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Jüdischer Volksbote · 1912-07-01 · 23 (7.1912) · p. Seite 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1912
Issue
23 (7.1912)
Date
1912-07-01
Page
Seite 311 (sequence 17)
Language
German
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311 sollte, mit der sie das Kästchen Nachums gefüllt hatten. Der Wirt und seine Frau beluden einen ganzen Wagen mit dieser Erde und brachten sie nach Rom. Um diese Zeit hatten sich die Dacier an der untern Donau empört. Der Kaiser übertrug den Oberbefehl gegen die Dacier dem Cornelius Fuscus, dem Präfecten der Prätorianer; ihm sollte die Erde aus Brundisium den Sieg erringen helfen. Allein dieselbe versagte jede Wirkung. Der Anführer der Dacier, Decebalus, zog sich mit seinen Schaaren aus den Ebenen Mösiens zurück und verlockte dadurch den Fuscus, über die Donau zu gehen und der rückgängigen Bewegung seiner Truppen so lange zu folgen, bis er sich mit Vorteil an ihm vergreifen konnte. Trotz der ausgestreuten Erde aus Brundisium erlitten die Römer eine vollständige Niederlage; Fuscus fiel in der Schlacht; Tausende römischer Soldaten bedeckten das Schlachtfeld; die Adler der Legionen fielen als Siegestrophäen in die Hände der Feinde. — Als diese Nachricht nach Rom kam, ließ der Kaiser den Wirt aus Brundisium und seine Frau ergreifen; sie wurden unter den schrecklichsten Qualen getötet und erhielten so die verdiente ^Strafe. Es war ein freudiges Wiedersehen, als Akiba nach Hause kam und seine Frau und seine Kinder umarmte. Die Geschenke des Kaisers, von denen auch ihm ein Anteil zugekommen war, reichten hin, um den bescheidenen Ansprüchen seiner Familie für längere Zeit zu genügen. So durfte er hoffen, sich wiederum ungestört der heiligen Gotteslehre widmen zu können. Als er aber seinen geliebten Lehrer aufsuchte, fand er diesen in einem schrecklichen Zustande. Nachum war auf beiden Augen erblindetan Händen und Füßen gelähmt und Geschwüre bedeckten seinen ganzen Körper. Als Akiba ihn erblickte, fing er laut an zu weinen. „Rabbi", rief er, „wieso bist Du in diesen schrecklichen Zustand geraten?" Fortsetzung folgt.

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