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Jüdischer Volksbote · 1915-09-01 · 37 (9.1915) · p. Seite 600

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1915
Issue
37 (9.1915)
Date
1915-09-01
Page
Seite 600 (sequence 26)
Language
German
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600 und der Herr der Herren, der mächtige, große, gewaltige, furchtbare G'tt. der kein Ansehen achtet und keine Bestechung nimmt, der da Recht verschafft der Waise und der Witwe, der da liebt den sich dem Judentume anschließenden Fremdling, ihm zu geben Brot und Gewand. — Nun sage mir, Rabbi, fft das die Liebe, die G'tt dem Fremdling erweist, daß er ihm Brot und Gewand in Aussicht stellt? Wahrlich, meinen Sklaven, die ich belohnen will, stelle ich Pfauen und Fasanen in Aussicht!" Da zürnte Rabbi Elieser und sprach: .Wir brauchen keine Proselyten, und geiviß nicht solche, denen nicht einmal genügt das, was unser Vater Jacob sich erbeten hat, Brot zum Effen und Gewand zum Anziehen.' Betrübt ging Aqulla von dannen. Rabbi AkibK aber ging ihm nach und sprach zu ihm: Wolltest Du nicht, o Fremdling, Deine Frage einem Andern unserer Lehrer vortragen?" .Wohl, antwortete Aquila, führe mich, und ich werde Dir folgen " Und Rabbi Akiba führte ihn zu Rabbi Josua den Chctuanja, vor dem Aquila seine Frage wiederholte. .Mein Sohn," sprach Rabbi Josua, .wenn ein Fremder au« reiner Absicht und in Folge gewonnener Überzeugung dein Judentume sich-anschließt, so kann er groß werden in der Thora, die da das Brot ist, mit dem G'tt uns speist, und er wird einst sich hüllen in die Gewänder des Heils, mit denen G'tt uns bekleidet in der künftigen Welt; er kann seine Tochter, die im Judentum geboren wird, einem Priester verheiraten und sein Enkel kann Hohepriester werden, der mit den heiligen Priestergewändern bekleidet, darbringt Ganzopfer auf dem Altar, die da gleichfalls sind das Brot unseres G'ttes" „Habe Dank, Rabbi," sprach Aquila, .für diese Deine Erklärung und gestatte mir, unter Deiner Leitung in der Lehre des einzigen G'ttes zu forschen.' (Fortsetzung folgt). '

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