Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 36 (10.1914)
- Date
- 1914-10-01
- Page
- Seite 572 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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572 kinderlos war, den am Ufer des Rheines kommandierenden Feldherrn Marcus Ulpius Trajanus als Sohn und Mitkaiser adoptiert, der denn auch nach Neroas bald erfolgtem Tode alleiniger Beherrscher des großen römischen Weltreichs wurde. Marcus Ulpius Trajanus war von Geburt ein Spanier. Sein Vater hatte im jüdischen Kriege unter Kaiser Vespasian sich viele Lorbeeren erworben. Dieser war der Eroberer der stärksten jüdischen Festung Jaffa (Joppe, Japha). Dieselbe war nicht allein durch ihre natürliche Lage, sondern auch durch die von den Juden angelegten Festungswerke geschützt. Um Jaffa zu erobern wurde der Later des künftigen Kaisers, damals Anführer der zehnten Legion, mit 2000 Mann zu Fuß und 1000 Mann zu Roß abgeschickt. Ihm zogen die wehrhaften Einwohner von Jaffa entgegen^' aber die Römer schlugen sie in die Flucht, und die Fliehenden konnten es nicht verhindern, daß die Feinde mit ihnen zugleich durch das äußere Stadttor drangen. Da schloffen die zurückgebliebenen Bewohner von Jaffa die inneren Tore der Stadt. Zwischen den zwei Ringmauern gab es nun ein furchtbares Gemetzel; sämtliche aus der Stadt gezogenen Juden, 2000 an der Zahl, wurden niedergemacht; durch die verziveifelte Gegenwehr derselben, fiel eine noch größere Anzahl der Römer, so daß mehr als 4000 Leichen den Raum zwischen den beiden Festungswerken bedeckten. Trajan wandte sich nun an den Feldherrn um Verstärkung. Dieser schickte seinen Sohn Titus mit 500 Reitern und 100fr Mann zu Fuß. Die Römer legten auf allen Seiten Sturmleitern an, vertrieben die Juden nach kurzer Gegenwehr von den Mauern, über welche Titus mit seinen Gefährten zuerst in die Stadt hinabsprang. Run aber entspann sich noch ein blutiges-Gefecht in den engen Straßen, welche Schritt für Schrttt erobert werden mußten, während die Weiber von den Haus» dächrrn aus die Feinde hinabwarfen, was chnen zur Hand kam. «Fortsetzung folgt.)