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Jüdischer Volksbote · 1913-08-01 · 29 (8.1913) · p. Seite 438

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
29 (8.1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 438 (sequence 4)
Language
German
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I V3 8 — 414 — I. Die Sitzung der Vorstände und Lehrer. Herr Provinzialrabbiuer Dr. B a mb erg er- Hanau begrüßte namens des Ausschusses der .Freien Bereinigung" die aus dem ganzen Bezirke herbeigeeilten Borstände und Lehrer und erklärt den Bezirkstag für eröffnet. iSDie Präsenzliste ergibt die Beteiligung von 54 Anwesenden. Sodann jerstattete Herr Lehrer Strauß-Gelnhausen sein Referat über Hebung des Lernens und Einfüh-! rung von Schiurim auf dem Lande. Einleitend gibt Referent seiner Freude darüber Ausdruck, daß es gelungen -ist, Borstände und Lehrer zu gemeinschaftlicher Aussprache zu vereinen und jhofft darin ein günstiges Zeichen für gemeinschaftliche gedeihliche Arbeit erblicken zu dürfen. Es sei eine Art SnS n^ip-Stimmung die ihn beseele. Wie sich einst an den Wanderfesten aus allen einzelnen Städten, die der^ Zug derer die nach Jerusalem zogen, passierte, immer neue Scharen festlich gestimmter Wanderer zugesellten um dann gemeinsam in Jerusalem die D'31E co' zu verbringe», so sei auch das Gleiche hier zu konstatieren, und die Freude am großen Werke der „Freien Bereinigung" mitzuarbeiten, sei allen Anwesenden gemeinsam. Nicht ein oberflächliches Dahingleiten, aber auch nicht eine alles Detail erschöpfende Behandlung wolle Referent der Materie zu Teil werden laffen, sondern seiner eigenen Anschauung und Meinung in ungezwungener Unterhaltung Ausdruck verleihen. — Wie der Arzt aber zur Erforschung des Krankheitssitzes den ganzen Organismus untersuchen muß, so auch er. Als nach der Zerstörung des ttHpon n'3 der jüdischen Nation nichts mehr geblieben als ihre rmn, da galt ihre ganze Liebe und Pflegeungeteilt nur derselben und so sinden wir denn, daß selbst das schwerste Geschick des Mittelalters nicht zu rütteln vermochte an der Intensität des Gesetzftudiums. Mochte der Jude die ganze Woche über bei schwerster Arbeit ein Sklave der Willkür seiner Machthaber gewesen sein, mochte er gestöhnt und geseufzt haben unter den Lasten, die Haß und Verachtung ihm^-^ aufbürdeten, kam der Freitag Abend, der nam, so fielen die Sklavenketten,^) so verstummten die Klagen und Seufzer, ein Fürst, ein König war der Jude in seinem Hause. Könnte er mit seinen Kindern lernen, sich freuen der Fortschritte, die diese die Woche in der min in der mv) zu verzeichnen, so war das reichlicher Ersatz für die vergangenen schweren Tage, süßer Trost für die schweren kommenden. Doch auch diese Zeiten änderten sich, die französische Revolution schleifte die Ghettomauern, die steinernen, ob auch die imponderabilen? Es folgte ein Drängen und Stürmen hinaus in das unendliche Freie und bei diesem Hinausdrängen bemerkte man kaum, daß man vergeffen, die min auch mitzunehmen. Jedoch ganz läßt diese sich nicht vergeffen. Im Laufe der Zeiten, da die Kenntnis derselben einem großen Teile geschwunden war, fanden sich an vielen Orten doch noch einige, dem alten Judentume treu ergebene Männer, die sich zusammeufanden um in Gemeinschaft für die Ausübung der niikv bemüht zu sein. Das ist die Griindungsgeschichte der nnan. Diese Chewraus, einerlei ob sie jetzt niS’CJ

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