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Jüdischer Volksbote · 1911-12-01 · 19 (12.1911) · p. Seite 339

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1911
Issue
19 (12.1911)
Date
1911-12-01
Page
Seite 339 (sequence 19)
Language
German
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339 lichen; doch möchte man beinahe sagen: es gibt auch noch das schroffere Ghetto, wenn man die Versperrnng der Laufbahn als Offizier, Richter, Landrat oder der Mitgliedschaft in einem studentischen Korps in Erwägung zieht. Das religiöse Bekenntnis scheidet, wie in früheren Zeiten, den dem Judentum Treubleibenden von der staatlichen Karriere; hingegen öffnen sich selbst Kreise, die sonst sehr exklusive sind, dem getauften Juden; besonders dann, wenn die Taufe nach dem Ritus eineS protestantischen Bekenntniffes geschah. Und gilt der Jude als solcher gesellschaftlich wirklich überall gleich den andern Gliedern des Volkes? Ja; wenn man die Börse eines gutsituierten Juden in Anspruch nehmen will; wenn man seine intellektuelle oder materielle Mitarbeit bei Basars und Humanitären Veranstaltungen anderer Art benötigt: dann sucht man ihn auf, hat einen freundlichen Blick, ein gutes Wort für ihn, vielleicht sogar einen heimlichen und flüchtigen Händedruck. Nach geleisteter Hilfe kann er wieder gehen, und was hinter den Kuliffen, wo man unter sich ist, weiterhin gesagt wird, ist öfter als einmal das gerade Gegenteil des Ausdrucks dankbarer Anerkennung der Leistung oder gesellschaftlicher Gleichwertung. Anderen Tags kennt ihn kaum einer mehr vom ganzen Komitee. Darum, wollte der Jude aus äußeren Gründen wohltätig sein, es wäre wahrlich sehr zwecklos. Aber er arbeitet mit aus inneren Motiven, die seine Religion gründet, indem sie sie ihn lehrt, barmherzig zu sei» gegen alle Menschen — niStP 'an 'jbd/ wegen der Wege des Friedens, wie die jüdischen Weisen sagen. (Fortsetzung folgt). Jüdischer Volksschriftenverlag G. m. b. H. Frankfurt am Main., 3u Geschenkzwecken, als Unterhaltungslektüre für Erwachsene sowohl wie für die Jugend (Rand l, 4, 5 für die reifere Zugend, Sand 2, 3, 6, 7 auch für Kinder) sowie als Prämien für Religionsschulen empfehlen wir: SE JiidisdK üolksbücbmi 2E Band 1. SMaMiMMllvgkll von Arthur Kahn.'^ Köstliche Stimmungsbilder nnd kleine Erzählungen, die bester als jede Predigt den beglückenden und sittigenden Einfluß der Sabbathruhe und Sabbathfeier ans Herz reden. Band 2. Hindektkanine von Hermann Schwab. Jüdische Märchen für Kinder von 7—10 Jahren. Die Fest- und Trauerzeiten des jüdischen Jahres gleiten, poetisch verklärt nnd von» Zauber kindlicher Phantasie nmwoben, an der Seele des Lesers vorüber. (Bildet Band 1 der Guggenheim-Bibliothek.) Band 3. £jit fag m dem Leben eines Inden von Judäns. Sucht in belletristischer Einkleidung ein innigeres Verständnis der täglichen Mizwoth: Zizith, Tephillin rc. zu vermitteln.

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