minderbemittelter Juden. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Zur Förderung der Auswanderung minderbemittelter judischer Personen ist die Reichsvertretung der Juden in Deutschland in der Lage, Darlehen zum Zwecke der Durchfuhrung der Auswan* derung zur Verfügung zu stellen, sofern nachweislich die Auswan* derung nur durch Bereitstellung solcher Darlehen vollzogen werden kann. Einzelheiten sind einem Merkblatt ZU entnehmen, das bei dem HilfsVerein der Juden in Deutschland, Berlin \V 35, Luden* dorffstr. 20 und dessen Zweigstellen, sowie beim Palästina'Amt, Berlin W 15, Meinekestr. 10 und dessen Zweigstellen erhaltlich ist. Preisausschreiben Blaue Beitragskarte 1938 39. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zcntralwohlfahrtsstelle, macht nochcinmal auf das vor einiger Zeit in diesem Blatt veröffentlichte Preisausschreiben für die Wohl» fahrtsmarken der „Blauen Beitragskarte" aufmerksam. Der letzte Termin für die Einsendung der Entwürfe ist der 10. Dez. d/ Js. Zionistischer Gruppenverband Baden, Württemberg, Pfalz. Herr Dr. Kurt Licht hat ahi 15. November seine Tätigkeit als Geschäftsfühler des zionistischen Gruppenverbandes aufgegeben, da er in die Zentrale der Zionistischen Organisation berufen wurde. Zu seinem Nachfolger wurde Herr Dr. Max Flcsch ernannt, der bisher Geschäftsführer des nordwestdeutschen Gruppenvcr* bandes mit dem Sitz in Hamburg gewesen ist. Aus der Pfalz Auswandererberatung. Die Sprechstunde des Auswandererberaters findet für die Juden in der Pfalz in Mannheim E 7, 28, Dienstag und Freitags von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr statt . Am 20. Dezember findet in Kaiserslautern, nachmittags von 3 bis 6 Uhr eine Sprechstunde des Auswandererbcraters im Neben* räum der Synagoge statt. Es wird darum gebeten, daß die Inte* ressenten der Stadt Kaiserlautcrn selbst, möglichst erst ab 4.30 Uhr die Sprechstunde besuchen, damit die auswärtigen Besucher, im I linblick auf die Rückfahrt, zuerst beraten werden können. Persönliche Nachricht. Unterricht in Spanisch, Portugiesisch, Englisch, englischer Kurz« schritt erteilt Studienrat a. D- M. Witzenhausen. Meldungen aus der Gemeinde und aus dem Bezirk nimmt das Bezirksrabbinat Landau Pfalz, Glacisstr. 9 entgegen.