Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1912
- Issue
- 20 (1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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344 genießen will, der mag Millionen besitzen, er ist doch ärmer, als der ärmste Taglöhner. Der Unterschied zwischen reich und arm. welche Bezeichnung durch einen größeren oder geringeren'Besitz äußerer Güter erworben wird, vrrschwindet, sobald man sich in der Darbringung des gemeinsamen halben heiligen Schekels begegnet. Der hochbegabte Mensch mit seinem höheren Streben, er ist nicht mehr wert, als der Minderbegabte, der seine schwache Kraft derselben besseren Menschenaufgabe leiht. Der reiche Mann, der mit seinen reichen Mitteln Größeres erzielen kann, hat doch kein größeres Berdienst, als der Arme, der mit seinen geringen Mitteln auch daS Gute zu fördern sucht. Es liegt in diesem Streben, etwas Gutes und Edles zu wollen, ja der Gedanke, es nicht für sich allein, sondern für alle Menschen zu wollen und sich als Teil der Menschheit das allgemeine Wohl zu fördern als verpflichtet erachten. Auch darauf weist uns die Verwendung des halben Schekel hin. „Du sollst ihn verwenden zum Dienste im Stiftszelte, und er sei für die Kinder Israels eine Erinnerung vor Gott, Sühne zu erwirken für ihre Personen." Zum Dienst im Stiftszelte, des gemeinsamen mit gemeinsamen Mitteln errichteten Heiligtumes unseres Volkes, um darin den Gedanken an Gott zu pflegen, wach zu halten, damit dann auch Gott unserer gedenke, also als Ausgleich, als versöhnendes Moment diente der gemeinsam dargebrachte halbe Schekel. Wo man sich im Leben so begegnet, wo man sich als zusammengehörig fühlt und weiß, wo man zusammengeht in gleichem Streben, beseelt und angefeuert durch edles Tun: da werden wir in uns befriedigt sein, werden den Frieden auch mit der Außenwelt finden, ja die gleiche ftiedliche Gesinnung wird uns entgegengebracht werden. Scheinbar ist das, was wir heute für den Dienst unserer heiligen Sache darbringen können nur etwas Halbes, nur ein kleiner Teil. Doch, wenn alle diejenigen, die ihren halben Schekel «nipn bpvs spenden, in diesem gemeinsamen Gedanken sich begegnen, dann wird dieser halbe Schekel die volle, von Gott verlangte Spende sein, wird genügen, um das gemeinsame Helligtum zu errichten, zu erhalten; wird dieses gemeinsame höhere Stteben hinreichen, den echt jüdischen Gedanken stttS aufs Neue zu beleben "i '»*> p-or1? Stn»' rrm, so daß die Gesamtheit Israels vor Gott in Erinnerung komme, so daß Gott unS nicht als Einzelpersonen, mtt ihren Einzelfehlern und