Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1912
- Issue
- 21 (3.1912)
- Date
- 1912-03-01
- Page
- Seite 373 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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373 * Ivird er dich wohl gnädig aufnehmen, wenn du so eilfertig zu ihm sprächst? -Er würde dir nicht nur nicht willfahren, er würde meinen, du triebest Scherz mit ihm und wiese dich fort. Achte darum auch den König der Könige nicht geringer als einen der so tief unter ihm stehenden irdischen Könige. Und wenn du ihn durch Gesänge verherrlichen willst, so siehe darauf, daß die Melodie ansprechend und schön sei, wie es den Gesängen der Verherrlichung geziemt. Sprichst du Bittgebete, so spreche sie bittend und flehend, dem Armen gleich, der zu seinem Könige fleht. Würde der nicht auch, bevor er zum Fürsten hintritt sich seinen Bortrag ordnen, daß er nichts vergesse, nichts überspringe und alles in gehöriger Weise vortrage? So schicke auch du dich zum Gebete an. Und wenn dir eine besondere Bitte auf dem Herzen liegt, die Bitte um Nahrung, um Genesung für einen Kranken, so richte deine Andacht nicht nur auf diese Bitte in der Tefilla, sondern ihr ganzer Inhalt sei Gegenstand deiner Andacht und habe überhaupt nicht deinen Sinn nur auf den bittenden Inhalt, sondern vorzüglich auf die sich daran knüpfenden Segen- und Huldigungssprüche, denn eben sie sind die Blüten des Gebetes nach der Vorschrift: man bemühe sich alle mit Andacht zu beten, mindestens aber die Gedächtnis-Berachoth der Väter und die Huldigungsbra^ha des Dankes, Aboth und Hodaa. Hättest du nur Andacht bei den Bitten, so spräche man im Himmel: an der Ehre Gottes liegt ihm nichts, er hat nur Sinn für die Anliegen seines eigenen Bedürfnisses. Darum sammele dich zu einer freudigen, Gott verherrlichenden Stimmung zum Gebete. Sprich mit keinem unmittelbar vor Beginn des Gebetes, sondern lies Dinge, die das Herz ergreifen und es in die rechte Stimmung zum Gebete bringen. Wo möglich, schalte in jede Beracha, oder doch in einige, etwas deinen besonderen Verhältnissen entsprechendes ein; suche dir auch die dein Herz am meisten ergreifenden und erhebenden Vortragsmelodien, die dein Herz dem Inhalt deiner Worte hingeben und dich mit Liebe und Freudigkeit zu dem erfüllen, der in dein Herz schaut. (Fortsetzung folgt.) Jinstedtangsgefabr und Hn$tedtung$fiircl>t. Von Dr. Wen Zieu. II. Wenn die Menschen furchtlos, aber in klarer Erkenntnis der Zusammenhänge und im Vertrauen auf die Wirksamkeit der Maßnahmen den Kampf gegen die ansteckendeu Krankheiten immer energischer aufnehmen und fortführen werden, dann wird die Gesundung der heute noch arg verseuchten Menschheit rasche und gewaltige Fortschritte machen. Dazu bedarf es freilich einer großen Anzahl bestimmter Maßnahmen, deren Durchführung äußerst