Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1914
- Issue
- 33 (4.1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 505 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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505 lieber die Benützung de$telefon$ am Sabbatb. AuS Nr. 8 Schriften des Verbandes der Sabba von Dr. E. Biberfeldt-! thfteunde .Die Sabbalhvorschristen* Berlin. Zum Verständnis der beim Telefonieren in Betracht kommenden Jssurgefichtspunkte ist eine, wenn auch oberflächliche Kenntnis des Apparats erforderlich: Ein Telefon besteht im wesentlichen aus zwei gleichen Apparaten, und zwar einem permanenten Magnetstab, der von einer Drahtspule umgeben ist und vor deffen einem Ende ein dünnes Eisenplättchen, welches an den Rändern eingeklemmt ist, Schwingungen vollführen kann. Die Drahtspule ist zu einem 2. Apparate auf der Empfangsstation hingeleitet, der genau die Form des I. Apparates besitzt. Wird nun gegen das Plättchen auf der Aufgabestation gesprochen, so versetzen die Schallwellen das Plättchen in Schwingungen, dadurch wird es dem Magnete» genähert und wieder von ihm entfernt. Jede Annäherung bezw. Entfernung hat eine Veränderung der Stärke des Magnetismus des Magneten zur Folge und diese ruft ihrerseits jedes Mal einen elektrischen Strom in der Drahlspule hervor. Da die Spule mit der auf der Enlpfangtzstation eine geschloffene Leitung bildet, so wird dieser Strom nach der anderen Station hingeleitet, und wenn er den Magneten umkreist, bewirkt .er dieselbe Aenderung des Magnetismus, welche die Schallwellen auf derersten Station hervorgerufen haben. Ob die Veränderungen, welche das Sprechen in der Stromstärke hervorruft, nicht als nio-n angesehen werden müffen, erscheint um so mehr der Berücksichtigung wert, als wir über das Wesen des elektrischen Stromes noch völlig im Dunkeln tappen. Die Aenderung des Magnetismus setzt das Eisenplättchen auf der Empfangsstation in Schwingungen und diese rufen in der Luft dieselben Schallschwingungen hervor, wie der gesprochene Ton auf der Aufgabestation. Ein elektrischer Strom, der von einer Batterie etwa erzeugt würde, ist beim Telefon also nicht notwendig. Es handelt sich bei ihm nur um geschloffene Jnduktiontzströme, bei denen es keinerlei Funken gibt. Um jedoch den Beginn eines Gespräches anzuzeigen, ist eine elektrische Klingel dem Apparate beigefügt, welche dieselbe Leitung zu der anderen Station benutzt, wie das Telefon. Damit Klingel und Telefon sich nicht stören, ist der Apparat so eingerichtet, daß durch das Aushängen des Hörrohrs die Klingelleitung unterbrochen und die Telefonleitung hergestellt wird. Hier geschieht also ebenso wie beim Klingeln selbst ein iid'n, nämlich Sip nyotrn lErzeugung eines Tons). Anders, ist die Einrichtung des jetzt gebräuchliche» Apparats, des Mikrophons. Es beruht auf dem Gesetz, daß die Stromstärke abhängig ist vom Widerstand der Leitung. In jedem Mikrophon ist ein primärer Strom, der durch Elemente erzeugt, wird, vorhanden. Dieser primäre Strom wird durch einen Wackelkontakt geleitet, der mit einem eingeklemmten Eisenplättchen fest verbunden ist. Durch die Schwingungen des Eisen-