Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 33 (4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 506 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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506 Plättchens werden die Kontaktteile stärker oder schwächer aneinander gepreßt und dadurch wird der Widerstand der Leitung verändert. Der primäre Strom umgibt eine Induktionsspule, in der bei jeder Aenderung der Stromstärke ein sekundärer Strom erregt wird, den man zur Empfangsstation in ein Telefon leitet. Theoretisch genommen, können also beim Mikrophon an der Kontaktstelle Funken beim Sprechen entstehen, da ein Strom durch die Kontaktstelle läuft. Es kommt dazu, daß hier beim Aushängen des Hörers zwar keine Funken entstehen, da nur eine Leitung geschloffen wird, daß aber dabei derselbe Jffur, wie beim Aushängen des Telefons bestehen bleibt. Beim Einhängen des Telefons entsteht aber bestimmt ein Funke, so daß noch ein 2. bezw. ein 3. Jffur dazu kommt. Daß beim Sprechen Funken entstehen, ist unwahrscheinlich. Bei den neuen Apparaten erfolgt beim Anruf auf dem Amt ein Aufleuchten elektrischer Lämpchen, die solange brennen, bis die Verbindung gelöst ist. Hier hätte man es also mit noch einem eklatanten zu tun. Dieser Sachverhalt rechtfertigt es, daß selbst das Sprechen bei bereits hergestellter Berbindung mindestens als tid'k poo (Herstellung der Stromverstärkung) gelten, und daher nur im Notfälle z. B. zur Herbeirufung von ärztlicher Hilfe u. a. Gebrauch davon gemacht werden darf.- Das Anrufen und Einhängen der Hörer durch einen Jehudi ist aber, außer bei Lebensgefahr unter allen Umständen ein nom nca hd*«. Das Ein- und Ausschalten des elektrischen Lichtes am nie» und 3iB bv ebenso wie die Benützung einer elektrischen Glocke sind natürlich außerordentlich große Jssurim und daher streng verpönt. Hu; eine« allen Lemmente. Im „Hamagid" wird die. Ermahnung mitgeteilt, welche der polnische Rabbiner Jsachar Bensch Glückstein, ein Schüler des rpxna ’jprn, seinen Kindern als letzten Willen hinterließ. Wir entnehmen daraus folgende Bruchstücke: Redet die Wahrheit, erkennt sie und bekennt sie.-Obgleich die Lüge jetzt die Herrschaft auf Erden hat, so fürchtet euch nicht vor ihr. Mit ein wenig Wahrheit verdrängt ihr viel Lüge, wie durch ein wenig Licht die Finsternis weicht. Was eure Lippen gesprochen, des seid sorgsam bedacht zu erfüllen. Das ist eine von Gott in der Thora gebotene Pflicht, wie Rambam erläutert. Rüstet euch mit aller Kraft gegen die Neigung eures Herzens, um dieser Pflicht voll zu genügen.