Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1913
- Issue
- 31 (12.1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4903180-5965943-5965987--666-4903806- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I Organ d^r Tommission für Ländliche Wohlfahrtspflege der Freien Vereinigung für die Interessen ' des orthodoxen Judentums. No. 31. Frankfurt a. M., Kislev 5674. 19 13. „Lernen" ln den Gemeinden, eine ßotwendigkeit und eine Möglichkeit. Referat auf dem Bezirkstage i» Kitz in gen am 21. September 1913, erstattet von Lehrer Al. Mannheimer, Aettelkach. Sehr verehrte Versammlung! Wenn ich mir die hohen Ziele der heutigen Tagung vor das geistige Äuge führe, wenn ich über deren Lebenskraft und inneres Wesen sinne und nachdenke, so wird mir eines zur Gewißheit: im Mittelpunkte aller segensreichen Maßnahmen wird und muß die Verbreitung von Thorakenntnis stehen. Die Thora ist die Quelle, aus der die befruchtenden Wasser sich ergießen über jedes Wirkungsfeld der „Freien Vereinigung". Thorakenntnisse bilden die Sonne, welche alles erhellt, erwärmt und zur gedeihlichen Entwicklung bringt, was wir auch unternehmen möchten, c^i: u» min noSn, das Thorastudium geht über alles. Dies goldene Mahnwort der Weisen s. A. zeigt uns den Weg, welchen wir zu gehen haben, um in geradester Richtung zum Ziele zu gelangen, es zeigt den Feind, der tückisch im A Hintergrund lauert, die Ignoranz, die Unwissenheit in jüdischen Dingen, deren natürliche Tochtu die Gleichgiltigkeit bildet, der Jndifferentismus gegenüber allen uns heiligen Pflichten. Der kausale Zusammenhang zwischen Ignoranz und Jndifferentismus ist wohl logisch jedermann klar. Was man nicht kennt oder doch sehr mangelhaft kennt, versteht man auch nicht zu beurteilen und noch weniger hochzuschätzen.