Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1912
- Issue
- 25 (11.1912)
- Date
- 1912-11-01
- Page
- Seite 334 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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334 der Waffen und die Größe der Heere. Und deshalb arbeitet man mit allen Mitteln, mit der raffiniertesten Technik, um die Zerstörungswerkzeuge immer vollkommener, immer gefährlicher zu machen, und jede neue Erfindung wird in den Dienst dieser Erfindung gestellt. — Nur ein Volk rüstet nicht, kann nicht rüsten. Israel allein besitzt keine äußere Macht und hätte sie doch scheinbar am nötigsten, weil es von Feinden rings umgeben ist. Aber Israels Grundsatz ist: "Di Std ab „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Ewige der Heerscharen! Auch wir hatten eine Zeit da die Söhne unseres Volkes glänzende Waffentaten vollbrachten. Mit Stolz blicken wir zurück auf jene Zeit, auf den Heldenmut, den damals unsere Vorfahren^^ bewiesen. Und dennoch feiern wir an dem Feste, das der Erinnerung an die Makkabäerkämpfe geweiht ist, nicht jene Taten, nicht die glorreichen Siege, sondern bie Hilfe Gottes, und darum ift das Symbol des Chanukafestes das Licht, das an das .121m dj, an das Chanukawunder mit dem Oelkrüglein erinnert. Denn wir wiffen, daß unsere Väter zu ihren Heldentaten begeistert wurden durch das Bewußtsein, für die Thora und ihre Erhaltung zu kämpfen, daß ihnen darum die Hilfe Gottes zn teil wurde, und daß nur dieser Hilfe der Sieg, zu danken war. Und darym ist gerade Chanuka, das uns an die großen Waffentaten unserer Nation erinnert, das Fest, an dem wir uns die Wahrheit ins Gedächtnis (rufen: "di b'nn ab). „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Ewige der Heerscharen!" Es lassen sich in unserer Zeit Stimmen hören, daß Israel sich selber helfen muffe. Selbstvertrauen, Selbstbewußtsein, Selbsthülfed sind Schlagwörter, mit denen man für diese Ansicht arbeitet. In früherer Zeit sei das mcht möglich gewesen, aber heute müffe Israel alles tun, um sich aus Idem Golus zu befreien, um wieder ein Volk unter den Völkern zu yierden. Gewiß dürfen und sollen wir alles tun, was die Erlösung! fördern kann, gewiß ist die Arbeit für das Land unserer Geschichte! und unserer Hoffnung, für Sk-ip’ p», eine unserer wichtigsten Aufstaben und eine der größten rmcv. Aber ein Wahn wäre es zu glauben, daß wir aus eigener Kraft imstande wären, das große Weist der Befreiung zu vollführen. Unsere äußere Macht war nicht bedeutend, als wir noch ein Volk unter den Völkern waren, sie ist jetzt noch! geringer. Wir muffen unser Vertrauen auf