Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Volume
- 1 (1937 - 1938)
- Issue
- 3 (1.11.1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 3 Rabblnatsbezirk Kaiserslautern | Bewegung des Rabbinatsbezirks: Barmizwah: 20. Nov.: Julius Honig, Sohn von Frau Wwe. Jul. Honig, Alsenz. (Die Feier findet in der Synagoge zu Obermoschel statte Verlobung: Fräulein Trudel Schwarz aus Rockenhausen mit Herrn Alfred Vcndig aus Kaiserslautern. Sterbefall : 10. Okt.: Frau Emma Henriette Strauß geb. Weinmann in Rockenhausen, früher Göllheim, 84 Jahre. Auswanderung: Nach U. S. A.: Herr Walter Kajem, Sohn von Herrn Ludwig Kaicm aus Kaiserslautern. Fräulein Emilie Metzger aus Gauersheim. Fräulein Irma Sender und Herr Julius Sender, Kinder der Eheleute Max Sender, Konken. Herr Eugen Oppenheimer, Sohn der Eheleute Alfons Oppen» heimer aus Kusel. Nach Argentinien: Familie Max Wolf aus Kaiserslautern. Aus den Gemeinden. Kaiserslautern. Statistik der Gemeinde Kaiserslautern (einschl. Mehlingen und Sembach) nach dem Stande vom 1. Oktober 1937. Scclenzahl im ganzen:.............395 Hiervon stehen im Alter von Jahren: 1—10__10-20 20—40 40—60___60—70 über 70 30 43 87 148 ~ 45 " 42 Zahl der minjanfähigen Männer . . . ,........ 146 Witwen und ledigen Frauen.......... 66 werktügsschulpflichtigen Kinder...... 49 fortbildungsschulpflichtigen Kinder.......10 Kinder unter 6 Jahren . .'........... 16 Familien ..................176 Zahl der Gehurten in der Zeit vom l. Okt. 1936 bis 1. Okt. 1937 . 2 Geburtstage. Am 4. Oktober beging Herr Willy Stern seinen 70. Geburtstag. Am 18. Okt. feierte Fräulein Sara Frank ihren 75. Geburtstag. Am 31. Oktober wurde Frau Frieda Elbert 75 Jahre alt. Wir wünschen allen Jubilaren noch viele Jahre des Lebens in Ge* sundheit und Frische. HjU' C""™!" Kusel. Gottesdienst an den Feiertagen. In der gut besuchten Synagoge versahen die Herren Max Sender aus Konken und Artur Eulau aus Kusel in erhebender Weise den Vorbeterdienst. \ Abschied. \ Die ganze jüdische Gemeinde Kusel wünscht den jungen Aus»' w.indercrn eine gute Ucberfahrt und viel Glück in der neuen Heimat. Persönliche Nachricht. Für einen jüdischen Jungen, der im Frühjahr die Schule ,ver» lassen hat, wird eine Handwerkerlehrstelle gesucht. Lorig, Obermoschel. Das neue jüdische Buch. Pädagogische Bemühungen bei den Juden in Deutschland während des Mittelalters. •' Pädagogische Bemühungen bei den Juden in Deutschland während des Mittelalters schildert recht anschaulich Abraham Berliner in dem soeben in neuer Fassung von Ismar El« bogen herausgegebenen Buche „Aus dem Leben der Juden Deutschlands im Mittelalter" (Bücherei des Schockenverlags / 79, Berlin 1937), das, wie Elbogen treffend in seinem Nachwort schreibt, ein klares Bild vom Leben der Juden Deutschlands während des Mittelalters deutlich zu zeichnen versucht. Berliner weist darauf hin, daß^es für hohes Verdienst galt, den Jugendunterricht zu fördern, daß man für noch wichtiger hielt, für diesen Zweck als für die Erhaltung der Synagoge bei« zutragen. Alphabete für den ersten Unterricht anzufertigen, die biblischen Bücher oder einzelne Traktate