Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1911
- Issue
- 18 (9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 318 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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318 .Israels, Nachum hieß er, Nachum aus Gimso, oder wie man später sagte Gamsu, denn Nachums Grundsatz avar, bei Allem, was sich ihm ereignete, zu sagen; 6am 8ii letobal das heißt: Auch dieses zum Guten! Nachum hatte das felsenfeste Vertrauen, daß Alles was der allmächtige Gott dem Menschen schickt, ihkn zum -Guten gereicht, mag es auch noch so schlimm erscheinen. Nachum hatte soeben seinen Vortrag geschlossen und seine Schüler entlassen, als eine ärmlich gekleidete, junge Frau zu ihm hereintrat. „Verzeih' mir Rabbi", sprach sie, „daß ich es wage, vor Dir zu erscheinen; aber mein Gatte ist des Verkehrs mit den Gelehrten noch nicht gewöhnt; deshalb komme ich, um Dich zu bitten, ihn in den Kreis Deiner Schüler aufzunehmen." „Du erscheinst mir bekannt meine ' Tochter", -antwortete der Rabbi. „Wie ist Dein Name?" .Ich heiße Rahel; Kalba Sabua ist mein Vater". Nachum erschrak. „Wie", rief er, „ist Dein Vater verarmt?" „Nicht doch", antwortete Rahel, „mein Vater istnoch im Besitze aller seiner Reichtümer. Mich aber hat er verstoßen". „Unglückliche, was hast Du verbrochen?" „Ich habe einen seiner Diener unter der Bedingung zu meinem Gatten gewählt, daß er sich der Erforschung der Gotteslehre widme. Diese meine Wahl fand die Billigung meines Vaters nicht, und er verjagte mich aus seinem Hause. Mein Gatte wird das Versprechen, das er mir gegeben erfüllen, und deshalb bin ich gekommen. Dich, o Rabbi, zu bitten, daß Du ihm die Wege weisest, die da hinaufführen in das Heiligtum der Gotteslehre." „Und wovon wollt Ihr leben und Euer Leiber Notdurft erringen, wenn Dein Vater seine Hand verschließt und Dein Gatte sich dem Studium widmet?" „Ich habe", antwortete Rahel, „die kostbaren Kleider und die Schmucksachen, die ich trug, als ich meines Vaters Haus verließ, verkauft. Wir haben dafür eine kleine Hütte erworben und weniges Gerät. Von nun an werde ich mich und meinen Mann von meiner Hände Arbett ernähren. Voll Bewunderung schaute Nachum auf das schöne junge Weib, welches im Reichtum und Ueberfluß herangewachsen war. „Du bist eine Heldin, meine Tochter," sprach er, Lnd verdienst es, daß Dein Gatte einst ein großer