Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 34 (6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 527 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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527 Akivcr.) Historische ErzShlung V0N | Rabbiner Dr. M. Lehmann. -'- (Fortsetzung). XX. AlS die in Rom anwesenden Rabbinen auS Judäa von der Hinrichtung des FlaviuS Clemens erfuhren, zerrissen sie ihre Kleider, setzten sich auf die Erde und weinten. Nachdem sie eine Zeit lang schweigend dagesessen hatten, sprach Rabbi Akiba: »Mein Lehrer, es ist jetzt nicht Zeit, tatlos zu sitzeir und zu trauern. Gehen wir hin, um das Weib des Gemordeten zu besuchen. Vielleicht erfahren wir etwas» was uns und unserem Volke zum Nutzen gereichen kann." »Ein Besuch bei Domitilla," sagte Rabbi Josua» »ist unter den gegenwärtigen Umständen gefahrdrohend. Wahrscheinlich ist ihr Haus von Spähern umstellt, und Jeder der dort ein- und ausgeht, wird dem Tyrannen als verdächtig bezeichnet werden." »Und trotzdem", sagte Rabbon Gamliel, »müssen wir die Gemahlin dessen besuchen, der sein Leben hii^gegeben zur Heiligung des göttlichen Namens» müssen sie zu trösten und aufzurichten suchen in ihrem schweren Leid." Als die Weisen zu der Gemahlin des Clemens kamen, fanden sie dieselbe ruhig und stark. »Meine Freunde", sprach sie, »Ihr wißt noch gar nicht, wie Großes Clemens für Euch geleistet hat. Nur noch fünf Tage fehlten an der Frist, in welcher ganz Israel vernichtet werden sollte. Durch seinen Tod hat Clemens einen Aufschub herbeigeführt, durch welchen der Mordplan Domitians auf unbestimmte Zeit hinaus vertagt ist. Unterdeß wird Gott seinem Volke Hilfe und Rettung senden. — Nachdem mein geliebter Gatte die Beschneidung an sich vollzogen, begab er sich zum Kaiser, bekannte sich als Jude, um durch seinen Tod eine neue Konsulatswahl notwendig zu machen. Er bat mich. Euch zu sagen, daß er den Namen Schalom angenommen, und den Beinamen Ketia, weil er zuvor selbst Hand an sich gelegt, um in den Bund Abrahams einzutreten." "1 Mit Genehmigung der Verlagsbuchhandlung I. «auffmann . in Frankfurt a. M. zum Abdruck gebracht. Nachdruck verboten.