Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1913
- Issue
- 31 (12.1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 472 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4903180-5965943-5965987--681-4903821- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
472 Und er führte sie in sein Haus, und sprach: »Gelobt sei det Gott Israels, der mir das Glück zu Teil werden läßs, meine Freunde hier zu begrüßen". Nachdem die Weisen sich gesetzt hatten, sprach Rabbon Gamliel: .Auch wir sind froh, daß es uns vergönnt ist, die Bekanntschaft mit Dir zu erneuern. Der Anlaß unserer Reise jedoch ist ein sehr betrübender. Große Gefahren bedrohen unser VoU. Noch mehr als die Philosophen fürchtet der Kaiser die Juden. Er besorgt, daß die Vernünftigen des römischen Volkes zum Judentum übertreten, und er hat beschlossen, um die alten Götter Roms zu erhalten, uns ünd unseren Glaubensgenossen den Untergang zu bereitien. Jetzt, o Philosoph, sind wir zu Dir gekommen, uns Deinen Rat zu erbitten. Was können wir tun, um das drohende Verderben abzuwenden?" Artemidorus schwieg lange, während die Weisen Israels erwartungsvoll seiner Antwort harrten. .Meine Freunde," sagte endlich der Philosoph, „es ist schwer, in dieser Angelegenheit einen Rat zu erteilen. Domitian kennt kein Erbarmen. Wenn Ihr zu ihm geht und Euch ihm zu Füßen werfet, so wird er Euch liebevoll empfangen. Euch Milde und Gnade verheißen und nur um so sicherer auf Euer Verderben sinnen. Die Rettung liegt einziä in dem Umstande, daß das Maß seiner Sünden vol^ ist, und seine Schreckensherrschaft nicht lange mehr mähren wird. Glaubet mir, er wird gestürzt werden und eines schmählichen Todes sterben. «Fortsetzung folgt.) Unter dem Citel 'vipd hat Fjerr fieymann von der Wall, der seit fast 50 Jahren das Amt eines Synagogen* Vorstehers der Gemeinde in Horden versieht, otuoi cri Vorschriften und Gebräuche für den Gottesdienst in der Synagoge norden zusammengestellt. flach ITlonaten geordnet ilt darin den Synagogenbeluchern alles Wissenswerte in sehr übersichtlicher Weise vorgelegt. Das Büchlein verdient anderen größeren Gemeinden zur Nachahmung empfohlen zu werden.