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Jüdischer Volksbote · 1913-01-01 · 26 (1.1913) · p. Seite 364

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1913
Issue
26 (1.1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 364 (sequence 12)
Language
German
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(156). „Vor dem Brotgenuß wasche man seine Hände — in Gesellschaft wasche sich der Netteste bezw. Vornehmste zuerst spreche einen Lobspruch auf Gott, der das Brot geschaffen . . .* (158, 165, 167). (170). Brotkrumen und sonstige Speiserest schleudere man nicht achtlos umher und trete nicht mit den Füßen auf ihnen herum . . ., am besten, man fegt gleich nach beendigter Mahlzeit das Speisezimmer ans (141, 180). „Nach beendigter Mahlzeit müffen die Hände gewaschen werden" (181). „Während des Tischgebets nehme man keinerlei Arbeiten vor" (183). „Ist ein Gast bei Tisch, so beehre man ihn mit! dem Vortragen des Gebets nach dem Mahl" (201)., Vor jeglichem Genuß (von Speisen, Getränken, von angenehmen Pflanzengeruch und dgl.j spreche man einen Lobspruch, nach dem Essen einen Dankspruch aus Gott" (202—215). „Keine Benediktion werde zwecklos, gesprochen, um nicht den Namen Gottes überflüsstgerweise zu nennen" (215). Beim Anblick einer für Israel durch göttlichen Beistand historisch bedeutsam gewordenen Stätte preise man Gott für sein wundertätiges Walten" (218). Zn besonderem Dankesspruch verpflichtet sind diejenigen, welche eine See- oder Wüstenreise zurückgelegt, eine schwere Krankheit überstanden haben, aus unverdienter Gefangenschaft befreit wurden oder sonstwie den Beistand Gottes an sich erfahren haben (219). „Beim Empfang einer freudigen Botschaft spreche man: »Gelobt sei G., der uns daS hat erleben lassen 1", — beim Eintreffen einer traurigen Nachricht: ,Gel. s. G., dessen Ratschluß gerecht ift!' Und dies spreche man mit innerer Befriedigung aus, denn die Bewährung im Leiden ist ein hohes seelisches Gut, daraus wahre Aufrichtung quillt" (222). „Bei freudigen Ereigniffen, wie Familienzuwachs, Errichtung eines Hauses, Anschaffung neuer Kleider und dgl danke man Gott mit den Worten: ,Gel. s. G., der Allgütige!" (223). Erscheinungen in der Natur und im Geistesleben, welche zu Nachsinneu anregen, begleite man mit entsprechenden Benediktionen. — Man spare an den Werktagen, um für den Sabbath mehr aufwenden zu können; bei materiellem Notstand ist es freilich beffer, daß jeglicher Aufwand selbst für den Sabbath unterbleibt, als daß! er erst zu Lasten anderer geschieht" (243). .Man halte sich am Sabbath-Vorabend (Freitag) hungrig, um sich den Genuß der Sabbqthmahlzeit zu erhöhen" (249). „Den Sabbath- Vorabend widme manj möglichst den Vorbereitungen zu Ehren des geweihten Tages. SÄbst der Vornehmste möge dabei mit Hand anlegen; solche Arbeit entwürdigt nicht, haben doch große Gelehrte in Israel ... sich bei solchem Anlaß sogar in Haus und Küche betätigt. An ihnen möge man sich ein Beispiel nehmen; denn in Wirklichkeit ehrt man sich selbst durch solche Ehrung des Sabbath . . . insbesondere ist es geboten, vor Sabbath zu baden" (250, 280). „Nachdem bereits die Stubs und die Tafel rechtzeitig sabbathlich geschmückt wurden, empfange man, noch ehe es Nacht geworden, den Sabbath in festlicher Kleidung, als gelte es einen König zu begrüßen" (261. 262).

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