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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1937-09-01 · 1 (1.9.1937) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
1 (1.9.1937)
Date
1937-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Südisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz ■ Organ des Verbandes der israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz Herausgeber: Verband der israel. Kulhisgemeinden der Pfalz, jF \r Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Reichsministers für Ludwigshafen 'Rh. Verlag: Heinrich Wildmann, Philippsburg. £L^A Volksaufklärung und Propaganda betr. Ucberwachung der Verantwortlich f.d. Inhalt: Kurt Metzger, Landau, Glacisstr.9 geistig und kulturell tätigen Juden im deutschen Reichsgebiet 1. September 1937 Nr. 1 tYltl bfctl HD Zum Geleit! Zu Rosch Haschanah 5698 erscheint erstmalig das Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz. Damit wird einem seit langem tiefempfundenen Bedürfnis Genüge geleistet, ein Organ zu besitzen, das unser Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und den jüdischen Menschen das Bewußtsein verleihen kann, daß sie in dieser schweren Zeit nicht verlassen sind, sondern, wie es zu allen Zeiten jüdischer Not der Fall war, uns alle heute ein vertieftes inneres jüdisches Gemeinschaftsleben verknüpfen muß. Von solch echtem Gemeinschaftsgeist getragen, soll dieses Gemeindeblatt vom Leben in unseren Gemein» den, von ihren Vorträgen und Veranstaltungen, vom Gottesdienst und von all dem Wertvollen berichten, das für uns alle von so hohem Interesse ist. Darüber hinaus wird es neben persönlichen Nachrichten auch Ankündigungen der jüdischen Behörden und Vereine enthalten. Allgemein interessierende Aufsätze und Besprechungen wichtiger Neuerscheinungen jüdischer Bücher sollen Belehrung und Anregung vermitteln. Das Gemeindeblatt soll der jüdischen Gemeinschaft in der Pfalz dienen und in jedes jüdische Haus, kommen. Wer mitarbeiten will ist herzlich willkommen! So helfe mit dem neuen Jahre ein gütiges Geschick seine Aufgabe erfüllen! Allen denen aber, für welche dieses Blatt bestimmt ist, möge mit dem Erscheinen ein glückliches Jahr des Lebens und des Friedens anheben! M. Neujahrsglückwunsch der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland sendet allen ihren Gemeinden, allen, die in ihnen leben, den Alten und Jungen, den Männern und den Frauen, am Beginne des neuen Jahres herzlichste Wünsche. Wir sind in eine Zeit hineingestellt, die voll ist von geschichtlicher Bedeutung und Kraft. Von uns ist ge* fordert, (und alles kommt hierauf an), daß wir diese Bedeutung begreifen, daß wir diese Kraft in uns aufnehmen. Es ist in unserem jüdischen Leben eine Notwendigkeit, daß wir den großen Zug, die weite Linie erlangen. Klein* heit und Kleinlichkeit wäre unsere eigentliche Gefahr. Nur von der Höhe unserer Selbstgewißheit, nur von diesem Aufstieg zu unserem Eigenen und Besonderen geht der Weg zu unserer Zukunft. Für jeden von uns hat sich die Welt gedehnt, Nähe ist zur Ferne geworden. Zur Entfernung, zur Entfrem* dung würde sie nur dort, wo Juden ihr Judentum einbüßten, wo sie sich selber und damit einander verlören. Wenn jeder um seine Seele weiß, dann werden sie alle um einander wissen, sie alle zusammenstehen und zusammenhalten. Wenn wir unser Judentum besitzen, dann ist alles Scheidende, auch das des Raumes, überwunden; das Ganze umfängt alles Einzelne. Wir leben in eilenden und sich wandelnden Tagen, wie ein Abschnitt der Geschichte ist jedesA'inzelne Jahr. Was kommen mag, das steht in des Ewigen Hand. Aber wie wir sein sollen in allem, was werden wird, darin liegt unsere Aufgabe. Von uns wird das Unsere erwartet. Geschehnis und Mensch begegnen einander, damit das Ge* bot Gottes zur Wirklichkeit werde. v Unser Wunsch für alle, für die Gesamtheit und jeden in ihr ist darum ausgesprochen in dem Psalmwort, das Jahr um Jahr den Juden zu seinem Neujahrsfest hinführen will: „Hoffe zu dem Ewigen. Sei stark, und fest sei dein Herz, und hoffe zu dem Ewigen!"

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