des Talmuds abzuschrei« ben und für die Jugend herzugeben, ward als Pflicht eines jeden Frommen angesehen. Alles, was (mit dem Unterricht in Beruh« runp kommt, galt als heilig; so sollten die Hölzchen, mit denen auf die Buchstaben des Alphabets gezeigt wird, nicht zu pro» fanem Zwecke verwendet werden. (S. 10). Eine Störung oder Unterbrechung des Unterrichts war verpönt. Berliner führt in diesem Zusammenhange den Grundsatz des Tal» muds (Schabbat 119 b) an, der hier zur Anwendung kam, „selbst wenn der Bau des Tempels zu Jerusalem in Frage stünde, dürfte um deswillen der Unterricht nicht eingestellt werden". \ Der Lehrer war verpflichtet, um den Unterricht pünktlich erteilen zu können, einen Stundenanzeiger anzuschaffen. Auch über die Unterrichtsmethode macht Berliner interessante Angaben. Die individuellen Anlagen der Schüler sollten berücksichtigt wer» den. Dieser Grundsatz sollte bei der Bemessung des Unter» richtsstoffes berücksichtigt werden. Wenn keine Fortschritte auf dem schwierigen Gebiete des Talmuds bei den Schülern fest» gestellt werden konnten, sollten sie nicht länger mit einem zweck») losen Unterricht gequält werden, sie sollten in diesem Falle bei dem biblischen Unterricht verbleiben, nebenbei auch Auszüge aus Werken der Halacha, des religionsgesetzlichen Teils des Talmuds, wie auch Erklärungen zur Bibel durchnehmen und den Vortrag des akzentuierten Textes erlernen. Hier ersehen wir, daß die Juden Deutschlands im Mittelalter einen Grundsatz der Pädagogik der Gegenwart, der Individualpädagogik, bei der Jugenderziehung an» gewendet haben. Rabbiner Dr. Ernst Steckelmacher. Letzter Einsendungstermin für Nr. 4 ist ausnahmsweise der 15. November. Kalender und Gottesdienste in der Synagoge zu Landau Ludwigs' Pirmasens I hafen Kaisers' lautern 4. Nov.: 1. Neumondstag " \ 5. Nov.: 2. Neumondstag (Kislew) \ ' V 5. Nov.: Schabbath'Eingang 17.00 17.00 i6.45 17.00 6. Nov.: Morgens (Tholdoth) 9.00 9.00 S 9.00 9.00 Minchah 15.30 17.15 L 15.30 — Ausgang 17.40 17.40 17.40 17.45 12. Nov.: Schabbath»Eingang 16.45" 16.45 16.45 17.00 13. Nov.: Morgens (Wajeze) 9.00 9.00 S 9.00 9.00 Minchah 15.30 17.05 L 15.30 — Ausgang 17.30 17.30 17.30 17.35 , 19. Nov.: Schabbath'Eingang 16.45 16.30 16.30 16.45 20. NW: Morgens (Wajischlach) 9.00 9.00 S 9.00 9.00 \Minchahl 15.30 16.55 L 15.30 —\ Ausgang 17.25 17.20 17.25 17.25 26. Nov.: Schabbath'Eingang 16.45 16.30 16.30 16.45 27. Nov.: Morgens (Wajeschew). Neu» 9.00 9.00 S 9.00 9.00 Minchah' mondsweihe 15.30 16.50 L 15.30 —' v Ausgang | 17.20 17.15 17.20 17.20 Gottesdienste an Werktagen: Landau: Morgens 7.15 Uhr (an Sonn» tagen 8 Uhr) am Neumond u. auf besond. Anordnung; abends 18.30. Pirmasens: Morgens 7.30 Uhr (an Sonn» tagen 8 Uhr) auf besondere Anord» nung; abends regelmäßig 19 Uhr. I.udwigshafcn: Morgens 7 Uhr (an Sonntagen 8 Uhr); abends 19.30. Kaiserslautern: Gottesdienst findet nur auf besondere Anordnung hin statt. Die Bezirksrabbinate Landau, Pirmasens, Ludwigshafen und Kaiserslautern. Zeichenerklärung: P Predigt; S »^chrifterklärung; L * Lehrvortrag; Jg » Jugendgottesdienst. Druck: Henrich Wildmann, Philippsburg Baden.