Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1913
- Issue
- 26 (1.1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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361 ihr Scherflein zur Besoldung beitragen, aber auf ihr religiöses Fühlen braucht man soviel Rücksicht nicht zu nehmen, das ist ein lehrreiches Beispiel. Diese Herren entdecken ja auch sonst nur ihr „treu jüdisches" Herz, wenn ihre Interessen gefährdet sind, wenn Juden von der Gffizierslaufbahn ausgeschlossen werden, wenn jüdische Juristen nicht die ihnen gebührende Beamtenstellung erreichen, dann gerät ihr jüdisches Blut in Wallung. Gb aber das religiöse Empfinden jüdischer Soldaten verletzt, ob die Existenz vieler Juden durch Ausdehnung der Sonntagsruhe und des hausierverbvtes noch schwerer als bisher wird, stört sie nicht so sehr. Darum jüdische Brüder in Klein- und Mittelgemeinden, laßt Euch nicht betören, seid auf Euerer Hut. Man sucht in die Gemeinden einzubrechen und dort für die Richtlinien Stimmung zu machen, wenn es offennicht geht, dann wird im stillen gearbeitet, die Gistsaat überallzu verbreiten. I n d i e s e n R i ch t li n i e n l i e g t aber eine große Gefahr für die G l e i ch g i l t i g e n , für die Schwankenden und für die Rinder der noch Unentwegten. Im kaufmännischen Leben geht Ihr behutsam ans Werk. Ihr geht kein Geschäft ein, ohne Luch vorher bei einer zuverlässigen Stelle erkundigt zu haben. Seid auch im religiösen Leben vorsichtig. Gebt nicht leichtsinnig Kredit, wenn es sich um die heiligste Sache handelt, prüft genau, wenn Ihr jüdische Zeitungen lest, die Qualität ihrer Jüdischkeit. wenn Ihr Euere Kinder in Schulen schickt, laßt Euch nicht damit genügen, daß sie jüdischen Unterricht bekommen, seht genau zu, was für jüdischer Unterricht das ist. wenn Euere Kinder in den Städten in jüdische Vereine eintreten, forscht nach, welcher Art deren Grundsätze sind. Rls eine vom Judentum abgesplitterte Gruppe, die Samaritaner, die Juden hindern wollten, die Blauer Jerusalems zu bauen, zogen die Bauleute gerüstet an die Arbeit, in der einen Hand die Waffe, in der anderen Hammer oder Kelle. Seid auch Ihr z u r wehr bereit, wenn das Heiligtum bedroht wird, stützet die Führer im Kampfe, laßt den kleinlichen Streit in Euerer Mitte! — wer in Seiten der Gefahr den gegen die Feinde Ziehenden in die Arme fällt, ist ein Verräter an der guten Sache. — werbet für die Institutionen, die nTiNq'p rnin Vi^n1? bestrebt sind, daß die .111.1 immer mehr an Einfluß gewinne. Seid auch zur Arbeit in Bereitschaft! ON'VLl „eignet Euch die Kenntnis und das Verständnis des jüdischen Schrifttums an, die zu gewissenhafter pflichttreue führen und zur vollen Pflichterfüllung". ariN orn5!?it arbeitet in diesem Sinne an der Geistes- und Herzensbildung Euerer Söhne und Töchter. Sagt aber nicht: „was können wir in den kleinen Gemeinden tun?" von Modin, einem kleinen, unbedeutenden Flecken, ist zur hasmonäerzeit die Wiederbelebung des jüdischen Gedankens ausgegangen.