Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 18 (9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 321 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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321 Um wie viel mehr sollten wir tapfer alle Leiden und Schmerzen, selbst bi« zur Hinopferung unsere« Lebens im Aufgebot nuferes Königs, deS Herrn des Weltalls, dulden, sein Name sei gesegnet!' 48 (,g).Liebe „Vielleicht" und hasse „Was-liegt-daran"! Liebe Biel" leicht: Tue ich dieS, sage ich dies, sehe ich dies, höre ich dies: vielleicht kann ich dadurch zu einem Unrecht kommen! Hasse: Was-liegt-daran! Was liegt daran unnütze Gespräche zu führen, was liegt daran leichtfertige Rede zu hören, bleibe doch in nieiner Gewalt und werde nicht sündige»! 49 (,g). n&K usnn nSi ist ohne i geschrieben, gilt somit transitiv wie intransitiv. Schmücke dich nicht, nn> dem Weibe deines Nächsten zu gefallen. Rühme das schöne Weib deines Nächsten nicht einem Andern, du könntest eine Leidenschaft bei ihm erwecke», deren Schuld auf dich fiele. Weide dich an den Reizen keines Weibes, damit du empfänglich und würdig bleibest, Gottes Herrlichkeit zu schauen. 50 (toi, 102)* Gebrauche kein hebräisches Buch als Unterlage, ein Blatt darauf zu liniiren; denn das Buch hat eine Heiligkeit, den das Blatt nicht hat. Schreibe auch keine profane Notiz in ein hebräisches Buch, geschweige denn, daß du es zu einem andern, unwürdigen Gebrauch benutzest. — Tue nichts 'Unwürdiges auf den Tisch, an dem du speisest. Altar gleich ist der Tisch des menschlichen Mahls Vom Altäre sprach Gott zum Propheten: Dies ist der Tisch vor dem Herrn. Darum bedeckt man auch die Messer während des Tischgebetes im Anklange an das Wort: Dein Eisen hast du an den Altar geschwungen und damit ihn eütweiht. „Gottes Umgebung fühlt am meisten die Erschütterung!" Mt seinen Frommen »inimt Gott es haarscharf. Weil Sara durch Isaak sich zu einer Leugnung veranlassen ließ, ward Isaak anch die Veranlassung ihres Todes. Sie starb vor Schreck über die voreilige Nachricht seiner Opferung. öl (io», io*)- Der Schöne, der keuschen Sinnes bleibt, hat ein größeres Verdienst als der Häßliche: der Arme, der einen reichen Fund wiedergiebt, ein größeres als der Reiche; der Reiche, der ihn zurückhält, ist strafbarer als der Arme; überall gleicht das Verdienst der Anstrengung und der Güte der Gesinung. 52 (ix,). Jede Mizwa die keine Annehmer und Erfüller hat, deren nimm dich an. Sie gleicht einer Mizwa-Leiche. Eine Mizwa, die keine Freunde hat, deren Freund sei du und erfülle sie. Siehe, die Mizwa liegt am Boden und klagt: Wie gering bin ich, daß keiner an mich denkt! 53 (,17). Hört ein Jude, daß man ihn für einen Nichtjuden hält, so ist es ihm Pflicht, zu sagen: ich bin ein Jude. Moses wünschte, daß wenigstens seine Gebeine, wie die Josef's ins heilige Land kommen möchten. Gott aber entgegnete: Wer sich zuni Lande bekennt, wird im Lande begraben! Josef bekannte: Ich ward aus dem Lande der Hebräer geraubt, darum komnien seine Gebeine im^Lande zur Ruhe. Du aber schwiegst, als