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Jüdischer Volksbote · 1913-06-01 · 28 (6.1913) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
28 (6.1913)
Date
1913-06-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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fto. 28. Frankfurt a. M., Siwan 5673 1913. Drgan der Tommission für Ländliche Wohlfahrtspflege der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Der wclHre Isrieöe. In der Geschichte Israels, wie in dem großen Entwickelung?-- gange der Menschheit giebt es kaum einen Monat, der an Erhabenheit und Tragweite demjenigen gleichkänie, besten Gedächtnis wir' in diesen Schabuoth-Tagen festlich begehen. Kein Ereignis hat denn auch die jüdischen Sänger und Propheten zu so begeisterten Schilderungen hingerissen, wie jenes, da der Ewige sich herabließ, auf dem Sinai und unter Donner und Blitz aus dem Feuer sprach, um kund zu tun Seinen heiligen Willen und vor aller Welt die Tiefen der Weisheit und Wahrheit zu offenbaren, nnr rpm mS's SSirr bip „Die Stimme des Herrn macht die Eichen erzittern, entblättert die Wälder, >und in seinem Weltentempel kündet alles den einen, erhabenen Laut: „Herrlichkeit!" Alljährlich stehen wir im Geiste am Fuße des Sinai und sind Zeugen des weltgeschichtliche» Schauspiels, und aus der Begeisterung, die von der Betrachtung dieses Bildes auch uns, dem späteren Geschlecht, in die Herzen strömt, aus den stillen Schauern, die bei diesem Gedächtnis unser Inneres erbeben macken, erhebt sich uns erst die wahre Festesstimmuug, in der wir mit all' unserem Wissen und Forschen so klein, so gering erscheinen neben der Allweisheit des Weltenherrn, in der wir aber auch stolz und aufrecht einherwandeln ob des einzigen Reichtums, der uns zu Teil geworden, der Lehre vom Sinai! Ja, noch mehr! Wir leben nicht nur den erhabenen Moment der Offenbarung mit, sondern — ein Beweis, daß die Menschennatur sich ewig gleichbleibt — es malt sich in unserem Leben .auch jenes

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