Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1912
- Issue
- 24 (9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Grgan der Tommission für Ländliche Wohlfahrtspflege der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Frankfurt a. M., Tischri 5673 Mo. 24. Wosch-Hcl-schonoH-KeöcrnKen. Mit einer Fülle ernster Stimmungen und Empfindungen treten wir am Rausch-Haschonoh vor den Meister aller Zeiten, vor den Herrn über Leben und Tod. Unzählige Sorgen bewegen das zagende Herz; wir wiffen, heute wird geschrieben und am Jaum Aippur besiegelt, wer leben und wer sterben, wer arm, wer reich sein, wer finken und wer empmkommen soll. Nicht nur unserer eigenen Lerson, nicht nur allen denen, die uns lieb und teuer sind, gilt dieses Dangen um das bevorstehende Geschick, sonder» unserem ganzen Volke, ja, dem Heil der ganzen Menschheit. Aber noch zahlreicher fast als unsere Sorgen find unsere Wünsche. Was haben wir in diesen Tagen nicht alles von Gott für uns und unser Volk zu erbitten! Glückliches Leben, Erlösung und Heil, Nahrung und Unterhalt, Verzeihung und Vergebung unserer Sünden, Schutz vor jedem bösen Verhängnis, Rettung vor den Anschlägen und Ratschlüssen unserer Hasser, Erhörung unserer Gebete, Genesung für unsere Leidenden! Und bei all' diesen Anliegen, mit denen wir unserem Gotte uns nahen, will uns doch keinen Augenblick die peinigende und niederdrückende Empfindung verlassen, daß wir so ganz und gar der Erfüllung unserer Bitten unwürdig find, daß kein eigenes selbsterworbenes Verdienst zur