Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1912
- Issue
- 20 (1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Organ der Tommission für Ländliche Wohlfahrtspflege der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Mo. 20. Frankfurt a. M., Schewat 5672 1912. Der halbe Schekel. Der halbe Schekel hat, so einfach diese Vorschrift zu sein scheint und so klar der Zweck desselben auch ausgedrückt ist, dennoch eine sehr tiefe Bedeutung. Eine gemeinsame Gabe aller Männer vom 20. Jahre an und darüber sollte der halbe Schekel sein. Wenn man gemeinsam etwas Bedeutendes schaffen will, so beweist das, daß es eben nur durch das Zusammenwirken aller Kräfte zu einem wertvollen Ganzen wird, und daß somit .die Leistung Einzelner nur als Teil oder Teilchen betrachtet werden kann. Auf dieses gemeinsame Handeln und Wirken weist uns in erster Linie die Gabe des halben Schekel hin. Im Leben schließt sich der Mann von der Gemeinschaft aus. Zu allererst sorgt ein jeder für sich und seine Familie, richtet vor allem sein Augenmerk darauf, ohne Hilfe, ohne Mitwirkung anderer sich und seine Familie zu erhalten, setzt seinen ganzen ManneSstolz darein, faßt sein ganzes Können nnd Wiffen zuHmmeu, um selbstständig und unabhängig auf eigenen Füßen zu stehen. Und da dieses seine erste Pflicht ist, so ist eS natürlich, daß die andere Pflicht, feine Tätigkeit auch dem Wohle anderer und dem allgemeinen Wohle zu widmen, in den Hintergrund tritt. Und wie leicht die erste Pflicht, die ja bekanntlich oft so schwer wird, daß fie daS ganze Leben hindurch